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Pirats Bestiarium: Bongo (Tragelaphus eurycerus)

Bongo (Tragelaphus eurycerus (Ogilby, 1837)) 

 

Namensbedeutung. Der Gattungsname geht auf den französischen Zoologen und Anatomen Henri M. Ducrotay de Blainville zurück, der ihn 1816 prägte, um in der offensichtlich sehr diversen Gruppe afrikanischer Antilopen genauere Unterscheidungen vorzunehmen als es noch Linnaeus tat – inzwischen kannte man ja wesentlich mehr Arten und hatte einen besseren Überblick über deren Vielfalt. Dabei bediente sich Blainville der griechischen Mythologie: Der Tragelaphos – wörtlich übersetzt „Bockshirsch“ – war eine hirschartige Kreatur mit Ziegenbärtchen, welche die Griechen nur von alten persischen und babylonischen Kunstwerken (Teppichen, Vasen etc.) kannten. Offensichtlich sah Blainville eine vergleichbare oberflächliche Ähnlichkeit sowohl zu Hirschen wie zu Ziegen bei manchen afrikanischen Antilopen.

 

Der Artname eurycerus wurde von William Ogilby geprägt, einem britischen Naturforscher und Anwalt. Der erste Teil leitet sich von „eurus“ für „breit“ ab, der zweite Teil von „keras“ für Horn. Die Bedeutung „breites Horn“ spielt wohl darauf an, dass die Hörner des Bongos in ihrem mittleren Teil weit auseinander stehen.

 

Synonyme. Antilope euryceros, Antilope eurycerus, Boocercus euryceros, Boocercus eurycerus, Taurotragus euryceros, Taurotragus eurycerus, Tragelaphus albovirgatus, Tragelaphus cooperi, Tragelaphus eurycerus, Tragelaphus isaaci, Tragelaphus katanganus.

 

Verwandtschaftsbeziehungen. Animalia; Eumetazoa; Bilateria; Deuterostomia; Chordata; Craniota; Vertebrata; Gnathostomata; Eugnathostomata; Osteichthyes; Sarcopterygii; Rhipidistia; Elpistostegalia; Stegocephali; Tetrapoda; Reptiliomorpha; Amniota; Synapsida; Eupelycosauria; Sphenacodontia; Therapsida; Eutherapsida; Neotherapsida; Theriodontia; Cynodontia; Mammaliamorpha; Probainognathia; Mammaliformes; Mammalia; Theriimorpha; Theriiformes; Trenchotheria; Cladotheria; Theria; Eutheria; Placentalia; Boreoeutheria; Laurasiatheria; Scrotifera; Ferungulata; Cetartiodactyla; Cetruminantia; Ruminantia; Pecora; Bovidae; Bovinae; Tragelaphini; Tragelaphus.

 

Der Bongo ist der erste Vertreter der Paarhufer, der hier vorgestellt wird. Diese werden inzwischen nicht mehr wie früher als Artiodactyla bezeichnet, sondern umfassender als Cetartiodactyla – seit dem man weiß, dass die Wale (Cetacea) ebenfalls in diese Gruppe gehören. Zur weiteren Verwandtschaft der Paarhufer habe ich bereits beim Ozelot (Leopardus pardalis) und beim Flachlandtapir (Tapirus terrestris) einiges gesagt, dass im Wesentlichen immer noch gültig ist: Die nächsten Verwandten sind wahrscheinlich die Unpaarhufer (Perissodactyla). Und erstaunlicherweise sind die Raubtiere (Carnivora) ebenfalls nahe mit diesen beiden Gruppen verwandt. Verblüffend, stellt sich doch damit die Frage, was in der Linie der Ferungulata zuerst da war – die fleischfressende oder die pflanzenfressende Lebensweise.

 

Innerhalb der Paarhufer gibt es da zum Glück wenig Zweifel, auch wenn die interne Systematik zahlreiche Änderungen durch neue Erkenntnisse erfuhr. Was sich glücklicherweise tatsächlich als natürliche, monophyletische Gruppe herausstellte sind die Ruminantia, die Wiederkäuer, die man auch in der traditionellen Systematik schon lange als Gruppe erkannt hatte. Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Wiederkäuer sind aber immer noch Gegenstand von Debatten, bei denen auch molekulargenetische Untersuchungen noch keinen endgültigen Konsens erreichen konnten – dies gilt vor allem für den Stammbaum der Hornträger (Pecora), die neben den Rinderartigen (Bovidae) auch die Hirsche (Cervidae) und einige kleinere Gruppen umfassen. Die Rinderartigen sind auf jeden Fall eine sehr große und vielgestaltige Familie, innerhalb derer noch so manche kleinere phylogenetische Baustelle zu untersuchen ist. Hier haben genetische Untersuchungen auch schon so manche Überraschung zu Tage gebracht. Viele afrikanische Rinderartige, die man umgangssprachlich als Antilopen zusammenfasst, sind zum Beispiel keine echte einheitliche Gruppierung. So stehen einige größere Antilopenarten wie der Bongo den echten Rindern der Gattung Bos wesentlich näher als den anderen Antilopenarten. Folgerichtig gehört der Bongo auch in die Unterfamilie der Bovinae und nicht in jene der Antilopinae (die dafür aber auch die Ziegen umfasst). 

 

Bild 1: Die ungefähre heutige Verbreitung des Bongos. Man beachte die Isolierung der verschiedenen Populationen voneinander. Quelle: Wikipedia. 

 

Verbreitung. Die Verbreitung des Bongos war einstmals deutlich größer als heute – darauf deuten nicht nur die heute nicht mehr untereinander verbundenen Teilgebiete der verschiedenen Populationen hin, sondern auch rare fossile und subfossile Funde, die dieser Art zugeschrieben werden. Diese kennt man etwa aus Höhlenablagerungen unweit Kinshasas (westliches Kongobecken), wo Bongos heute nicht mehr vorkommen. Diese Ablagerungen haben pleistozänes Alter, sind nur wenige zehntausend Jahre alt. Aus all dem lässt sich ableiten, dass der Bongo einstmals von etwa Guinea im Westen bis Südäthiopien, Kenia und Nordtansania im Osten und vom Tschad und Niger im Norden bis Gabun und dem zentralen Kongobecken im Süden verbreitet war.

 

Die heutige Verbreitung ist deutlich begrenzter; neben menschlichen Einflüssen in der jüngeren Vergangenheit sind dafür in den letzten Jahrtausenden vor allem auch klimatische und daraus folgende Habitatveränderungen verantwortlich. Drei voneinander isolierte Gebiete beherbergen noch Populationen des Bongos: In Westafrika kommen die Tiere noch entlang der Küste von Guinea bis Ghana vor sowie im dortigen Hinterland und im Hinterland von Benin und Togo. Im zentralen Afrika findet man Bongos von Kamerun und Gabun über das nördliche Kongobecken bis in die südliche Zentralafrikanische Republik und den südwestlichsten Südsudan; das die Tiere heute noch in Äquatorial-Guinea vorkommen wird gelegentlich berichtet, ist aber nicht bestätigt. 1946 wurde auch ein Vorkommen des Bongos, in Form einer eigenen Unterart, in der südkongolesischen Provinz Katanga berichtet, welches sich bis heute aber nicht bestätigen ließ. Da der typische Lebensraum dieser Art dort nicht existiert, wird eine Population in Katanga inzwischen als unwahrscheinlich erachtet. Schließlich findet sich eine dritte isolierte Population in Kenia. Diese lebt vor allem im Aberdare-Nationalpark, rund um den Mount Kenya und im anderen bewaldeten Gebieten in den Hochländern im Zentrum des Landes. Im benachbarten Uganda kam die Art noch bis 1913 vor, gilt dort seitdem jedoch als ausgestorben. Berichte über das Vorkommen von Bongos noch im 20. Jahrhundert im nördlichen Tansania oder im südlichen Äthiopien wurden nie bestätigt.

 

Erste Kenntnisnahme. Bongos leben in dichten Wäldern – sogar in dichten Bambusbeständen und in Wäldern mit dichtestem Unterholz. Deshalb war diese Art den Europäern und damit auch der Wissenschaft bis ins 19. Jahrhundert hinein unbekannt. In den Jahrzehnten vor und nach 1800 jedoch drangen immer mehr europäische Abenteurer, Händler und Militärexpeditionen über die Handelshäfen entlang der afrikanischen Westküste auf unbekanntes Terrain vor. Von ihren Reisen brachten sie Berichte, Trophäen und manchmal sogar lebende Tiere mit. Vieles davon fand seinen Weg dann in die universitären Zentren der Kolonialmächte – Paris, London, Oxford, Brüssel, Leiden, um nur einige Beispiele zu nennen. Nicht ohne Grund wurden diese Städte frühe Zentren der Forschung und Gründungsorte elitärer wissenschaftlicher Gesellschaften, die bis heute existieren (man denke nur an die Royal Society in London).

 

Auf diesen Wegen gelangte auch das Material nach London, auf dessen Grundlage William Ogilby den Bongo beschrieb. Er stellte die neue Art erstmals auf einer Versammlung der Zoological Society of London am 22. November 1836 vor, bei der hochangesehene Anatom Sir Richard Owen den Vorsitz führte. Ogilbys Vortrag wurde in der nächsten Ausgabe der Proceedings of the Zoological Society of London als Zusammenfassung abgedruckt; dies gilt als die offizielle Erstbeschreibung des Bongos. Das Datum sorgt immer wieder für Verwirrung: Die Proceedings über die Vorträge der Gesellschaftsmitglieder aus dem Jahr 1836 erschienen natürlich erst 1837. Dennoch steht auf dem Journal das Jahr 1836 und lange Jahre wurde das Jahr der Benennung des Bongo daher auch als 1836 angegeben. Da aber das Jahr, in dem der Name faktisch zuerst gedruckt wurde ausschlaggebend ist, ist es inzwischen Konsens die Jahreszahl 1837 als Jahr der Benennung anzugeben.

 

Ogilby bezieht sich in seinem Vortrag auf zwei Hornpaare, eines lediglich mit etwas Kopfhaut verbunden, eines mit dem gesamten Schädel, die er in der Sammlung der Zoological Society gefunden hat und die offenkundig zu einer bisher unbekannten Art gehörten. Die Hörner liefen an der Basis erst auseinander, um dann in einer geschwungenen Biegung wieder aufeinander zuzulaufen. Die Form jedes Horns erinnerte etwa an eine Leier, deren Kanten eine weite Spirale bilden. Ogilby erklärte, man wisse bedauerlicherweise nicht mehr, woher genau die Hörner stammten, doch hielt er Westafrika für am wahrscheinlichsten. Er nannte die neue Art Antelope eurycerus. Erst 1850 wurde sie von einem anderen Forscher korrekt der Gattung Tragelaphus zugeordnet. Zu dem Zeitpunkt firmierte die Art noch als „Breithorn-Antilope“. Erst 1861 taucht in Europa zum ersten Mal der Name Bongo für dieses Tier auf, der aus der Sprache der Kele in Gabun stammt. 

 

Bild 2: Dieser Bongo im Zoo von Nashville (Tennessee/USA) zeigt sehr schön die typische Zeichnung dieser Tiere und die Hörner. Quelle: Wikipedia/Joanne Merriam

 

Gestreift und gehörnt. Schauen wir uns das Erscheinungsbild des Bongos näher an. Bongos sind relativ große und kräftige Antilopen – kein Wunder, sind sie ja eigentlich näher mit den Rindern verwandt. Die Beine sind schlanker als bei einem Rind, aber immer noch recht kräftig und nicht so lang und zierlich wie bei in der Savanne lebenden Antilopen. Sie enden jeweils in einem Paar Hufe, gebildet vom dritten und vierten Zeh. Der Körper wirkt wesentlich massiger, eher schon wie bei einem schlanken Rind. Der nur mäßig langgestreckte Kopf sitzt auf einem eher kurzen Hals. Der Kopf besitzt große bewegliche Ohren und trägt die beiden leierförmigen Hörner. Der Schwanz endet in einer deutlichen Quaste. Über den Rücken verläuft eine niedrige Mähne, ansonsten ist das Fell kurz.

 

Wie gesagt, Bongos sind groß. Dabei sind die Männchen leicht größer als die Weibchen, vor allem aber kräftiger gebaut. Die Weibchen wiegen meist nur 150 bis 200 kg, seltener sind Gewichte, wobei das schwerste je gewogene Weibchen 235 kg auf die Waage brachte. Das mächtigste Bongo-Männchen soll rund 400 kg gewogen haben; normalerweise wiegen sie knapp unter 300 kg. Die Schulterhöhe der Tiere beträgt maximal 1,3 m. Die Gesamtlänge erwachsener Bongos erreicht zwischen 2,15 und 3,15 m, wovon 45 bis 65 cm auf den Schwanz entfallen. Anders als bei vielen anderen Rinderartigen tragen beide Geschlechter Hörner, wobei die Hörner der Weibchen schlanker und etwas kürzer sind und ihre Hornenden enger zusammenstehen. Die Hornlänge kann bei Männchen bis zu einem Meter erreichen. Die Hörner sind im Kern knöcherne Auswüchse, die innen hohl mit schwammigem Gewebe sind und außen von einer Scheide aus Keratin überzogen sind.

 

Die Fellfärbung ist auch bei beiden Geschlechtern sehr ähnlich, allerdings sind die Farben beim Männchen deutlich kräftiger. Und prinzipiell wird die Grundfärbung im Alter dunkler. Die Grundfärbung des Felles selbst ist rotbraun bis kastanienbraun, wobei die Bauchseite dunkler ist als die Oberseite. Es heißt, dass die Pigmente leicht abfärben und angeblich sollen bei Regen von den Tieren herabfallende Wassertropfen rötlich gefärbt sein (ich möchte aber darauf hinweisen, dass diese Berichte eher anekdotischen Charakter haben). Im Gesicht, an den Ohren und an den Beinen haben die Tiere auffällige schwarze und weiße Markierungen. Besonders auffällig sind jedoch die 10 bis 16 senkrechten weißen Streifen auf dem Körper, die von der Mähne bis knapp vor den Bauch ziehen. Die Zahl der Streifen ist häufig nicht einmal auf beiden Körperhälften eines Bongos gleich und entsprechend ist das Muster individuell.

 

Bild 3: Dieser männliche Bongo – ein Exemplar der kenianischen Unterart – lebt im Zoo von Louisville in Kentucky (USA). Das Tier frisst gerade Gras – in freier Wildbahn eher selten, Bongos sind ausgewiesene Blätterfresser. Quelle: Wikipedia.

 

Nahrungsverwertung. Als Vertreter der Wiederkäuer und noch spezieller der Rinderartigen hat der Bongo auch hoch spezialisierte Organe zur Nahrungsverwertung – angefangen bei den Zähnen, fortgesetzt beim Magen-Darm-Trakt. Mit einer kurzen Erläuterung dieser Merkmale werden wir hier die reine Beschreibung der körperlichen Merkmale des Tieres abschließen.

 

Die Bezahnung ist wie bei allen Rinderartigen sehr spezialisiert. Der Oberkiefer besitzt keine Schneide-und Eckzähne mehr. Der vordere Bereich bildet eine plattenartige Fläche, die beim lebenden Tier von einem festen Bindegewebe überzogen ist. Im hinteren Bereich des Oberkiefers sitzen auf jeder Seite 3 Vorbackenzähne (Prämolaren) und 3 Backenzähne (Molaren). Im Unterkiefer dagegen sitzen in jedem Ast drei Schneidezähne und ein Eckzahn dicht beieinander. Sie sehen alle sehr ähnlich aus – gestreckt spatelförmig mit scharfer Schneidekante – und sind nach vorne und leicht nach oben ausgerichtet. Diese Zähne arbeiten mit ihrer Schneidekante gegen die Fläche im vorderen Oberkiefer als Wiederlage und dienen dem Abbeißen von Nahrungsstücken, die auch mit Hilfe einer langen muskulösen Zunge gepackt werden. Durch eine deutliche Lücke von diesen Zähnen getrennt sitzen weiter hinten wieder in jeder Kieferhälfte 3 Prämolaren und 3 Molaren, wie im Oberkiefer. Die Prämolaren ähneln stark den eigentlichen Molaren, sind lediglich etwas kleiner. Die Zähne weisen hohe Kronen auf, die dazu beitragen, dass die Bezahnung auch bei sehr abrasiver Nahrung lange hält. Die Kauflächen sind stark spezialisiert, typisch für Wiederkäuer allgemein und Rinderartige im Besonderen. Aus den Höckern, die man von weniger spezialisierten Säugetieren kennt, sind bei den Zähnen der Rinderartigen Grate geworden: Eher längsgerichtete Grate entlang der Wangenseite der Zähne und halbmondförmige Grate an der Zungenseite. Der Schmelz ganz oben auf den Graten wird durch die Abrasion beim Kauen abgetragen, wodurch das darunterliegende weichere Dentin freigelegt wird. Dadurch entstehen im Grunde genommen Doppelgrate aus den Kanten des harten Zahnschmelzes, die das weichere und dadurch eingetiefte Dentin einrahmen. Die Grate der oberen und der unteren Zähne greifen beim Kauen wie Scheren ineinander. Solche Zähne nennt man selenodont und sie sind sehr gut geeignete Werkzeuge, um auch widerstandsfähige Pflanzenteile zu zerkleinern. Durch die jeweils sechs derart ausgebildeten Zähne in jedem Kieferast wird im Grunde genommen eine ganze Scherkantenbatterie gebildet (ein Ausdruck, der 2011 von der Bio-und Paläontologin Ulrike Anders in ihrer Doktorarbeit benutzt wurde und den ich sehr treffend finde).

 

Doch das Gebiss ist nicht die einzige Spezialisierung des Bongos – als Wiederkäuer besitzt er weitere Spezialisierungen im weiteren Verdauungstrakt. Und zwar haben sich aus Teilen der hinteren Speiseröhre neue Organe entwickelt, die dem eigentlichen Magen – der hier nun Labmagen (Abomasus) heißt – als Vormägen vorgeschaltet sind. Von vorne nach hinten (im ausgestreckten Verdauungstrakt, die Lage im Körper ist häufig eine andere) handelt es sich um den Pansen (Rumen), den Netzmagen (Retikulum) und den Blättermagen (Omasus). Der Panzen wiederum besitzt seinen eigenen kleinen Vorhof, den Schleudermagen, und ist auch ansonsten in mehrere Teilkammern untergliedert. Diese sind mit einer Schleimhaut mit zahlreichen Zotten ausgekleidet, außerdem wird der Pansen von zahlreichen Mikroorganismen bewohnt. Der Pansen ist der größte dieser Vormägen. Er wird gefolgt vom Netzmagen, dessen innere Oberfläche von zahlreichen Schleimhautfalten in wabenartige Abschnitte unterteilt wird. Der Netzmagen liegt in der Körperhöhle häufig vor dem Pansen und wird ebenfalls von Mikroorganismen bewohnt. Der Blättermagen wiederum liegt als großer Ballon im rechten Bereich der Bauchhöhle. Seinen Namen hat er von zahlreichen Schleimhautfalten, die wie Buchblätter in das Innere des Organs ragen. Ihre Oberfläche ist mit verhornten Papillen überzogen. 

 

Bild 4: Ein weiblicher Bongo frisst an einem niedrigen Baum. Quelle: arkive.org/ Terry Whittaker/ flpa-images.co.uk 

 

Die Verdauungsprozedur ist wesentlich komplexer als bei anderen Säugetieren. Im Schleudermagen und im eigentlichen Pansen werden die zerkauten Nahrungsbestandteile durch Kontraktionen zunächst gut mit den dort lebenden Bakterien und sonstigen Einzellern vermischt. Immer wieder wandert sie auch weiter in den Netzmagen, wo genügend zerkleinerte und von den Mikroorganismen aufgespaltene Nahrungsbestandteile weitergeleitet werden, während noch ungenügend vorbehandelte Nahrungsteile wieder nach vorne in den Pansen wandern. Die dort befindliche Nahrung fermentiert förmlich. Bei diesem Prozess schließen die Bakterien die Verbindungen in der Nahrung auf, die der Bongo (oder jeder sonstige Wiederkäuer) nicht durch eigene Enzyme aufschließen kann – zum Beispiel Zellulose. Dadurch werden zusätzliche Nährstoffe für die Tiere zugänglich, allerdings wird dabei auch reichlich Gas frei, Kohlendioxid und Methan. Beides wird durch Rülpsen wieder abgegeben. Außerdem werden kleinere Nahrungsportionen aus Pansen und Netzmagen immer wieder nach vorne ins Maul befördert, um dort noch einmal zerkaut zu werden – daher der Name der Wiederkäuer. Nahrungsbrei, der schließlich vom Netzmagen in den Blättermagen weitergeschickt wird, wird dort zwischen den einzelnen Schleimhaut-„blättern“ zusammengedrückt, wobei die hornigen Papillen gute Dienste leisten. Dies presst das Wasser aus dem Nahrungsbrei, welches wieder absorbiert wird. Danach wandert der eingedickte Nahrungsbrei in den Labmagen weiter. Dieser arbeitet wie ein Magen bei anderen Säugetieren auch und verdaut die Nahrung mit Hilfe von Salzsäure und Enzymen weiter. Im daran anschließenden langen Darm werden die Nährstoffe dann schließlich alle in den Körperkreislauf übernommen.

Weiter unten werden wir uns mit den Fressgewohnheiten des Bongos befassen.

 

Unterarten. Nun kennen wir Erscheinungsbild und Körperbau des Bongos also schon besser. Wie bereits erwähnt, zeigt die Fellfärbung, vor allem in der genauen Ausprägung der weißen und schwarzen Markierungen und der weißen Streifen, deutliche Variationen, die zum Teil individuell sind. Im Laufe der Zeit wurde verschiedentlich versucht, aufgrund solcher Variationen auch Unterarten zu identifizieren. Angesichts der Tatsache, dass einzelne Bongo-Populationen offensichtlich isoliert von den anderen Populationen sind, ist der Gedanke an verschiedene Unterarten ja durchaus naheliegend.

 

Momentan sind zwei Unterarten tatsächlich anerkannt: Die Nominatform Tragelaphus eurycerus eurycerus, der die Populationen in West-und Zentralafrika zugerechnet werden, und der Kenia-Bongo (Tragelaphus eurycerus isaaci), der nur mit einer kleinen verstreuten Population in den zentralen Hochländern Kenias lebt. Ursprünglich war der Kenia-Bongo wohl weiter verbreitet, aber inzwischen kann man seine Vorkommen wohl nur noch als Relikte bezeichnen. Er bewohnt im Gegensatz zu der Nominatform, die vor allem in den Flachlandwäldern der zentralafrikanischen Flussbecken und der westafrikanischen Küstenebene lebt, eher die Wälder auf den Hochplateaus und an den Berghängen. Angeblich soll der Kenia-Bongo auch weniger Streifen haben, aber gerade von einem in Kenia geschossenen Exemplar ist die größte Anzahl von Streifen bekannt. Aber immerhin scheint sicher zu sein, dass Kenia-Bongos im Schnitt etwas größer und schwerer als andere Bongos werden.

 

Bild 5: Bongos sind scheue Tiere. Selten erwischt man sie als Mensch einmal dabei, wie sie an einer Wasserstelle oder einem „Lick“ sich ins Freie wagen. So zum Beispiel diese kleine Gruppe, bestehend aus zwei relativ ausgewachsenen Tieren, einem halbwüchsigen Exemplar und einem Kalb. Bongos profitieren an den „Licks“ häufig davon, dass Elefanten diese Stellen vegetationsfrei und damit offen halten. Quelle: arkive.org/Martin Harvey/photoshot.com 

 

 

Bei der relativ großräumigen und auch nochmal teilweise unterteilten Verbreitung der Bongos in Zentral-und Westafrika kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass einige Teilpopulationen dort nicht auch eigene Unterarten repräsentieren. Wenigstens zwei wurden jedenfalls beschrieben: Tragelaphus eurycerus albovirgatus wurde 1861 sogar als eigene Art beschrieben, auf der Grundlage einer von Jägern gesammelten Haut eines halbwüchsigen Tieres, die aus einer Region in Gabun stammen soll, in der zumindest heute keine Bongos mehr vorkommen. Abgesehen von Diskussionen darum, ob die geographische Zuordnung der Haut korrekt ist, darf man in der Tat die Frage stellen, ob die vermeintlichen Unterschiede zur Nominatform hier nicht auch nur der Tatsache geschuldet sind, dass es sich lediglich um die Haut eines nicht ausgewachsenen Exemplars handelte. Entsprechend ist diese Unterart bis heute nicht anerkannt.

 

Ähnliches gilt für Tragelaphus eurycerus katanganus, 1927 beschrieben, wird bisher nicht als unterschiedlich genug anerkannt, zumal auch diese vermeintliche Unterart nur auf einem Exemplar beruht. Lord Rothschild beschrieb sie damals aufgrund folgender Unterschiede: Die Hörner seien kürzer und dicker, der Kopf insgesamt kürzer, die bei anderen Bongos schwarzen Partien im Gesicht seien auch rotbraun und das weiße Querband im Gesichtsbereich sei schmaler. Als Herkunftsregion gibt Rothschild die Katanga-Provinz im südlichen Belgisch-Kongo an (heute Demokratische Republik Kongo). Das Problem hier: In dieser Region existiert der übliche Lebensraum des Bongos nicht und es wurden bis heute von dort auch nie Bongos gemeldet. Rothschilds Ortsangabe ist vermutlich falsch und das macht eine korrekte Einschätzung, ob es eine eigene Unterart ist, schwierig. Dass die von Rothschild beobachteten Unterschiede auf lediglich individuelle Variation zurückgehen ist immerhin möglich. Ein Jahr später beschrieb Rothschild eine weitere bis heute nicht anerkannte Unterart, Tragelaphus eurycerus cooperi.

 

Auch wenn keine dieser möglichen weiteren Unterarten anerkannt ist, wird hier immerhin die Möglichkeit aufgezeigt, dass sich noch nicht sicher erkannte Unterarten des Bongos in den Wäldern Zentralafrikas verbergen könnten. Hier wäre eigentlich eine umfassende taxonomische Revision nötig, auch unter Zuhilfenahme moderner Genanalysen – diese könnten dabei helfen, die Bedeutung äußerer Unterschiede als Variationen zwischen Individuen oder zwischen Unterarten besser einschätzen zu können.

 

Dzanga Nationalpark

Bild 6: Die Lage des Dzanga-Nationalparks, in dem viele Untersuchungen zum Verhalten des Bongos in freier Wildbahn durchgeführt wurden. Quelle: Turkalo & Klaus-Hügi 1999. 

 

 

Leben im Wald. Der Bongo lebt, wie schon erwähnt, überwiegend in Wäldern mit viel Unterholz. Außerdem sollten diese Wälder immer wieder mit Lichtungen und Schneisen durchsetzt sein, die frischer niedrigwachsender Vegetation Raum geben. Im Spiel von Licht und viel Schatten in diesen Wäldern ist der Bongo mit seiner Färbung und Musterung oft gar nicht so leicht zu entdecken. Die hellen und dunklen Markierungen an Kopf und Beinen lösen die Konturen auf und auch die hellen Streifen des Körpers tragen sicher ihren Teil bei. Allerdings gibt es Hinweise, dass diese Streifen nicht ausschließlich der Tarnung vor größeren Raubtieren dienen: Eine 2015 eingereichte und 2016 veröffentlichte experimentelle Studie legt nahe, dass stechende Fliegen aus der Familie der Bremsen (Tabanidae) ähnlich gestreifte Flächen weniger oft anfliegen als rein dunkle Flächen. So könnte die Streifung – ähnlich wie es auch schon für Zebras vermutet wurde – tatsächlich auch dazu dienen, die Belästigung durch solche stechenden Insekten zu reduzieren. Was immerhin nicht nur eine Frage des Komforts des Bongos ist, sondern auch das Risiko einer Infektion mit beim Stich übertragbaren Krankheiten senkt (allerdings nicht gänzlich ausschaltet).

 

In den feucht-tropischen Breiten, die der Bongo größtenteils bewohnt, sorgen vor allem andere große Säuger, vor allem Elefanten, aber auch lokale Katastrophen wie Überschwemmungen und Waldbrände, für die Schneisen und Lichtungen, die für den Bongo ein bevorzugter Weidegrund inmitten des Waldes sind. In der modernen Zeit können auch Rodungen des Menschen dafür herhalten. Allerdings sind die Tiere immer darauf bedacht, sich jederzeit in den Wald zurückziehen zu können. Vor allem die meist einzeln lebenden Männchen sind extrem unauffällig. Die Weibchen leben häufig mit halbwüchsigen Tieren und ihren noch nicht entwöhnten Jungtieren in kleineren Gruppen bis etwa 20 Tiere (nur sehr selten wurden noch größere Gruppen beobachtet). Seltener werden diese Gruppen auch von ausgewachsenen Männchen begleitet. Man hat beobachtet, dass die Gruppengrößen auch stark schwanken, die Gruppen können sich in Untergruppen unterteilen oder diese sich wieder zusammenfinden. In Zentralafrika sind die Gruppen anscheinend im Schnitt größer als bei Bongos im Südsudan oder gar den Kenia-Bongos (diese bilden anscheinend eher kleinere Trupps bis maximal 8 Tiere). Sowohl die einzelnen Männchen wie auch diese Gruppen halten sich meistens innerhalb eines halbwegs mit Duftmarken abgegrenzten Territoriums auf. Im Dzanga-Nationalpark in der Zentralafrikanischen Repulik zum Beispiel konnte entsprechendes Verhalten beobachtet werden. Eine kleinere Gruppe bewegte sich etwa in einem Territorium von 19 km², eine größere nahm ein Territorium von 49 km² ein. Die Größe des Territoriums hing aber auch mit dem Nahrungsangebot und der Verfügbarkeit von Wasserstellen zusammen. Und noch ein Punkt spielte offenbar eine Rolle: Leckplätze (im Englischen einfach „licks“ genannt). So werden Plätze bezeichnet, an denen das Erdreich zutage tritt, etwa an Böschungen oder Abbruchkanten.  Dort lecken viele Tiere, eben auch Bongos, das lehmige Erdreich auf. Diese Verhalten mag extrem eigentümlich erscheinen, ist aber wichtig: Auf diese Weise kommen die Bongos an wichtige Mineralstoffe für ihren Körper, die ihnen sonst fehlen würden. Daher sind diese „Licks“ sehr wichtig für die Tiere. Außerdem sind diese Stellen oft Orte der sozialen Kontakte, wenn hier zum Beispiel Weibchen und Männchen aufeinandertreffen. Im Dzanga-Nationalpark etwa sind Bongos neben den Elefanten die häufigsten Besucher solcher „Licks“, die stark im Zentrum der Aktivitäten der Bongo-Gruppen liegen. Einige Forscher nehmen sogar an, dass der Zugang zu „Licks“ für die Bongos ein Faktor ist, der ihre Verbreitung in bestimmten Gebieten und die Größe der kleinen Bongo-Herden direkt beeinflusst.

 

Egal wo die Bongos sich gerade aufhalten – an Wasserstellen, im Dickicht, auf Lichtungen oder an „Licks“: Sie sind stets sehr wachsam. In der Gruppe haben die verschiedenen Individuen stets ihre Umgebung zusammen im Blick. Im Südsudan, wo die Bongos die mosaikartig verteilten Waldungen zwischen den Savannenflächen bewohnen, liegt die Hauptaktivitätszeit dieser Tiere in den Abendstunden. Die Tiere sind geradezu scheu und bei Begegnungen mit Menschen eher schreckhaft. Für die Freilandbeobachtungen, etwa im Dzanga-Nationalpark, nutzen Forscher häufig die „Licks“, weil dort die Tiere sicher regelmäßig erscheinen und sich aus sicheren Verstecken heraus und auch mit Kameras beobachten lassen. 

 

 

HerdengrößeBongo

Bild 7: Diese Tabelle zeigt die Größe und-struktur von Bongo-Herden, die im Dzanga-Nationalpark beobachtet wurden. Zusammengefasst unter A, B, C und D sind Einzelbeobachtungen, die wahrscheinlich von einer identischen Herde stammen. Es zeigt sich vor allem wie stabil die Gruppengröße ist, sieht man von einer gewissen Fluktuation bei der Anwesenheit von Männchen ab. Quelle: Turkalo & Klaus-Hügi 1999.

 

Nahrungswahl. Pflanzenfresser fressen in aller Regel nicht einfach drauf los. Jede Art hat ihr eigenes Nahrungsspektrum und ihre bevorzugten Weideplätze – das ist beim Bongo nicht anders. So wurde auch sein Nahrungsverhalten verschiedentlich untersucht. Erste solcher Untersuchungen gehen bis vor den 1. Weltkrieg zurück, die meisten wurden jedoch nur beim Kenia-Bongo vorgenommen. Dort stellte man fest, dass die Bongos besonders gerne Bambusblätter und die Blätter des Akanthusgewächses Mimulopsis solmsii fressen. Letztere ist eine krautige bis strauchartige Pflanze mit weißlich-blauen Blüten, die vor allem im Schatten im Unterholz von Wäldern und Bambushainen wächst. Allerdings besitzt diese Pflanze auch einen eigenen Blühzyklus, an dessen Ende sie giftig ist, auch für Bongos. In der Tat sollen Bongos dadurch auch schon zu Tode gekommen sein. Was auch früh beobachtet wurde, ist das Fressen von Rinde durch Bongos. Gras fressen Kenia-Bongos anscheinend nur dort, wo Wald in Savanne übergeht, in den Mägen einiger geschossener Exemplare wurde aber immerhin bis zu 30 % Anteil an Gras gefunden.

 

Aber in den verschiedenen Regionen Afrikas gibt es auch Unterschiede in der Vegetation und es liegt nahe, dass Bongos daher auch unterschiedliches Weideverhalten zeigen. Eine 1987 erschienene Studie erbrachte zum Beispiel nähere Erkenntnisse zum Weiderverhalten der Bongos im westlichen Südsudan. 116 verschiedene Pflanzenarten wurden ermittelt, von denen die dortigen Bongos fressen. Dazu wurden Einheimische befragt, den Fährten von Bongos gefolgt und auch der Inhalt des Pansens bei von Jägern erlegten Exemplaren untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine größere Bandbreite an Pflanzen, die abgeweidet werden, als in Kenia, auch konnte das Fressen von Rinde nicht nachgewiesen werden. Es gibt aber auch Parallelen: Auch im Südsudan bevorzugen Bongos Blätter von ihren Futterpflanzen. Es handelt sich überwiegend um Pflanzen, die an Waldrändern oder tiefer im Wald wachsen. Wo sich einzelne Bongos mal ins offenere Grasland wagten, nahmen sie natürlich auch etwas Gras zu sich. Die meisten geschossenen Bongos wurden unweit der Waldränder in offenem Gelände erlegt, meist waren es Männchen – insofern verwundert es nicht, dass sich in ihrem Pansen bis zu 20 % Grasanteil nachweisen ließ. Anscheinend wagen sich Bongos häufig nach Buschfeuern ins Grasland vor, wenn auch dort in der Asche krautige Pflanzen ihre kurze Blütezeit haben. Allgemein schienen Bongos nur Pflanzen bis in etwa einen Meter Höhe abzuweiden. Wissenschaftler fassen dieses Weideschema als „Low-Browser“ zusammen (auch wenn man den Bongo aufgrund seiner offensichtlichen Fähigkeit auch größere Mengen Gras auf seinen Speiseplan aufzunehmen auch als „Mix-feeder“ bezeichnen könnte).

 

Andere vereinzelte Untersuchungen im Laufe der letzten 100 Jahren brachten spärlichere Erkenntnisse, die sich damit aber in großen Teilen deckten. Von Bongos im Kongobecken wurde wiederholt berichtet, dass sie vor allem Blätter niedriger Vegetation abweideten. 1961 wurde von dort auch berichtet, dass die Tiere mit ihren Hörnern Wurzeln freilegten und fraßen.  Aus Westafrika – etwa Ghana und der Elfenbeinküste – wurde das Abweiden von Blättern und Ästen niedriger Bäume und Sträucher sowie von Farnen und anderen krautigen Pflanzen berichtet. Auch sollen Bongos öfters auf Plantagen die Blätter von Süßkartoffeln oder sowohl dort als auch im an Früchten gefressen haben.

 

In den 1990ern ergänzte eine weitere Studie dieses bekannte Spektrum um Erkenntnisse aus dem Dzanga-Nationalpark in der Zentralafrikanischen Republik. Auch dort fressen Bongos überwiegend junge Blätter von Krautpflanzen, Sträuchern und niedrigen Bäumen. Es wird vermutet, dass diese Blätter am meisten Protein liefern und dabei am wenigsten harte, schwer verdauliche Fasern aufweisen. Interessanterweise zeigte sich hier, dass Bongos durchaus auch sehr selektiv sein können bei der Auswahl der Futterpflanzen: Entlang von Bongo-Pfaden im Dickicht wurden von 100 potentiellen Futterpflanzen nur 26 in Anspruch genommen.

 

Die Sichtweise, dass Bongos als „Low Browser“ zu betrachten sind, die überwiegend junge und weiche Blätter abfressen, lässt sich auch anhand von Isotopenbiochemie nachvollziehen. Von den meisten Elementen, auch von Kohlenstoff, gibt es verschieden schwere Atomvarianten, die sogenannten Isotope. In der Umwelt kommen diese in einem bestimmten Verhältnis vor. Pflanzen haben unterschiedliche Wege Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid in der Luft zu verstoffwechseln und je nach dem Stoffwechselvorgang besitzen sie unterschiedliche Isotopenverhältnisse. Die meisten Pflanzen – darunter viele krautige Pflanzen, Bäume usw. – gehören zu den sogenannten C3-Pflanzen. Diese haben meist wenig abrasiv auf den Zahn wirkende Blätter. Einige Pflanzengruppen jedoch verwerten Kohlenstoff effektiver, indem sie eine zusätzliche Verbindung mit diesem bilden, daher werden sie C4-Pflanzen genannt. Dazu zählen zum Beispiel die meisten Gräser. C4-Pflanzen sind gegenüber trockenen und heißen Klimabedingungen widerstandsfähiger. Und ihre Blätter sind wesentlich härter und abrasiver als bei C3-Pflanzen. Chemisch können C3-und C4-Pflanzen anhand der Isotopenverhältnisse unterschieden werden. Pflanzenfresser übernehmen durch die Nahrungsaufnahme diese Isotopenverhältnisse – nachweisbar etwa im Zahnschmelz und in den Haaren. Misst man an entsprechenden Proben die Isotopenverhältnisse, kann man etwa sagen, ob ein Pflanzenfresser mehr C3-oder mehr C4-Pflanzen konsumiert. Zusätzlich geben die Abnutzungsspuren auf den Zähnen Hinweise darauf wie abrasiv die Nahrung denn nun ist. Beim Bongo nun sprechen beide Befunde ebenfalls, soweit untersucht, eine deutliche Sprache: Das Isotopenverhältnis verweist klar auf C3-Pflanzen und die Zähne auf eine nur wenig abnutzende Nahrung.

 

Bild 8: Zwei Bongo-Weibchen in Kenia rasten im Dickicht. Quelle: arkive.org/Patrick Morris/gettyimages.com 

 

Kleine Bongos. In ihren Gruppen verständigen sich Bongos meistens über Grunz-und Schnarrlaute. Daneben kommunizieren sie durchaus auch über Duftmarken und Körpersprache – was besonders auffällig ist, wenn es zur Paarung kommen soll. Zu dieser kann es nur kommen, wenn das Weibchen im sogenannten Östrus ist, also wenn der Körper hormonell bereit zur Begattung ist und den Eisprung vorbereitet oder einleitet. Bongo-Weibchen ändern in dieser Zeit durchaus ihr Verhalten. Sie lassen die Nähe eines Männchens dann eher zu oder nähern sich einem Bullen sogar an, wenn dieser sich seinerseits nähert. Die Männchen ihrerseits finden die paarungsbereiten Weibchen tatsächlich über den Geruchssinn im Dickicht. Mit vorgerecktem Kopf folgen sie dann der Duftspur. Die ersten direkten Kontakte – riechen oder lecken im Genitalbereich, anstoßen des Weibchens an der Flanke – dienen vor allem dem Austesten der Reaktion. Wenn das Weibchen offenkundig Kontakt zulässt, kann das Männchen von hinten zur Begattung aufsteigen.

 

Das meiste was wir über das Fortpflanzungsverhalten des Bongos wissen, wissen wir von Tieren, die in Gefangenschaft gehalten wurden. Nur wenig wurde im Freiland beobachtet, was auch dem scheuen Verhalten der Bongos in freier Wildbahn geschuldet ist. So weiß man zum Beispiel wenig über bestimmte Paarungszeiten. Im Dzanga-Nationalpark in der Zentralafrikanischen Republik zum Beispiel gibt es eine deutliche Saisonalität zwischen Regen-und Trockenzeiten. So gibt es eine sehr markante Trockenperiode etwa von Dezember bis Februar, der normalerweise eine sehr regenreiche Saison von September bis November vorgeschaltet ist. In diesen Zeiten scheint es zumindest zu den meisten Paarungen zu kommen, jedenfalls wurden dann am häufigsten Männchen bei den umherziehenden kleinen Bongo-Herden gesehen. Gerade in der Trockenzeit waren aber die Herden eh am größten, vermutlich, weil das Nahrungsangebot schrumpft und die Tiere sich dann zwangsläufig an guten Weidegründen sammelten.  In jedem Fall sind die meisten Kälber bei den Herden in der Jahresmitte zu beobachten. Andererseits kommen Bongo-Weibchen zumindest in Gefangenschaft etwa alle drei Woche in den Östrus, der dann etwa drei Tage andauert. Eventuell verhält es sich in den Gebieten des Verbreitungsgebietes, in denen das feucht-tropische Klima weniger saisonale Schwankungen aufweist, ähnlich – dann würde es keine bevorzugte Paarungszeit geben.

 

Die Tragzeit ist nur von Tieren aus der Gefangenschaft bekannt. Danach sind die Weibchen etwa 282 bis 291 Tage lang schwanger. In aller Regel werfen sie nur ein Kalb, obwohl es vereinzelte Fälle gibt, denen Zwillinge oder Drillinge geboren wurden. Es gibt Berichte, dass die Bongo-Weibchen in freier Wildbahn bestimmte sichere Plätze im Dickicht aufsuchen, um die Kälber zur Welt zu bringen. Die Kälber wiegen bei der Geburt zwischen 17 und 27 kg, wobei die schwereren Kälber meistens die Männchen sind. Die Schulterhöhe beträgt bis etwa 70 cm bei der Geburt, bei kaum einem Meter Kopf-Rumpf-Länge – im späteren Wachstum strecken sich Hals und Rumpf noch. Und das Wachstum geht schnell, wie es typisch ist für wilde Rinderartige. Auch sind die Kälber vom ersten Tag an in der Lage der Mutter und bald auch der kleinen Herde zu folgen. Nach drei bis vier Monaten stoßen auch die Hörner der Kälber durch. Die Färbung der Kälber ähnelt der der Erwachsenen, nur die Grundfärbung ist blasser.

 

Die Kälber werden wenigstens sechs Monate, wahrscheinlich bis zu neun Monate lang mittels der vier Zitzen, welche die Weibchen an der Bauchunterseite besitzen, gesäugt. Über die gesamte Stillzeit hinweg bleiben die Nährwerte und die Zusammensetzung der Milch eines Bongo-Weibchens bemerkenswert konstant, wie eine Untersuchung aus dem Jahre 2014 ergab. Außerdem wird ein bemerkenswert hoher Anteil des Energie-Gehalts der Milch – rund 33 % - über Proteine gedeckt.

 

Bild 9: Ein Bongo-Kalb im Zoo von Louisville. Quelle: Wikipedia. 

 

Geschlechtsreif werden Bongos schließlich nach etwa 20 Monaten. Die Weibchen können dann auch bereits sehr früh ihr erstes Kalb werfen. Zugleich können auch sehr alte Weibchen noch Junge bekommen. Wobei Bongos nicht wirklich sehr alt werden. In freier Wildbahn fallen viele Jungtiere sicherlich Leoparden zum Opfer. Selbst in Gefangenschaft werden nur wenige Bongos älter als 15 Jahre. Bongo-Bullen leben anscheinend kürzer als die Weibchen, zumindest hält den bisher bekannten Altersrekord mit deutlichem Abstand eine Bongo-Kuh, die 21 Jahre alt wurde.

 

Diese Daten sprechen für eine schnelle Reproduktionsrate auf niedrigem Niveau bei Bongo: Die Tiere können zwar früh werfen und ziehen die Jungen schnell groß, aber sie bekommen immer nur wenige Kälber pro Wurf (normalerweise eben nur eines), die dann auch noch vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind. Umsichtige Fürsorge für das Kalb im Schutze von Dickicht und Herde geben für die Überlebensrate dann schließlich den Ausschlag.

 

Bild 10: Bongos bei der Paarung. Quelle: arkive.org/Stan Osolinski/gettyimages.com

 

Bedrohung. Dem Bongo geht es wie vielen größeren Säugetieren in Afrika: Sein Verhältnis zum Menschen ist mindestens angespannt. Im Allgemeinen meidet der Bongo zwar die Nähe von Menschen, entsprechend seiner angeborenen Scheu. Aber umgekehrt ist das nicht zwingend der Fall. Schon seit dem 19. Jahrhundert schießen Trophäenjäger vor allem die Männchen. Dies stellt in einigen Regionen sicherlich auch heute noch ein Problem dar. In anderen Regionen werden die Bongos von Wilderern geschossen, um dann verspeist zu werden. Das Verbreitungsgebiet des Bongos erstreckt sich nämlich über viele Regionen, in denen Bürgerkriege tobten oder immer noch toben und bewaffnete Milizen in den Wäldern aktiv sind. Diese Milizen ernähren sich zu einem nicht unerheblichen Teil eben auch über die Jagd von so ziemlich allem, was essbar ist. Dieser Bejagungsdruck ist für Bongos noch dazu relativ neu: In früheren Zeiten war unter den Einheimischen im Verbreitungsgebiet des Bongos der Glaube weit verbreitet, man würde vom Verzehr des Bongo-Fleisches so etwas wie epileptische Anfälle bekommen. Heute gibt es diesen Aberglauben aber nur noch selten, zum Leidwesen des Bongos. Inzwischen ein vielleicht noch größeres Gefahrenpotential hat die um sich greifende Lebensraumzerstörung erreicht. Der Lebensraum des Bongos – die tropischem Wälder mit dichtem Unterholz – werden immer mehr gerodet, zerstückelt, zurückgedrängt. Daran ist nicht nur das Bevölkerungswachstum schuld, sondern auch der Zugriff der Menschen auf die Bodenschätze, die buchstäblich unter dem Dschungel liegen.

 

So stehen beide Unterarten des Bongo auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources). Die Nominatform Tragelaphus eurycerus eurycerus, auch als Flachland-Bongo bekannt, wird als gering gefährdet eingestuft. Die beste Schätzung zum Bestand dieser Unterart ist aber noch aus dem Jahre 1999. Damals soll es etwa 28000 Tiere dieser Unterart gegeben haben, die meisten davon lebten schon damals in Nationalparks in der Zentralafrikanischen Republik, im Kongobecken, in Kamerun, Ghana und der Elfenbeinküste. Vor allem in den westafrikanischen Staaten ist das Vorkommen der Bongos demnach stark fragmentiert. Deshalb wird auch davon ausgegangen, dass die Bestände des Bongos in West-und Zentralafrika rückläufig sind. Es gab zwar Versuche, den Schutz dadurch zu stärken, dass man für Jagdtouristen feste Quoten von Bongos in den Nationalparks zum Abschuss freigab – eine begrenzte Zahl darf geschossen werden als Trophäe, im Gegenzug wird die Art als Ganzes erhalten, damit das auch künftig möglich ist. Doch wie gut solche Konzepte funktionieren, wenn bewaffnete Konflikte um sich greifen, wie etwa in der Zentralafrikanischen Republik, bleibt fraglich.

 

Noch viel schlimmer ist jedoch die Situation beim Kenia-oder Berg-Bongo. Von ihm gibt es nur noch sehr isolierte Populationen in einzelnen Bergwäldern in Kenia. Umweltzerstörung, Bejagung und Epidemien mit der eingeschleppten Rinderpest haben den Kenia-Bongo weiträumig ausgerottet und in diese Refugien zurückgedrängt. 2007 wurde geschätzt, dass in den Aberdare Mountains noch 50 bis 100 Bongos lebten, am Mount Kenya noch 6 bis 12, im Mau-Forest noch 6 bis 12, im Eburu-Forest ebenfalls noch 6 bis 12 Bongos. Entsprechend wird der Kenia-Bongo als vom Aussterben bedroht betrachtet. 

 

DistributionKeniaBongo

Bild 11: Die Lage der Bergwälder, in denen der Kenia-oder Bergbongo heute noch mit einer kleinen isolierten Population lebt. Quelle: Faria et al. 2011. 

 

Erhaltungsmaßnahmen. Für den Kenia-Bongo wurden umfangreiche Arterhaltungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Sie umfassten in der Vergangenheit auch eine Reihe von Studien, deren Ziel es war, die Zielsetzungen und die Struktur der praktischen Maßnahmen zu verbessern. Dadurch ist der Kenia-Bongo die womöglich am besten untersuchte Teilpopulation des Bongos überhaupt.

 

Ein wichtiges Standbein für die Erhaltungsmaßnahmen ist die Nachzucht des Bongos in Zoos. Die meisten der in Zoos gehaltenen Bongos sind Kenia-Bongos. Mussten die Zoos über Jahrzehnte hinweg ihren Bongo-Bestand durch Wildfänge auffrischen, so ist seit den 1990ern die Nachzucht in Gefangenschaft eigentlich so erfolgreich, dass man dies nicht mehr tun muss. Tatsächlich leben heute fast 500 Kenia-Bongos in zoologischen Gärten rund um die Welt. Damit ist die Population in Gefangenschaft größer als die in freier Wildbahn.

 

In freier Wildbahn wurde umfangreiche Beobachtungsprogramme gestartet: An bekannten „Licks“ wurden Kameras aufgestellt, man versuchte den scheuen Tieren an Hand ihrer Spuren durch das Dickicht zu folgen und Proben von hinterlassenem Kot zu entnehmen. Diese Proben wurden dann in verschiedenen Studien auf DNA hin untersucht. Dadurch konnte genauer festgestellt werden, in welchen Teilarealen der Kenia-Bongo tatsächlich noch vorkommt, außerdem konnten die einzelnen Individuen genetisch unterschieden und damit die Bestandsschätzungen verbessert werden. Zusammen mit Identifizierung einzelner Individuen anhand von durch aufgestellte Kameras gemachten Bildern ermöglichen solche DNA-Analysen sehr genaue Bestandseinschätzungen – daher weiß man auch, dass es keine 150 Kenia-Bongos mehr in freier Wildbahn gibt. Würden diese Zählungen allein auf Bildmaterial beruhen – wie es noch vor wenigen Jahrzehnten der Fall war -, wären sie wesentlich ungenauer, da die Identifizierung der einzelnen Individuen nur anhand der Fellzeichnung mit einer gewissen Fehlerquote behaftet ist. Zuverlässig ist sie eigentlich nur, wenn man eine perfekte unverstellte Ansicht der Flanke des Tieres erwischt. Bei den DNA-Analysen der Proben aus den kenianischen Refugien des Bongos wurde aber auch etwas anderes offenbar: Die genetische Variation innerhalb dieser Bongo-Population ist nur sehr gering. Dies stellt ein potentielles Problem dar, da es im Grunde letztlich zu einer Art Inzucht führen kann. Künftige Zuchtprogramme müssen deshalb noch verstärkter darauf abzielen für eine größere genetische Vielfalt des Kenia-Bongos zu sorgen.

 

Das ist gar nicht so einfach. Da man auch über die Bedürfnisse der Bongos in freier Wildbahn wenig weiß, ist die Haltung im Zoo an sich auch nicht immer so einfach. Erst vor wenigen Jahren wurde in einer Studie festgestellt, dass in einigen britischen Zoos zum Beispiel Pflanzen mit viel zu wenig Brennwert an die Bongos verfüttert wurden – einfach weil man zu wenig über die Ernährungsgewohnheiten der Tiere in der Wildnis wusste. Nicht jede Begattung im Zoo klappt. Manchmal wollen die Tiere auch einfach nicht. Um ein optimales Fortpflanzungsergebnis für die Bongos in Gefangenschaft zu erzielen, wurde daher beschlossen auch nachzuhelfen, wenn nötig – mit künstlicher Befruchtung. Die Technik ist im Grunde aus der kommerziellen Massentierhaltung bekannt: Man zapft den Bullen Sperma ab und befruchtet damit in vitro die Eizellen, die man dann wieder der Kuh einsetzt. Es wurde auch schon damit experimentiert, zusätzliche Eizellen zu gewinnen, indem man einer Rindereizelle den Zellkern entfernte, den Zellkern eines Bongos hinzufügte und die so gebildete Zelle dazu stimulierte eine Embryonalentwicklung zu beginnen. Dies gelang zumindest für die ersten Zellteilungsstadien.

 

Ob solche Labortechnologien den Durchbruch dabei bringen, den Kenia-Bongo zu schützen ist noch offen. Aber sie zeigen, dass nicht alles hoffnungslos ist für diese Unterart und entsprechend auch nicht für den Bongo als ganze Art. Bei allen Zuchterfolgen wird letztlich aber ein anderer Punkt für den Schutz dieser Art entscheidend sein: Ob es gelingt, den Lebensraum dieser scheuen Tiere zu erhalten.

 

Bild 12: Dieses kenianische Bongo-Weibchen ist noch jung – erkennbar an den noch nicht voll ausgeprägten Hörnern. Quelle: arkive.org/Paul R.Reillo/Rare Species Conservatory Foundation

 

 

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