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Pirats Bestiarium: Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius)

Erdbeerbaumfalter (Charaxes jasius (Linné, 1767))

 

Namensbedeutung. Ähnlich wie beim Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) wurde der Erdbeerbaumfalter von Linnaeus 1767 in seiner 12. Ausgabe seiner „Systema naturae“ beschrieben. Da damals schon seine Erhebung in den Adelsstand und damit sein Namenswechsel zu Linné rechtsgültig war, habe ich mich hier dazu entschlossen, seinen Namen entsprechend anzugeben. Gelegentlich findet sich für die Erstbeschreibung vom Erdbeerbaumfalter das Jahr 1766, was jedoch auf einem Irrtum beruht. Der erste Band der 12. Ausgabe von „Systema naturae“ wurde so umfangreich, dass er in zwei Teilbände unterteilt wurde – und die Insekten wurden im zweiten Teilband aus dem Jahre 1767 abgehandelt. Dort benannte Linné den Erdbeerbaumfalter zunächst als Papilio jason, stellte aber schon gegen Ende seiner Arbeiten fest, dass er diesen Namen bereits zuvor an einen anderen Falter vergeben hatte (der ironischerweise heute nicht mehr klar identifiziert werden kann). Daher hängte Linné umgehend eine Korrekturbemerkung an das Werk an, in dem er den Namen in Papilio jasius änderte. Papilio bedeutet schlicht auf Latein „Schmetterling“ und wurde von Linnaeus schon 1758 für die meisten Tagfalter verwendet. Wichtiger ist hier der Artname, jasius. Er bedeutet etwa „Sohn der Iaso“, womit Linné einmal mehr einen mythologischen Bezug bei der Benennung von Schmetterlingen wählte – Iaso ist die griechische Göttin der Gesundheit.

 

Wie bei vielen anderen von Linnaeus aufgestellten Gattungen wurde auch Papilio schon in den folgenden Jahrzehnten in mehrere Gattungen aufgespalten, da mit zunehmend bekannter Artenvielfalt die Unterschiede immer offenkundiger wurden. Schon 1807 benannte Fabricius die Art in Paphia jasius um, doch der neue Gattungsname war bereits anderweitig an eine Muschel vergeben. 1816 stellte der deutsche Insektenforscher (Entomologe) Ferdinand Ochsenheimer (1767-1822) im vierten Band seines Werkes „Die Schmetterlinge von Europa“ für den Erdbeerbaumfalter die neue Gattung Charaxes auf. Die Übersetzung dieses Namens ist nicht ganz zweifelsfrei. Etymologisch kommt er wohl vom griechischen Wortstamm für „Schanze“ oder „Befestigung“, in moderneren Bedeutungen kann das Wort auch für „Pflock“ oder „Zaunpfahl“ stehen. Nur was das mit einem Schmetterling zu tun hat, dafür konnte ich keine Erklärung finden. Ochsenheimer selber hat keine geliefert.

 

Synonyme. Paphia jasius, Papilio jasius, Papilio jason.

 

Verwandtschaftsbeziehungen. Animalia; Eumetazoa; Bilateria; Protostomia; Ecdysozoa; Panarthropoda; Arthropoda; Euarthropoda; Mandibulata; Pancrustacea; Hexapoda; Insecta; Dicondylia; Pterygota; Metapterygota; Neoptera; Eumetabola; Holometabola; Panorpida; Amphiesmenoptera; Lepidoptera; Glossata; Coelolepida; Heteroneura; Eulepidoptera; Ditrysia; Apoditrysia; Obtectomera; Papilionoidea; Nymphalidae; Charaxinae; Charaxini; Charaxes.

 

Der Erdbeerbaumfalter ist der erste Vertreter der Schmetterlinge, der hier vorgestellt wird. Die Schmetterlinge (Lepidoptera) bilden nach den Käfern die zweitgrößte Gruppe der Insekten und gehören wie diese zu den Holometabola, also zu den Insekten mit einem vollkommenen Puppenstadium zwischen den sehr unterschiedlichen Larven und Imagines. Allerdings stehen die Schmetterlinge im Stammbaum den Zweiflüglern (Diptera), also Fliegen und Mücken, näher – beide gehören zur Linie der Panorpida. Die Schmetterlinge selber sind eine gut definierte Gruppe, ohne Zweifel an ihrer Monophylie. Die größere Baustelle sind ihre inneren Verwandtschaftsverhältnisse. Frühere, geradezu klassische Einteilungen in Nacht-und Tagfalter oder in Klein-und Großschmetterlinge sind inzwischen längst ad acta gelegt. Die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse sind definitiv komplexer. Die meisten heutigen Schmetterlinge können ganz gut als Glossata zusammengefasst werden, ihnen allen ist eine Umgestaltung der Mundwerkzeuge zu einem Rüssel gemeinsam. Danach jedoch wird es ungewiss, bislang gibt es trotz vieler Fortschritte durch molekulargenetische Untersuchungen keine abschließende Theorie zum Stammbaum der Schmetterlinge. Hier folge ich einer 2013 veröffentlichten Analyse. Die Papilionoidea könnte man im Grunde als Tagfalter bezeichnen, jedenfalls gehören zu ihr die klassischen großen tagaktiven Schmetterlinge, wie eben auch die Edelfalter (Nymphalidae). Sie sind aber eng verbunden mit anderen nachtaktiven und zum Teil kleinen mottenartigen Schmetterlingsgruppen. Nach der Studie von 2013 sind die Papilionoidea die direkte Schwestergruppe der Federmotten (Pterophoridae), was angesichts der großen oberflächlichen Unterschiede durchaus als kleine Überraschung gelten kann.

 

Auch die Systematik innerhalb der Edelfalter (Nymphalidae) ist eine noch nicht fertige Baustelle. Gerade auch die Unterfamilie der Charaxinae bildet ein sehr komplexes Sortiment zahlreicher Arten und Unterarten, deren Beziehungen untereinander nicht immer ausreichend geklärt sind. Auch der Erdbeerbaumfalter hat da einiges an Diskussionsstoff zu bieten, wie wir weiter unten noch näher sehen werden.

 

Verbreitung. Die korrekte Darstellung des Verbreitungsgebietes des Erdbeerbaumfalters ist komplizierter als sie zunächst erscheinen mag. Klassischerweise geht man von einer Verbreitung der Art aus, die sich von Südeuropa bis ins nördliche Südafrika zieht. Die nördlichsten Populationen leben danach im südwestlichen Portugal, in Spanien außer entlang der gesamten Süd-und Ostküste bei Huelva, Malaga, Salamanca und Madrid (vermutlich Reste einer einstmals zusammenhängenden Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel), in Frankreich in der Provence und den Departements Aveyron, Lozère und Ardèche am Südrand des Zentralmassivs, in Italien bis auf Höhe der Toskana und auf der anderen Seite der Adria von Albanien über Bosnien-Herzegowina nach Dalmatien, wobei erst in jüngerer Zeit auch Vorkommen in Istrien entdeckt wurden. In Griechenland ist nur der Westen des Landes besiedelt, darunter der Peloponnes und die Region um Athen. Die meisten größeren Mittelmeerinseln sind ebenfalls vom Erdbeerbaumfalter besiedelt – die Balearen, Korsika, Sardinien, Sizilien, Elba, Korfu, Kreta, Samos, Ikaria, Chios und Rhodos sowie Zypern. Östlich kennt man den Erdbeerbaumfalter dann aus der südlichen Küstenregion der Türkei, Syrien, Libanon, Israel und Jordanien, allerdings nur mit sehr inselartigen Vorkommen. In Nordafrika kommt die Art von Tunesien über Algerien bis Marokko vor. Erstaunlicherweise fehlt die Art in Ägypten und Libyen. Dieses Verbreitungsgebiet entspricht nach der klassischen Vorstellung dem Vorkommen der Nominatform Charaxes jasius jasius. Aus dem 19. Jahrhundert gibt es eine Meldung, dass diese Form auch auf der Krim-Halbinsel vorkommen solle, doch dies konnte später nicht bestätigt werden. Es soll dann aber noch andere Unterarten geben, deren Verbreitungsgebiet sich von der nordafrikanischen Atlantikküste über die Staaten Westafrikas bis nach Zentralafrika, Äthiopien und Somalia erstreckt. Nach Süden hin kommt die Art dann demzufolge bis zum nordöstlichen Südafrika, Zimbabwe, Botswana und Namibia vor. Wie wir gleich aber sehen werden, gibt es an der Zugehörigkeit dieser Unterarten in West-, Zentral-, Ost-und Südafrika jedoch ernstzunehmende Zweifel.

 

Daher möchte ich hier als sicheres Verbreitungsgebiet des Erdbeerbaumfalters nur jenes der Nominatform Charaxes jasius jasius ansehen, also im Grunde die Inseln und Küsten des Mittelmeeres.

 


Bild 1: Ein Erdbeerbaumfalter in der Aufsicht mit ausgebreiteten Flügeln. Das Bild wurde nahe Genua an der nordwestitalienischen Küste aufgenommen. Quelle: Wikipedia.

 

Bild 2: Der Erdbeerbaumfalter hier in der Seite mit aufgerichteten Flügeln, wodurch hier die Zeichnung der Unterseite sichtbar ist. Das Bild wurde ebenfalls nahe Genua aufgenommen. Quelle: Wikipedia.

 

 

Der Erdbeerbaumfalter des Mittelmeers. Da für unsere Betrachtungen hier die Nominatform des Erdbeerbaumfalters besonders wichtig ist, möchte ich auf diese den Schwerpunkt legen. Daher erfolgt hier zunächst eine Beschreibung des Erscheinungsbildes dieses unbestrittenen Vertreters der Art. Zunächst jedoch einige allgemeine Bemerkungen zur Anatomie von Schmetterlingen.

 

Die Körpergliederung der Schmetterlings-Imagines ist für Insekten nicht weiter ungewöhnlich – Kopf, Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) sind gut unterscheidbar. Neben vielen anatomischen Details finden sich sofort und sehr offenkundig hervorstechende Merkmale, die Schmetterlinge von anderen Insekten unterscheiden, vor allem am Kopf und an den Flügeln. Während die Hörorgane der Schmetterlinge am Thorax oder am vordersten Hinterleib sitzen, besitzt der Kopf die meisten anderen hauptsächlichen Sinnesorgane: Für das Sehen sind vor allem zwei große Komplexaugen zuständig; manche Schmetterlinge besitzen dazu noch ein Paar kleinerer Einzelaugen, diese fehlen jedoch bei Edelfaltern wie dem Erdbeerbaumfalter. Zum Riechen, Schmecken und auch Tasten ist das einzige Fühlerpaar zuständig, dass je nach Schmetterlingsgruppe sehr unterschiedlich ausgebildet sein kann. Beim Erdbeerbaumfalter ist es mäßig lang und keulenförmig. Diese keulenförmigen Fühler besitzen beim Erdbeerbaumfalter außerdem ein nur für Edelfalter typisches Merkmal, sie haben auf der Unterseite längliche Rillen mit Mulden zwischen diesen, die über die gesamte Länge des Fühlers verlaufen.

 

Markant sind die Mundwerkzeuge, die in für Schmetterlinge der Hauptlinie Glossata typischer Weise zu einem Saugrüssel umgewandelt sind. Die meisten von ursprünglicheren Insekten bekannten Kieferelemente sind dabei massiv zurückgebildet – so auch die sonst bei den meisten Insekten mehr oder weniger auffällig entwickelten Mandibeln. Dafür sind die Maxillen, die bei Insekten sonst im weitesten Sinne als Unterkiefer gelten können, in ganz erstaunlicher Weise entwickelt: Jede Maxille bildet ein flexibles Halbrohr, und beide Halbrohre sind miteinander zu einem einzigen Saugrohr verfalzt. Dieser Saugrüssel ist im Ruhezustand zusammengerollt und dient ausschließlich der Nahrungsaufnahme.

 


Bild 3: Diese Rasterelektronenmikroskop-(REM)-Aufnahme zeigt einen typischen Schmetterlingskopf (allerdings nicht vom Erdbeerbaumfalter, hier geht es um die allgemeinen Schmetterlingsmerkmale). Gut erkennbar ist der aufgerollte Rüssel. Außerdem sieht man, dass selbst die Körperbehaarung in weiten Teilen die Form von länglichen und breiten Schüppchen hat. Man beachte auch das schön erkennbare Komplexauge. Quelle: Wikipedia/remf.dartmouth.edu

 

Bild 4: Eine Mikroskop-Aufnahme der Schüppchen auf einem Schmetterlingsflügel. Quelle: Wikipedia.

 

 

Kommen wir nun zu den Gliedmaßen und Flügeln. Die drei Beinpaare sind bei Schmetterling allgemein als Laufbeine ausgebildet. Beim Erdbeerbaumfalter ist aber wie bei allen Edelfaltern das erste Beinpaar wesentlich kürzer und kleiner als die beiden anderen Beinpaare – es wird nur zum Putzen verwendet, wodurch es oft wirkt, als hätten diese Falter nur vier statt sechs Beine. Die Flügel sind jedoch noch wesentlich markanter als die Beine. Wie es typisch für viele Schmetterlinge, vor allem Tagfalter, ist, sind sie groß und flächig. Die Vorderflügel überlappen teilweise die Hinterflügel, wodurch eine einheitliche Fläche entsteht. In Ruhestellung klappen die Erdbeerbaumfalter die Flügel auf für viele tagaktive Schmetterlinge charakteristische Weise so zusammen, dass sie senkrecht nach oben ragen. Das eigentümlichste Merkmal der Flügel sind jedoch die Schuppen, die sie bedecken. Diese Schuppen sind plättchenartig abgeflachte Härchen, die teilweise Pigmente tragen, teilweise durch ihre Oberflächenstruktur Licht auf charakteristische Weise brechen. Dadurch entstehen die oft auffälligen und dazu noch komplexen Muster der Schmetterlingsflügel.  Der Körper kann neben normaler Behaarung auch zusätzlich ebenfalls mit solchen Schüppchen bedeckt sein.

 

In der Tat sind Flügelform und-zeichnung die offenkundigsten und damit wichtigsten Merkmale um Arten und Unterarten bei den vielen Schmetterlingen zu unterscheiden. Die großen flächigen Flügel sind in ausgebreiteter Haltung ein guter Blickfang, so auch beim Erdbeerbaumfalter. Die großen Vorderflügel besitzen glatte Ränder, während der Hinterrand der Hinterflügel vorne leicht gewellt ist und in seiner hinteren Hälfte in je zwei markante Spitzen ausläuft. Wie bei vielen Schmetterlingen ist die Färbung der Flügeloberseite deutlich anders als die der Unterseite. Die Oberseite der Flügel ist bemerkenswert dunkel gehalten mit einer dunkelbraunen Grundfarbe. Lediglich die Innenränder zum Körper hin sind wie dieser eher dunkelgrau gehalten. Die Vorderflügel besitzen eine breite orangene Binde am Hinterrand, mit einer dünneren orangenen Querbinde mit etwas Abstand zum Hinterrand. Die breite Randbinde setzt sich auf den Hinterflügeln fort, wobei sie dort deutlicher durch einen dünnen schwarzen Streifen vom Rand separiert ist. Außerdem besitzen die Hinterflügel dicht hinter der orangenen Randbinde kleinere blaue Flecken. Die Unterseiten der Flügel ist wesentlich komplexer gemustert. In der Nähe der Flügelbasen ist die Grundfärbung rötlich-braun, mit weiß umrandeten schwarzen Flecken. Abgeschlossen wird dieser Bereich durch einen schmalen schwarzen Streifen und eine breite weiße Binde. An diese schließt sich nach außen zunächst ein unregelmäßiges orangenes bis rostfarbenes Band, dann eine grau gefärbte Zone mit helleren und dunkleren Flecken darin an. Zum Hinterrand der Flügel hin schließt die Musterung auch hier mit einer orangenen Querbinde ab, die außerdem bei den Hinterflügeln schwarz umrandet ist. Bemerkenswerterweise setzt sich diese gesamte Musterung auf Brust und Hinterleib fort, wodurch diese in Seitenansicht farblich eine Einheit mit den Flügeln bilden.

 

Die Imagines können ziemlich groß werden. Die Weibchen - die sich von den Männchen sonst nur durch geringe Details der Färbung unterscheiden, zum Beispiel sind sie tendenziell dunkler gefärbt – werden etwas größer als die Männchen. Die Vorderkanten ihrer Vorderflügel können bis zu 4 cm lang sein, die gesamte Flügelspannweite kann mehr als 9 cm betragen. Die Männchen erreichen eine maximale Spannbreite von 7,5 cm. Damit ist der Erdbeerbaumfalter der größte auch in Teilen Europas heimische Tagfalter.

 

Bild 5: Eine junge Raupe des ersten Larvenstadiums. Aufgenommen auf Korsika. Quelle: Werner Reitmeier/ www.lepiforum.de

 

Raupen und Puppen. Wie alle Schmetterlinge besitzen die Erdbeerbaumfalter einen Lebenszyklus, bei dem sie zuerst ein Larven-und ein Puppenstadium durchlaufen, bevor sie in ihrer vertrauten Form umherflattern. Die Larven werden hier Raupen genannt und unterscheiden sich markant von den Imagines. Die länglichen, walzenförmigen Körper sind deutlich segmentiert, wobei der Brustbereich sich nur dadurch abhebt, dass er drei deutliche Beinpaare aufweist (die vermeintlichen Beine an anderen Körpersegmenten der Raupen sind eigentlich nur ungegliederte Körperausstülpungen, von denen die Raupen des Erdbeerbaumfalters vier Paare in der Körpermitte besitzen, sowie ein Paar am Körperende). Am Vorderende sitzt eine chitinisierte Kopfkapsel, die kräftige Mandibeln zum Fressen trägt und den härtesten Teil des ansonsten relativ weichen Raupenkörpers darstellt.  Die Kopfkapsel des Erdbeerbaumfalters ist ausgesprochen groß und ausladend, sie läuft in vier nach hinten und oben gerichtete Hörner aus. Bei frühen Raupenstadien ist die gesamte Kopfkapsel dunkelbraun, ebenso zwei dornartige Fortsätze am Hinterende des ansonsten hellgrünen Körpers. In der späteren Entwicklung gehen die beiden Fortsätze am hinteren Körperende zunehmend zurück, bis sie nur noch zwei kleine unauffällige Zipfel darstellen. Zugleich sind nur noch die Enden der Hörner bräunlich gefärbt, ansonsten ist die Raupe fast durchgehend tiefgrün. Lediglich die Seiten läuft ein dünner gelber Streifen entlang und in der Körpermitte sind zwei Segmente mit je einem augenartig abgesetzten grünlich-gelben Fleck auf dem Rücken verziert. Die Raupe des Erdbeerbaumfalters ist sehr kräftig und kann mehrere Zentimeter lang werden.

 

Die Puppe ist gedrungen, grob tonnenförmig, mit einem angedeuteten Flügelteil und einem angedeuteten segmentierten Bereich. Ihre Farbe ist ein helles grün. Erst kurz vor dem Schlupf des Imagines wird sie dunkler und die Farben und Musterungen des Falters schimmern bereits durch.

 


Bild 6: Eine ältere Raupe des Erdbeerbaumfalters, aufgenommen auf Menorca. Quelle: Friedhelm Mai/ www.lepiforum.de

 

Bild 7: Eine Puppe des Erdbeerbaumfalters, aufgenommen auf Korsika. Quelle: Werner Reitmeier/ www.lepiforum.de

 

 

Lebensweise. Erdbeerbaumfalter gehören zu den besonders wärmeliebenden Arten und finden sich meist in lichten Waldungen, an Waldrändern und in offenerem Gelände mit Buschwerk. Vor allem die Raupen brauchen für ihr Wachstum und Entwicklung warme Temperaturen. Fallen die Tagestemperaturen im Durchschnitt auf unter 13° Celsius, so beginnen die Raupen damit sichere Verstecke aufzusuchen, um Kältephasen etwa während des Winters in einer Ruhephase zu überstehen. Längere Frostperioden können die Raupen allerdings trotzdem töten. Die Vorliebe für warme Gebiete ist aber nicht mit einer Vorliebe für Trockenheit gleichzusetzen. Ohne ein gewisses Mindestmaß an Wasser wachsen die Futterpflanzen nicht und so kann man zum Beispiel in Spanien beobachten, dass der Verbreitung des Erdbeerbaumfalters durch zu trockene Umweltbedingungen Grenzen gesetzt werden.

 

Durch die Fähigkeit der Raupen zu überwintern, bilden Erdbeerbaumfalter zwei Generationen im Jahr aus. Die überwinterten Raupen fressen im Frühjahr noch einmal an den Futterpflanzen, verpuppen sich dann und ab etwa Mai fliegen dann die Imagines der ersten Generation. Sie überleben bis in den Juni hinein. Während des wärmeren Sommers können sich die Raupen für die nächste Generation entwickeln, die etwa ab August fliegt und bis in den September hinein durchhält. Die Nachkommen dieser Generation sind dann die überwinternden Raupen. Die großen Falter sind ausgesprochen tüchtige Flieger, die hoher Geschwindigkeit (nach Schmetterlingsmaßstäben sind das über 20 km/h) erreichen können und auch sehr ausdauernd fliegen können. Erdbeerbaumfalter sind territorial und fliegen ihr Revier stundenlang ab. Die Tiere legen nicht nur gelegentlich an Blüten Stopps ein, um Nektar zu saugen, sondern auch mit großer Vorliebe an faulendem Obst oder Fäkalien, um dort nährstoffreiche Flüssigkeiten zu saugen. Ganz gelegentlich saugen sie auch von größeren Säugetieren den Schweiß auf. Von guten Futterstellen oder sonnigen Sitzplätzen vertreiben die Erdbeerbaumfalter nicht nur andere Falter, sondern gelegentlich sogar kleine Vögel! Die Bevorzugung von faulendem Obst hat auch manchmal skurrile Folgen: Saugen die Erdbeerbaumfalter von vergorenen Früchten, sind sie buchstäblich besoffen. Manchmal schaffen sie es dann nicht mal mehr, noch abzuheben.

 

Für die Paarung locken die Weibchen die Männchen mit artspezifischen Duftstoffen. Treffen Männchen und Weibchen dann zusammen, kommt es außerdem zu besonderen Flugmanövern als Teil der Balz. Schließlich landet das Weibchen an einer passenden Stelle und das Männchen folgt ihm. Die Kopulation erfolgt sitzend, wobei die Tiere voneinander abgewandt sitzen und nur über die Anhänge rund um die Geschlechtsöffnungen am Ende des Hinterleibs miteinander verbunden sind. Das Männchen überträgt dabei ein Spermapaket, das das Weibchen zunächst in einer speziellen Kammer am Ende des Hinterleibs speichert. Die Spermien werden dann erst während des Legevorgangs auf die Eier übertragen, um diese zu befruchten.

 

Die Eier sind nur etwa 2 mm groß und werden vom Weibchen einzeln stehend auf die Ober-oder Unterseite von Blättern der Futterpflanze abgelegt. Anfangs sind sie grünlich, gegen Ende ihrer Entwicklung werden die Eier in ihrer oberen Hälfte zunehmend bräunlich. Die geschlüpften Raupen suchen sich relativ rasch ein geschützt liegendes Blatt, auf dessen Oberfläche sie relativ mittig ein Gespinst anlegen, das ihnen künftig als Ruheplatz dient. Zum Fressen wechseln die Raupen auf andere Blätter, um dann immer wieder in ihr Gespinst zurückzukehren. Ihre Fähigkeit mit Hilfe einer Drüse im vorderen Körperabschnitt Spinnfäden zu erzeugen nutzen die Raupen des Erdbeerbaumfalters dann auch bei ihrer Verpuppung. Bei der letzten Häutung zur Puppe hängt sich diese kopfüber an die Unterseite eines Astes, indem sie sich an einer kleinen Gespinstunterlage mit Häckchen am Körperende festhält. Die Dauer des Puppenstadiums, in dem aus den früheren Raupenorganen durch massiven Umbau die Organe des ausgewachsenen Schmetterlings werden, schwankt sehr stark von knapp zwei Wochen bis fast einen Monat – je nach Umweltbedingungen, wobei die Temperatur der möglicherweise wichtigste Faktor ist. Erstaunlich erscheint, dass zumindest die weiblichen Keimzellen für die Eizellen bereits während des letzten Raupenstadiums anfangen zu reifen.

 

Bild 8: Die Eier eines Erdbeerbaumfalters. Aufgenommen nahe Dubrovnik in Kroatien. Quelle: Vaclav Masek / www.lepiforum.de

 

 

Die Futterpflanze. Wie viele Schmetterlinge hat sich der Erdbeerbaumfalter stark auf eine bestimmte Futterpflanze für seine Raupen spezialisiert – womit der Schmetterling in seiner Verbreitung auch stark vom Vorkommen dieser Pflanze abhängig ist. Im Falle des Erdbeerbaumfalters fressen die Raupen fast ausschließlich am Westlichen Erdbeerbaum (Arbutus unedo). Dieser meistens 3 bis 5 m hohe Baum besitzt Zweige, die dicht mit langen, elliptischen Blättern von einem glänzenden Dunkelgrün besetzt sind. Der Westliche Erdbeerbaum ist ein im Mittelmeerraum weitverbreitetes Gewächs, blüht von Oktober bis Dezember und bildet entfernt an Erdbeeren erinnernde rötliche Früchte mit warziger Oberfläche aus. Diese sind übrigens auch für Menschen genießbar und besitzen ein süßliches Aroma. Interessanterweise ist der Westliche Erdbeerbaum wesentlich kälteresistenter als die Raupen des Erdbeerbaumfalters, weshalb der Baum auch in Irland noch vorkommt, nicht aber der Schmetterling. Dies könnte möglicherweise im Zuge der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung einen für den Erdbeerbaumfalter vorteilhaften Effekt haben: Sobald die Durchschnittstemperaturen auch weiter nördlich genügend steigen, könnte er eventuell sein Verbreitungsgebiet nach Norden erweitern, zumindest dort, wo der Erdbeerbaum bereits vorkommt. In dem Falle könnte der Erdbeerbaumfalter eine jener Arten werden, die vom Klimawandel sogar profitieren. Ob es wirklich so kommt, bleibt natürlich abzuwarten, da bei solchen Entwicklungen immer viele Faktoren hineinspielen.

 

Während man früher annahm, dass der Erdbeerbaumfalter gänzlich auf den Westlichen Erdbeerbaum festgelegt ist, mehren sich seit einigen Jahren die Berichte und Nachweise, dass er durchaus auch auf andere Futterpflanzen umsteigen kann, wenn die Umstände dies erfordern. So berichtete Fritz Danner 2001 von einer Raupe des Erdbeerbaumfalters, die er nahe Rethymnon auf Kreta gefunden hatte – auf einem Pfirsichbaum (Prunus persica). Da die Raupe in etwa 3 m Höhe auf dem Baum entdeckt wurde, ist eine Verirrung wohl eher unwahrscheinlich. Sie konnte lebend gefangen werden und wurde dann in Gefangenschaft mit Blättern der Aprikose (Prunus armeniaca) weitergefüttert. Es gelang tatsächlich das Tier zur Verpuppung durchzubringen und etwas mehr als einen Monat nach dem Auffinden der Raupe schlüpfte aus der Puppe ein männlicher Erdbeerbaumfalter. In ähnlicher Weise sollen die Raupen des Erdbeerbaumfalters noch an folgenden weiteren Pflanzen nachgewiesen worden sein, wenn auch natürlich eher selten: Blaugrüner Tabak (Nicotiana glauca) auf der Insel Samos, Rutensträucher der Art Osyris quadripartita und Cherimoya (Annona cherimola)in Spanien, Apfelsinen (Citrus sinensis) und anderen Zitruspflanzen in Nordafrika und Italien, Lorbeer (Laurus nobilis), Teepflanzen (Camellia sinensis) in Nordafrika. Das der Erdbeerbaumfalter auch mit dem Östlichen Erdbeerbaum (Arbutus andrachne) klar kommt, ist da schon gar nicht mehr verwunderlich. Zumindest laut einem Bericht konnten die Raupen in Gefangenschaft auch mit Rosenblättern weitergefüttert werden.

 


Bild 9:  Ein Westlicher Erdbeerbaum (Arbutus unedo) auf Sardinien. Die Art ist in weiten Teilen des Mittelmeerraumes verbreitet und die hauptsächliche Futterpflanze der Raupen des Erdbeerbaumfalters. Quelle: Wikipedia.

 

 

Afrikanische Verwandtschaft? Wie bereits weiter oben erwähnt, werden klassischerweise noch eine Reihe von afrikanischen Schmetterlingen als zur selben Art gehörig betrachtet wie der mediterrane Erdbeerbaumfalter. Es lohnt einen näheren Blick darauf zu werfen, verdeutlicht es doch die Fallstricke der Systematik, die einem bei Gruppen eng verwandter und sehr ähnlicher Arten oder Unterarten begegnen können.

 

Die geographisch nächste Unterart wäre nach der klassischen Auffassung Charaxes jasius epijasius. Diese Form wurde 1850 zunächst als eigene Art Charaxes epijasius beschrieben, wobei die offenkundige Ähnlichkeit zum eigentlichen Erdbeerbaumfalter immerhin auch im Artnamen Eingang gefunden hat. Unter anderem ist diese Form deutlich dunkler in der Grundfarbe, besitzt meistens kein internes orangenes Band auf den Vorderflügeln, das randständige Querband ist mehr ockerfarben und die blauen Flecken am Hinterflügel sind weitaus größer und flächiger. Diese Unterart hat eine durchaus ansehnliche Verbreitung von der nordafrikanischen Atlantikküste über Westafrika und die Sahelzone bis nach Kenia und Somalia. Aufgrund dieser großen Verbreitung verwundert es nicht, dass von Charaxes jasius epijasius wiederum weitere lokale Variationen beschrieben wurden, die in manchen Fällen durchaus eher Pathologien darstellten, in anderen Fällen wohl echte dauerhafte Varianten.

 

1866 wurde Charaxes jasius saturnus erstmals beschrieben, eine über den größten Teil Ostafrikas, des südlicheren Zentralafrikas und des südwestlichen Afrikas verbreitete Form. Nahe der Flügelbasis ist die Flügelfärbung hier deutlich blasser, eher ein rötliches braun. Die orangenen Markierungen direkt am Flügelrand sind hier wesentlich schmaler, während in der Mitte des Vorderflügels ein breites, unregelmäßigeres orangenes Band ausgebildet ist. Auf den Hinterflügeln sind die blauen Flecken zwar sehr intensiv gefärbt, aber kleiner. Die Falter können minimal größer sein als die Verwandten vom Mittelmeer und die lang ausgezogenen Spitzen der Hinterflügel können hier dünner und länger wirken. Auch diese mögliche Unterart wurde ursprünglich als eigene Art Charaxes saturnus beschrieben.

 

1904 wurde eine andere Form aus dem Gebiet des Victoria-Sees im nördlichen Ostafrika beschrieben, auch zunächst als eigene Art: Charaxes jasius harrisoni. Diese Form unterscheidet sich optisch in einigen Details von Charaxes jasius epijasius und Charaxes jasius saturnus und könnte glatt als Mischform aus diesen beiden Unterarten durchgehen. 1926 wurden außerdem zwei Formen, die man bis dahin für Varianten von Charaxes jasius saturnus hielt, als eigene Unterarten beschrieben: Charaxes jasius brunnescens aus dem westlichen Zentralafrika bis zur Atlantikküste und Charaxes jasius pagenstecheri aus Äthiopien und Somalia. Beide unterscheiden sich von den anderen Unterarten nur in Details, zumindest Charaxes jasius brunnescens scheint auch insgesamt etwas kleiner zu bleiben als die anderen erwähnten Formen.

 

Um die Verwirrung ein wenig vollständiger zu machen: In Südafrika, praktisch genau anschließend an das Verbreitungsgebiet von Charaxes jasius saturnus, wird eine andere Art unterschieden, Charaxes pelias. Diese wird zwar allgemein als eigene Art anerkannt, sie ist den mutmaßlichen afrikanischen Unterarten von Charaxes jasius in vielen Punkten sehr ähnlich. So ähnlich, dass gelegentlich die Formen brunnescens, pagenstecheri und saturnus gelegentlich auch als Unterarten von Charaxes pelias angesehen wurden. Definitiv sind alle diese afrikanischen Schmetterlinge nahe miteinander verwandt und wiederum mit dem Erdbeerbaumfalter des Mittelmeeres. Die wahren Verwandtschaftsverhältnisse dieser Schmetterlinge auf rein morphologischem Wege aufzuschlüsseln kann wohl mit Recht als ein Versuch mit begrenztem Erfolg bezeichnet werden. Dies wird noch augenfälliger dadurch, dass die vermuteten afrikanischen Unterarten des Erdbeerbaumfalters zum Teil andere Futterpflanzen für ihre Raupen haben, zum Beispiel Hirsen der Gattung Sorghum.

 

Letztlich ziehen sich ähnliche Problematiken durch die gesamte interne Systematik der Gattung Charaxes. Da man über die Morphologie schnell an Grenzen stößt, muss man sich nach Alternativen umsehen – und glücklicherweise hat man diese mit den modernen Methoden der Genetik und Molekularbiologie ja inzwischen! 2009 wurde erstmals eine Studie veröffentlicht, in der fünf Regionen des Erbguts der afrikanischen Vertreter von Charaxes analysiert und daraus ein Stammbaum rekonstruiert wurde. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass diese schöne Studie wie so häufig in einem solchen Fall das Ergebnis einer fruchtbaren Kooperation war – in diesem Falle zwischen dem damals an der Universität von Groningen tätigen ghanaischen Biologen Kwaku Aduse-Poku, seinem belgischen Kollegen Eric Vingerhoedt und dem Genetiker Niklas Wahlberg von der Universität des finnischen Turku. Die Ergebnisse ihrer Analyse waren in gewisser Weise überraschend, zumindest was den Erdbeerbaumfalter und seine bisher vermuteten Unterarten angeht.

 

SubspeciesDistribution

Bild 10: Diese Karte zeigt ungefähr, wie man sich die Verbreitungszonen der angenommenen verschiedenen Unterarten des Erdbeerbaumfalters und der Art Charaxes pelias vorstellte. Die Formen saturnalis und liberiae werden heute allerdings nicht mehr als eigene Unterarten betrachtet, sondern nur als lokale Varianten von epijasius und saturnus. Quelle: Someren 1963.

 

Mehr als eine Art? Um das Ergebnis besser zu verstehen, muss man sich zunächst etwas Theorie in Erinnerung rufen, um zu verstehen, welches Ergebnis nach der klassischen Auffassung vom Erdbeerbaumfalter und seinen Unterarten zu erwarten gewesen wäre. Hier darf das Prinzip der Monophylie einmal mehr in Erinnerung gerufen werden: Eine natürliche Verwandtschaftsgruppe ist nur dann vorhanden, wenn sie alle Nachfahren des letzten gemeinsamen Vorfahren umfasst und keine anderen Vertreter. Meistens wird dieses Prinzip bei höheren Gruppierungen angewandt – etwa auf der Ebene, die man früher als Klasse oder Ordnung bezeichnet hätte -, aber im Grunde kann es bis zum niedrigsten Level runtergebrochen werden: Arten, Unterarten, selbst einzelne Populationen. Das klingt erstmal alles fürchterlich abstrakt. Wenden wir dieses Prinzip mal praktisch auf den Erdbeerbaumfalter an. Was würde man als Ergebnis einer molekulargenetischen Analyse erwarten, welchen Stammbaum, wenn diese Art wirklich eine einzelne Art im monophyletischen Sinne ist?

 

Nun, alle Individuen von Charaxes jasius, egal von welcher Unterart, würden auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen und deswegen als eine einzelne etwas verzweigte Linie herauskommen, ohne dass sich Individuen einer anderen Art dazwischen mischen. Die kleineren Unterzweige wären die einzelnen Unterarten, die sich nach dem gleichen Prinzip herauskristallisieren würden. Auch würde kein Individuum von Charaxes jasius bei einem der anderen klar abgegrenzten Zweige anderer Arten auftauchen. Wenn das klassische Verständnis des Erdbeerbaumfalters als Art richtig ist, dann muss dieses Muster erwartet werden und auch herauskommen. Die Studie von 2009 stellte einen Stammbaum für alle afrikanischen Vertreter der Gattung Charaxes vor und testet damit auch genau diese Hypothese. Es ist schon fast nicht mehr überraschend, wenn ich hier nun sage, dass das Ergebnis eine kleine Überraschung war.

 

Cjepijasius

Bild 11:  Ein Exemplar der bisherigen Unterart Charaxes jasius epijasius, die man aber wohl am besten als eigene Art Charaxes epijasius bezeichnet. Quelle: Gerard Bergsma / http://www.westafricanlepidoptera.com

 

 

Es ergab sich eben nicht das erwartete Muster. Stattdessen ergaben sich drei verschiedene Teillinien von als Charaxes jasius bezeichneten Schmetterlingen, von denen eine näher mit dem westafrikanischen Charaxes legeri und eine näher mit dem äquatorialafrikanischen Charaxes castor näher verwandt ist als mit anderen Vertretern von Charaxes jasius. Genauer gesagt: Charaxes jasius saturnus ist näher mit Charaxes castor und Charaxes jasius epijasius ist näher mit Charaxes legeri verwandt als beide mit der Nominatform Charaxes jasius jasius verwandt sind. Dies zeigt zwei Dinge: Die zum Teil sehr ähnlichen, in manchen Punkten dann aber wieder sehr verschiedenen Flügelzeichnungen dieser Tiere, die bisher die Grundlage der morphologischen Systematik bildeten, sind in ihrer variablen Kombination kein allein zuverlässiger Marker für die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse. Und daraus resultiert dann zweitens, dass die rein morphologisch basierte Systematik der Gattung Charaxes die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse nicht wiedergibt und dringend einer Revision bedarf.

 

Was bedeutet das für den Erdbeerbaumfalter? Zunächst mal bleibt festzuhalten, dass die geschilderten Ergebnisse im Detail ohnehin noch durch weitere Untersuchungen bestätigt und unterfüttert werden müssen. Dennoch bleibt die grundsätzliche Erkenntnis, dass die bisherigen Abgrenzungen von Arten und Unterarten nicht zu halten sind. Leider gab es noch keine Nachfolgestudie, so dass man mit den Ergebnissen von 2009 arbeiten muss. Methodisch gesehen könnte man die Problematik auf zwei Weisen lösen: Entweder man definiert die Art Charaxes jasius umfassender. Oder man splittet sie tatsächlich auf. In solchen Problemfällen zeigt sich dann oft immer, welche Forscher in systematischen Fragen eher „lumper“ sind, die also dann gerne mehr Variationen unter einem Etikett zusammenfassen, und welche eher „splitter“ sind. In dem hier zur Debatte stehenden Fall würde die großzügigere Lösung so aussehen: Alles was früher schon Charaxes jasius war bleibt das auch, aber Charaxes legeri und Charaxes castor würden dann zu neuen Unterarten dieser Art (was auch immer das dann für die Unterarten, die man von Charaxes castor unterscheidet dann bedeutet). Rein formal wäre das wohl korrekt, ob es die Realität in einer verständlichen und intuitiven erfassbaren Weise wiedergibt, ist eine andere Frage. Also, wie sähe die Lösung eines „splitters“ aus? Nun, die angestrebte Alternative wäre, die bisherigen Unterarten im Wesentlichen als eigene Arten anzusehen. Wobei man in diesem Falle vielleicht noch klären müsste, ob die Formen brunnescens und pagenstecheri ebenfalls eigene Arten oder Unterarten von saturnus oder epijasius sein könnten. Hier wäre noch größerer Forschungsbedarf. Aber in Bezug auf den Erdbeerbaumfalter wäre die Sache wenigstens ziemlich klar: Die Art wird enger definiert, so dass man ihr im Grunde nur noch die bisherige Nominatform Charaxes jasius jasius zurechnet.

 

Dieser Sichtweise bin ich hier gefolgt. Als eine Art gelten – theoretisch – alle Individuen, die sich untereinander fruchtbar kreuzen können. Dieser biologische Artbegriff (hier verkürzt wiedergegeben) hat in der Praxis zwar so seine Fallstricke, da die Natur selten so glasklare Abgrenzungen kennt, wie wir Menschen uns das wünschen. Aber nichtsdestotrotz ist er der häufigste Maßstab bei vielen Debatten über Arten und Unterarten. Ob die früher angenommenen Unterarten von Charaxes jasius sich alle untereinander kreuzen können, wurde anscheinend nie systematisch untersucht – zumindest ist mir nichts derartiges bekannt. Dafür kann man aber sagen, dass die Verbreitungsgebiete zwischen dem eigentlichen Erdbeerbaumfalter und der Form epijasius kaum in Verbindung stehen. Sie sind eigentlich erstaunlich isoliert voneinander. Das muss zwar nix heißen – die Trennung voneinander kann ja erst in jüngerer Zeit zustande gekommen sein -, könnte jedoch die Sichtweise unterstützen, dass es sich eigentlich um zwei verschiedene Arten handelt. Untermauert wird dies noch dadurch, dass die genetische Unterschiede, die 2009 zwischen dem Erdbeerbaumfalter und den Formen epijasius und saturnus festgestellt wurden, ganz allgemein größer sind, als man dies eigentlich zwischen Vertretern einer Art erwartet. Vor diesem Hintergrund gestattet die Sichtweise eines „splitters“ sicherlich den klareren Blick auf die tatsächliche Vielfalt innerhalb der Gattung Charaxes. Für den Erdbeerbaumfalter und die anderen verwandten Arten bedeutet dies aber auch, dass man ihnen auf ganz andere Art und Weise Aufmerksamkeit schenken kann, um mehr über sie zu erfahren. Es ist nun mal in der Tat so, dass lediglich als Unterarten geführte Formen häufig nicht so viel Aufmerksamkeit seitens Forschern und Naturschützern erfahren, als wenn man sie als eigene Arten akzeptiert. Sowohl für den Erkenntnisgewinn wie auch für etwaige Schutzmaßnahmen ist das eigentlich ein Manko.

 

Charaxes jasius zugeschnitten

Bild 12: Erdbeerbaumfalter saugen nicht allein Nektar an Blüten. Besonders gerne saugen sie nährstoffreiche Flüssigkeiten auch an Früchten – oder wie hier an Tierkot. Dieses Exemplar wurde 2015 auf Sardinien geknipst, wo Christine Hinz im Auftrag des Piraten auf Motivjagd fürs Bestiarium war. Quelle: Christine Hinz.

 

Erdbeerbaumfalter und Menschen. An dieser Stelle verlassen wir also die afrikanischen Charaxes-Formen und fokussieren uns wieder auf den Erdbeerbaumfalter selber, den wirklichen, der Form im Mittelmeerraum. Es geht nun um einen Aspekt, der bei fast jeder Schmetterlingsart in einem zivilisatorisch so erschlossenem Gebiet wie dem Mittelmeer von Bedeutung ist: Die Koexistenz mit dem Menschen.

 

Schmetterlinge sind auf ungewöhnlich vielfältige Weise sensibel für die Umweltveränderungen, die der Mensch so mit sich bringt. Nicht nur, dass die Tiere selber auf klimatische Veränderungen reagieren können. Die Imagines der Tagfalter zum Beispiel reagieren sehr sensibel auf das Angebot von Blumen, anderen Blüten sie saugen können – dabei geht es nicht nur um die reine Anzahl, sondern auch um die Vielfalt. Die lange Raupen-und Puppenzeit (mehrere Wochen), die sich bei vielen Schmetterlingen nicht sehr geschützt abspielt, macht sie für Pestizide anfällig. Ganz besonders sensibel aber reagieren Schmetterlinge darauf, wenn die Futterpflanzen für ihre Raupen verschwinden. Wie nur wenige andere Insektengruppen sind die Raupen von vielen Schmetterlingen erstaunlich stark auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Dies ist ja auch beim Erdbeerbaumfalter offenkundig, der fast nur an Erdbeerbäumen frisst und nur eher selten an anderen Pflanzen – und auch da ja im Grunde genommen nur an einer bestimmten eingegrenzten Auswahl.

 

Dadurch sind Schmetterlinge nicht nur durch ihre eigenen Anforderungen an Temperatur, Feuchtigkeit und andere Umweltparameter begrenzt, sondern auch durch die Anforderungen der Futterpflanze ihrer Raupen. Auch dies ist uns beim Erdbeerbaumfalter begegnet, der sich im Mittelmeerraum stark an der Ausdehnung des Erdbeerbaums orientiert. Wo dieser häufig ist, kann auch der Erdbeerbaumfalter lokal recht häufig sein. Allerdings ist hier die Hauptfutterpflanze gegenüber Temperaturen zum Beispiel widerstandsfähiger als die Raupen des Falters, wie wir gesehen haben. Dies könnte dem Erdbeerbaumfalter wie erwähnt bei einer weiteren Erhöhung der Durchschnittstemperaturen eine Verschiebung seines Verbreitungsgebietes nach Norden erlauben und vielleicht auch in den Bergen in höheren Lagen als derzeit vorzukommen (bislang tritt der Erdbeerbaumfalter nicht höher als 700 bis 800 m über dem Meeresspiegel auf) – zumindest hier wäre diese Art nicht durch vom Menschen verursachte Veränderungen benachteiligt. Aber für die Bestände des Falters sind noch andere Dinge zu beachten.

 

Der Mittelmeerraum stellt letztlich auch eine vielfältige Kulturlandschaft dar. Die Menschen besiedeln in zunehmendem Maße immer weitere Teile der Küstenstriche – nicht zuletzt auch deshalb, weil zur einheimischen Bevölkerung in vielen Ländern auch zahllose Touristen hinzukommen. Zugleich sind die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen aufgrund von Geographie und Klima begrenzt und werden zunehmend bis zum Anschlag ausgereizt. Beides führt durch neue Bauvorhaben oder landwirtschaftliche Bewirtschaft zu immer neuen Eingriffen des Menschen in die bestehenden Lebensräume. Verstärkt wird dies noch durch eine erhöhte Waldbrandgefahr im Zuge immer häufigerer Dürren – ein anderer Effekt von Klimawandel und anderen Eingriffen des Menschen. Zugleich werden Erdbeerbäume aber regional auch vom Menschen angepflanzt – sowohl Holz wie Früchte können genutzt werden. In Städten werden diese Bäume auch deshalb gepflanzt, weil sie höhere Abgasbelastungen ganz gut wegstecken. Dadurch ergibt sich eine unübersichtliche Gemengelage: Einerseits werden Lebensräume des Erdbeerbaumfalters durch Eingriffe des Menschen zerstört. Andererseits ist die Hauptfutterpflanze des Falters nicht von einem allgemeinen Rückgang bedroht und damit zumindest diese wichtige Basis für das Überleben des Erdbeerbaumfalters derzeit nicht in Gefahr. Entsprechend stuft die IUCN auf ihrer Roten Liste den Erdbeerbaumfalter im Gebiet der EU auch nicht als gefährdet oder bedroht ein.

 

Die tatsächlichen Bestände des Erdbeerbaumfalters abzuschätzen ist aber schwierig. Die einzelnen Populationen sind meist nur punktuell und lokal sehr häufig, neue Standorte erschließen sich die Tiere vornehmlich durch die guten Flugleistungen der Imagines. Die zum Teil fragmentierte Verbreitung spricht dafür, dass das Verbreitungsgebiet des Erdbeerbaumfalters schon früher immer wieder Veränderungen unterworfen war. Im außereuropäischen Teil seiner Verbreitung ist die Häufigkeit dieser Art noch schwerer einzuschätzen. Dies liegt daran, dass nicht wenige der Länder Krisenländer waren oder sind und die Menschen dort andere Sorgen haben als auf die Häufigkeit eines Schmetterlings zu achten. Oder die Erhaltung seines Lebensraumes. Dies soll anhand eines näheren Blickes auf den Teil des Verbreitungsgebietes, der im Nahen Osten liegt, gezeigt werden.

 

Der Nahe Osten ist seit Jahrzehnten ein politisches Minenfeld. Viele mehr oder weniger lang andauernde Krisen und bewaffnete Konflikte bestimmen hier den Alltag. Für Freilandforschungen von Biologen und für Naturschutzbemühungen sind das nicht gerade optimale Bedingungen. So verwundert es nicht, dass zum Beispiel der Erdbeerbaumfalter immer wieder in Gebieten auftaucht, wo man es so nicht erwartet. Zum Beispiel wurde er im Jahre 2000 tatsächlich auf den von Israel okkupierten und von Syrien beanspruchten Golan-Höhen festgestellt. Ein schönes Fallbeispiel ist hier die Geschichte der Vorkommen der Art im Libanon. Hier wird der Erdbeerbaumfalter erstmals 1927 aus dem Hinterland von Beirut gemeldet. Dies wurde 1934 bestätigt, von verschiedenen Standorten mehr oder weniger nahe bei Beirut. Danach wurde der Falter im Libanon lange nicht von der Wissenschaft wahrgenommen. Ein deutscher Entomologe (Insektenforscher) meldete 1962, ihn erneut gesehen zu haben. Danach war Funkstille, wenn man so will. Dies wurde zeitweise durchaus so interpretiert, dass der Erdbeerbaumfalter im Libanon vielleicht ausgestorben war. Dafür gab es durchaus eine Reihe von möglichen Gründen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Region rund um Beirut Schauplatz zahlreicher landwirtschaftlicher und baulicher Maßnahmen. Die Erdbeerbäume wurden zugunsten von Zitrusfrucht-Plantagen zurückgedrängt, Wohnsiedlungen und Straßen gebaut und dergleichen mehr. Es ist eine für den Mittelmeerraum durchaus typische Entwicklung, die die ursprünglichen Lebensräume in der Nähe urbaner Siedlungen massiv verändert. Als der dänische Entomologe Torben Larsen zwischen 1970 und 1974 im Hinterland von Beirut nach dem Erdbeerbaumfalter suchte, fand er jedenfalls keinen. Und dann, im Jahr darauf, begann auch schon der Bürgerkrieg, der das Land ruinierte und verwüstete und erst 1990 endete. 2014 jedoch berichtete der polnische Arzt und Entomologe Jaroslaw Bury davon, im südwestlichsten Libanon Erdbeerbaumfalter beobachtet zu haben. Diese Beobachtungen machte er im hügelig-felsigen Buschland unweit der Küste nahe der Ortschaft Naqoura. Dies ist nicht nur bemerkenswert, weil es quasi eine Wiederentdeckung des Erdbeerbaumfalters im Libanon darstellt – sondern auch, weil es fast 100 km von den historisch verbürgten Vorkommen bei Beirut entfernt ist. Es bleibt unklar, ob das von Bury festgestellte Vorkommen wirklich auf die frühere Population des Erdbeerbaumfalters im Libanon zurückgeht. Es könnte sich auch um Zuwanderer aus Israel handeln. In Israel wurde eine ganze Reihe von Biotopen systematisch unter Schutz gestellt, wodurch der Erdbeerbaumfalter dort eine sehr stabile Population besitzt. Daher könnten die Tiere von dort aus auch wieder in den Libanon eingewandert sein. Davon mal abgesehen zeigt aber gerade dieser Gegensatz zwischen den Verhältnissen in Israel und im Libanon wie die politischen Verhältnisse – dort stabil, hier instabil – den Schutz von Biotopen und damit von dort lebenden Arten beeinflussen können und auch die Kenntnisse über deren Vorkommen. Ein weiterer Grund, dass der Erdbeerbaumfalter sich ausgerechnet im südlichsten Libanon angesiedelt hat, könnte ebenfalls seine Ursache in den Krisen der Region haben: Die südlibanesische Grenzregion zu Israel ist seit Jahren eine Unruhezone, weil hier Hisbollah und Israelis aneinandergeraten. Dadurch ist sie wirtschaftlich gesehen von der Regierung in Beirut stark vernachlässigt worden – und gerade dies könnte dazu geführt haben, dass sich hier Standorte mit für den Erdbeerbaumfalter günstigen Bedingungen gehalten haben, da sich menschliche Eingriffe für Baumaßnahmen oder ähnliches in Grenzen hielten.

 

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Bild 13: In diesem südlibanesischen Tal mit felsigem Untergrund und offener Buschlandschaft wurden vor einigen Jahren Erdbeerbaumfalter gefunden. Quelle: Bury 2014.

 

Warum wir Schmetterlinge brauchen. Es ist natürlich erfreulich, dass der Erdbeerbaumfalter derzeit nicht zu den akut bedrohten Arten gehört. Wie bei vielen anderen Arten wird man auf die Dauer aber vermutlich im Auge behalten müssen, ob das so bleibt. Nun könnte man sich aber natürlich die Frage stellen: Wozu? Was kümmern uns Schmetterlinge? Klar, sie sind schön anzusehen – aber sonst? Schmetterlinge sind gute Indikatoren dafür, in welchem Zustand sich ein Ökosystem befindet. Meistens geht eine hohe Vielfalt an Schmetterlingen in einem bestimmten Gebiet auch mit einer ansonsten sehr hohen Artenvielfalt einher. Da Schmetterlinge häufig auffälliger sind als viele andere Arten, kann man daher über sie einen ersten Eindruck zum Zustand der örtlichen Umwelt gewinnen. Eine höhere Artenvielfalt in der Umgebung hat vielerlei Wirkungen, die positiv sind für den Menschen. Schädlinge nehmen dann nicht so schnell überhand, zum Beispiel. Auch gibt es Indizien, dass eine artenreiche Umwelt – und damit auch reich an Schmetterlingen – eine geringere Allergierate beim Menschen zur Folge hat. Und nicht zuletzt greifen viele Dinge ineinander: Viele verschiedene Arten von Blütenpflanzen zum Beispiel ernähren besser bestäubende Arten – nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge. Und je mehr bestäubende Arten in der Region leben, umso besser klappt auch die Bestäubung von vom Menschen angebauten Pflanzen, deren Früchte wir ernten wollen. Beim Thema Bestäubung denken viele Menschen nur an Bienen, aber auch Schmetterlinge tragen an ihren Beinen und am Körper anhaftend Pollen mit und tragen so zur Bestäubung von Blüten ihren Teil bei. So sind Tagfalter nicht nur schön anzuschauen, sondern ein wichtiger Teil der meisten Ökosysteme.

 

 

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