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Pirats Bestiarium: Rotköpfige Florfliege (Nothochrysa fulviceps)

Rotköpfige Florfliege (Nothochrysa fulviceps (Stephens, 1836))

 

Namensbedeutung. Der englische Zoologe James Francis Stephens (1792-1852) beschrieb dieses kleine Insekt zunächst als Chrysopa fulviceps. Der Gattungsname war bereits vorher für andere Florfliegen aufgestellt worden und bedeutet so viel wie „goldenes Gesicht“, eine Anspielung auf die bei den lebenden Tieren lebhaft golden schillernden Augen. Erst später wurden einige Florfliegenarten als eigene Gattung Nothochrysa zusammengefasst. Dieser Name bedeutet etwa „falsche Goldene“, um auf die große Ähnlichkeit mit anderen Florfliegengattungen anzuspielen. Der Artname fulviceps bedeutet schlicht etwa „gelbbrauner Kopf“ und spielt auf die auffällige bräunlich-gelbe bis rote Kopffärbung der Art an.

 

Synonyme. Chrysopa fulviceps, Nathanica fulviceps, Notochrysa fulviceps.

 

Verwandtschaftsbeziehungen. Animalia; Eumetazoa; Bilateria; Protostomia; Ecdysozoa; Panarthropoda; Arthropoda; Euarthropoda; Mandibulata; Pancrustacea; Hexapoda; Insecta; Dicondylia; Pterygota; Metapterygota; Neoptera; Eumetabola; Holometabola; Neuropteriformes; Neuropteroida; Neuroptera; Chrysopoidea; Chrysopidae; Nothochrysinae; Nothochrysa.

 

Die Rotköpfige Florfliege gehört zu einer dem Laien meist wenig bekannten Insektengruppe, den Netzflüglern (Neuroptera), die zusammen mit zwei anderen kleinen Gruppen die größere Linie der Neuropteroida (manchmal auch Neuropterida geschrieben) bilden. Diese Linie ist nach derzeitigem Stand mit höchster Wahrscheinlichkeit die Schwestergruppe der Coleopteroida, also der zu den Käfern (Coleoptera) führenden Linie. Allerdings sind die Netzflügler als größte Untergruppe der Neuropteroida niemals so artenreich geworden wie die Käfer. Innerhalb der Netzflügler sind die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen einzelnen Familien noch nicht ausreichend geklärt; eine früher angenommene größere Untergruppe, die Hemerobiiformia, muss wohl als wenigstens paraphyletisch und damit als nicht natürliche Einheit gelten. Daher habe ich diesen Gruppenbegriff hier nicht übernommen. Halbwegs sicher scheint, dass die Florfliegen (Chrysopidae) zusammen mit einigen anderen Vertretern, auch fossilen, durchaus zusammen die Teillinie der Chrysopoidea bilden. Die genauere Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse wird dadurch erschwert, dass die Imagines der einzelnen Untergruppen sich häufig stark ähneln und man dann mittels Details der Geflügeläderung oder mit Merkmalen der Larven arbeiten muss. Gerade letztere können aber sehr irreführend sein, da womöglich eher basalen Ursprungs und nicht abgeleitet als gemeinsames Merkmal.

 

Verbreitung. Die Rotköpfige Florfliege ist eine fast ausschließlich europäische Art. Ihr Verbreitungsgebiet ist jedoch sehr punktuell und fleckenartig über den Kontinent verteilt – was allerdings auch einfach nur an mangelnden Nachweisen liegen kann. Traditionell kennt man sie aus England, dem nördlichen, zentralen und östlichen Frankreich, den Benelux-Staaten, Deutschland und Dänemark (dort ist sie vor allem auf den Inseln sehr häufig). In Deutschland ist sie vor allem im Süden und in Hessen häufig, aber zum Beispiel in NRW seltener. Auch in Tschechien scheint die Rotköpfige Florfliege häufiger zu sein. Nach Süden reicht die Verbreitung bis nach Italien, jedoch unter Vermeidung des südlichsten Teils. In Spanien scheint die Art im Nordosten des Landes vorzukommen, vor allem in der Sierra de Albarracín bei Teruel. Im Südosten Europas findet man sie entlang der Donau, in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und in Bulgarien. Im Norden sind die nördlichsten Vorkommen aus dem südlichen Schweden nördlich bis Uppland bekannt und seit 1999 auch aus dem norwegischen Kristiansand. 2004 wurde außerdem ein Fund der Rotköpfigen Florfliege aus der Provinz Isparta in der Türkei, kaum 100 km nördlich von Antalya, bekanntgemacht – das erste bekannte Vorkommen der Art außerhalb Europas.

 


Bild 1: Der britische Entomologie James Francis Stephens, auf einer Daguerrotypie, einer Fotografie-Variante aus dem frühen 19. Jahrhundert. Quelle: Wikipedia.

 

Zartes Geschöpf. James Francis Stephen war zwar grundsätzlich Zoologe – aber sein Spezialgebiet war unzweifelhaft die Entomologie und hier besonders die Insekten seiner englischen Heimat. 1833 gründete er zusammen mit einigen anderen Mitstreitern die Entomological Society of London, die später das Prädikat „Royal“ erhalten sollte. Zugleich half er seinem Fachkollegen William Leach bei dem Aufbau der Insektensammlung des British Museum. Auch hatte Stephens eine eigene Insektensammlung, die nach seinem Tod vom British Museum aufgekauft wurde, da sie viele Holotypen (also Exemplare, die Grundlage für eine Erstbeschreibung waren) enthielt. Dieses immense Engagement bestritt Stephens fast vier Jahrzehnte lang in seiner Freizeit – eigentlich war er Mitarbeiter in der Admiralität (wie die Briten ihr Marineministerium nannten). Kaum fassbar, wie Stephens da noch die Zeit fand, mehrere mehrbändige Standardwerke zur Entomologie Großbritanniens zu verfassen, darunter die „Illustrations of British Entomology“, deren Veröffentlichung mehr als ein Jahrzehnt beanspruchte und die aus 10 wuchtigen Bänden bestanden!

 

In einem dieser Bände beschreibt Stephens erstmals die Rotköpfige Florfliege. Der Holotyp stammt von aus den Wäldern bei Windsor, nahe dem Schloss, nach dem knappe 80 Jahre später das englische Königshaus benannt werden sollte. Aber auch aus anderen Teilen des südlichen England lagen Stephens bereits weitere Exemplare der Art vor – von Devon im Westen bis Kent im Osten.

 

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Bild 2: Die Zeichnung des Holotyps der Rotköpfigen Florfliege aus der Erstbeschreibung in den „Illustrations of British Entomology“. Quelle: Stephens 1836.

 

Wie alle Florfliegen ist der Imago der Rotköpfigen Florfliege ein sehr zartes Geschöpf. Dies gilt nicht zuletzt für die sehr dünnhäutigen und von einem dichten Adernetz durchzogenen Flügel, deren Oberflächenstruktur entfernt an dünne Gaze erinnert. Daher der Name Florfliegen – Flor ist ein alter Begriff für Gaze gewesen. Die Tiere sind auch nur wenige Zentimeter groß. Die Flügel erreichen eine Länge zwischen 19 und 25 mm, die gesamte Flügelspannweite beträgt also knapp 5 cm. Die beiden Flügelpaare sind groß und über eine kleine Borste an den Hinterflügeln miteinander verbunden. Im Ruhezustand sind sie dachförmig aneinander-und nach hinten gelegt, bei sie den aus 9 sichtbaren Segmenten bestehenden länglichen Hinterleib komplett überdecken und sogar nach hinten überragen. Da die Flügel durchsichtig und farblos sind, kann man den Hinterleib, der seinerseits grün mit dunklerer Oberseite ist, dennoch erkennen. Die Form der Flügel ist länglich, nicht völlig oval, mit gerundeten Spitzen, geschwungenen Hinter-und etwas geraderen Vorderkanten. Die Vorderflügel besitzen an ihrer Basis eine erkennbare Ausbuchtung des hinteren Randes, ihr Ansatz am Brustabschnitt des Körpers ist dennoch deutlich schmaler als der Ansatz der Hinterflügel. Zu den Details der feinen Äderung der Flügel wird später noch mehr zu sagen sein.

 

Der stark gegliederte Brustabschnitt trägt – wie bei allen Insekten – nicht nur die Flügel, sondern an ihm setzen auch die Beine an. Die Färbung der Thorax-Region ist meistens auch grünlich, mit dunkel-braunen bis schwarzen Markierungen an der Seite und dunklen Flecken an den Ansatzstellen der Flügel. Die Beine sind ebenfalls grünlich, wirken oft etwas bleicher. Es handelt sich um lange schlanke Laufbeine, deren Endpartien aus fünf Tarsen genannten Gliedern bestehen und in stark gekrümmten Klauen mit einer verbreiterten Basis münden. Der Kopf ist vergleichsweise klein und hat eine ockerfarbene bis rötliche Färbung. Dominiert wird er von einem Paar großer Komplexaugen, die eine schwärzliche Färbung mit einem goldenen metallischen Glanz besitzen. Vor den Augen sitzt ein paar langer, fadenartiger Antennen, die ungefähr die Länge des gesamten Körpers erreichen können und eine schwarze Färbung haben. An der Kopfunterseite sitzen die Mundwerkzeuge, die von kräftigen Mandibeln geprägt sind und eine eindeutig kauend-beißende Funktionsweise besitzen.

 

Bild 3: Eine Rotköpfige Florfliege, hier ausnahmsweise mal am Boden anstatt in der Baumkrone. Quelle: Wikipedia.

 

Bild 4: Der Kopf der Rotköpfigen Florfliege in einer Nahaufnahme. Quelle: Josef Dvořák / www.biolib.cz

 

Die Adern. Die Äderung der Flügel ist bei Insekten generell von großer Bedeutung, weil sie – ähnlich wie die Morphologie der Genitalien – häufig sehr gruppen-oder artspezifische Merkmale aufweist. Dies ist vor allem bei Insektengruppen hilfreich, deren unterschiedliche Arten sich extrem ähnlich sehen – zum Beispiel eben bei Florfliegen. Daher schauen wir uns an dieser Stelle die Aderung der Rotköpfigen Florfliege einmal genauer an.

 

Die grundsätzliche Aderung ist bei Vorder-und Hinterflügeln der Rotköpfigen Florfliege nahezu gleich. Zur Orientierung kann man die Vorderkante nehmen, die durch die Costalader gebildet wird. Zwischen ihr und der nachfolgenden Längsader – der Subcosta – liegen lediglich mehrere Queradern. Die Subcosta selber und die darauffolgende Längsader Radius verlaufen dicht beieinander und beinahe parallel. Die mittlere Längsader, die Mediane, ist an ihrem Ansatz relativ kurz und spaltet sich dann in zwei parallele Adern auf. Diese bilden zusammen ein leicht Triangel-förmiges Muster, das eine trapezoidal geformte Zelle umschließt und typisch für die Gattung Nothochrysa ist und bei dieser Art durch eine kleine Querader an der Basis unterteilt wird. Zur Flügelmitte hin laufen die beiden Adern wieder zu einer sogenannten Pseudomediane zusammen. Diese endet an einer zickzackförmigen Ader, der sogenannten inneren Gradatenreihe. Die parallel zu dieser verlaufende äußere Gradatenreihe liegt darüber, ohne mit der Pseudomediane verbunden zu sein; dies unterscheidet die Gattung Nothochrysa und ihre näheren Verwandten von anderen Florfliegen. Typisch ist außerdem die kleine Ausbuchtung an der hinteren Basis der Vorderflügel, die als Jugalfeld bezeichnet wird.

 

Bild 5: Auf diesem überarbeiteten Bild sind die wichtigsten Adermerkmale der Rotköpfigen Florfliege farbig markiert. Farbschlüssel: Hellbraun: Subcosta. Dunkelbraun: Radius. Dunkelblau: Mediane. Mittelblau: Die umschlossene trapezoidale Zelle. Hellblau: Pseudomediane. Grün: innere Gradatenreihe. Pink: Äußere Gradatenreihe. Gelb: Jugalfeld. Quelle: Wikipedia.

 

Lebensweise der Imagines. Rotköpfige Florfliegen sieht man jedoch nicht sehr häufig. Die Imagines leben überwiegend im Blätterwerk von Baumkronen. Hier haben sie auch noch ihre bevorzugten Baumarten, was auch ein wenig ihre fleckenartige Verbreitung erklärt: In den meisten Regionen bevorzugt die Rotköpfige Florfliege die verschiedenen Arten der Eichen (Quercus), in deren Baumkronen sie gelegentlich in großer Zahl vorkommen. Seltener werden auch Feldahorn und Hainbuche als Lebensraum angenommen, vereinzelt auch Ulmen. Innerhalb ihres Verbreitungsgebietes ist die Rotköpfige Florfliege auch häufiger in Küstennähe zu finden bzw. an feuchteren Standorten. Vermutlich folgt sie damit nicht nur den Bedürfnissen der Eichen, sondern braucht selbst auch ein gewisses Maß an Luftfeuchtigkeit. Daraus bedingt bevorzugt die Rotköpfige Florfliege auch das Flachland, man findet sie selten bis nie in höheren Lagen als 500 m über dem Meeresspiegel.

 

In den Baumkronen flattern die ausgewachsenen Rotköpfigen Florfliegen meist relativ träge mit ihren großen Flügeln umher. Elegante Flieger wie zum Beispiel Libellen sind sie nicht und auch keine ausdauernden Langstreckenflieger. Aber das müssen sie auch nicht. Sich innerhalb der Baumkronen von Ast zu Ast fortzubewegen reicht völlig. Meistens sind sie in den Dämmerungsstunden des Tages aktiv, soweit man das sagen kann. Sie suchen dann die Blüten der Bäume auf, um sich von Pollen zu ernähren oder fressen vom Honigtau, den Blattläuse und andere an Pflanzen saugenden Insekten absondern. Ausgehend von den Zeiten, zu denen Rotköpfige Florfliegen als Imagines vorgefunden werden, sind diese wohl etwa von Mai bis September aktiv – also in den mildesten Monaten des Jahres, wenn die Bäume ordentlich Laub tragen.

 

Bild 6: Porträt einer Rotköpfigen Florfliege, aufgenommen in Frankreich. Man beachte die aus diesem Blickwinkel violett schillernden Komplexaugen. Quelle: Franck Noel/ www.galerie-insecte.org

 

Die Larve. Über das Fortpflanzungsverhalten ist leider nicht sehr viel bekannt. Die Weibchen der Rotköpfigen Florfliegen legen auf den Blättern der von ihnen bewohnten Bäume eine nicht näher bekannte Anzahl von gestielten Eiern ab; geht man von anderen Florfliegen aus legen sie vermutlich einige hundert Eier. Aus diesen schlüpft dann eine Larve, die vermutlich drei Entwicklungsstadien durchläuft (die Vermutung beruht auf den Verhältnissen bei anderen Florfliegen).

 

Die Larve beginnt klein und farblos. So richtig markant und relativ gut zu identifizieren ist erst das dritte Larvenstadium, welches eine Länge von bis zu 10 mm hat, was für eine Florfliegenlarve schon relativ groß ist. Der gestreckte Kopf wird gefolgt von drei großen Brustsegmenten, die jeweils ein Paar Laufbeine tragen und einem walzenförmigen, nach hinten spitz zulaufenden Hinterleib. Dieser wirkt von der Seite geradezu bucklig. Der Kopf besitzt ein Paar langer fadenartiger Fühler und auf jeder Seite 6 kleine Punktaugen. Dominiert wird der Kopf jedoch von den langen nach vorn gestreckten Kiefern, bei denen vor allem die kräftigen, gebogenen Mandibeln auffallen. Diese Kiefer weisen die Larven bereits als räuberisch aus. Die allgemeine Körperfärbung ist bräunlich, mit dunklen Markierungen auf dem ersten Brustsegment. Die Brust-und Hinterleibssegmente tragen kräftige, lange Borsten. Diese Borsten haben eine spezielle Funktion: An ihnen befestigen die Larven Rindenstücke, Blattschnipsel und andere Pflanzenteile, die so eine Bedeckung des Körpers bilden. Diese Körperbedeckung hat vermutlich zumindest eine tarnende Funktion.

 

Die Larven der Rotköpfigen Florfliege sind in der Tat eifrige Jäger. Ihre Beute sind andere kleine Gliedertiere, neben Milben vor allem auch Blattläuse. Der Fortpflanzungserfolg der Rotköpfigen Florfliege hängt daher vermutlich auch stark von dem jeweils vorhandenen Blattlausbestand ab. Gute Blattlausjahre sind auch gute Florfliegenjahre. Die Larven krabbeln auf Blättern und Ästen umher und schwenken dabei den Kopf hin und her, um Beute zu finden. Berühren sie eine Blattlaus mit ihren Kiefern, packen sie zu und injizieren Verdauungssekrete in die Beute. Diese lösen die Blattlaus oder Milbe binnen kurzer Zeit innerlich auf und die Florfliegenlarve kann die Beute dann aussaugen. Über die weitere Entwicklung ist leider nur wenig bekannt, man nimmt an, dass sie ähnlich wie bei anderen Florfliegen verläuft. Die Larve igelt sich in einem Kokon ein, den sie an einem geschützten Ort anlegt. Darin bildet sie zunächst eine Präpuppe. Zu einem späteren Zeitpunkt findet eine weitere Häutung innerhalb des Kokons statt, durch die eine richtige Puppe gebildet wird, aus der schließlich die Imago schlüpft. Leider ist nichts über die Dauer der entsprechenden Entwicklungsschritte bei der Rotköpfigen Florfliege bekannt. Die meisten Florfliegenarten überwintern im Stadium der Präpuppe, was daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die Rotköpfige Florfliege gilt. Unbekannt ist, ob diese Art eventuell auch zwei Generationen im Jahr bildet, von der dann nur eine überwintert, während die andere ihren gesamten Entwicklungszyklus über den Sommer hinweg durchläuft.

 


Bild 7: Eine Larve der Rotköpfigen Florfliege. Dieses Exemplar hat nicht nur Rindenstücke, sondern auch die Überreste ihrer letzten Beute auf ihren Hinterleibsborsten befestigt, um besser getarnt zu sein. Quelle: http://neurotteri.casaccia.enea.it/nothochrysa_fulviceps.html

 

Wie man sieht, gibt es noch viele Punkte in der Biologie dieser Art, die wenig erforscht sind. Dies wird auch daran erkennbar, dass immer wieder neue Vorkommen entdeckt werden, die das allgemeine Verbreitungsgebiet erweitern – wie zuletzt in der Türkei. Künftige Forschungen könnten hier eventuell noch spannende Aspekte zu Tage fördern. Zum Beispiel könnte es eine interessante Frage sein, wie eine Art, die so offensichtlich empfänglich für klimatische Bedingungen – nicht zu warm, nicht zu kalt, genügend Feuchtigkeit – ist, auf den Klimawandel reagiert. Wird sie frühere Habitate verlieren? Wird sie dafür ihr Verbreitungsgebiet vielleicht nach Norden erweitern? Oder könnte sie vielleicht sogar empfindliche Bestandsrückgänge erleiden?

 

 

Literatur.

 

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https://de.wikipedia.org/wiki/Florfliegen

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotköpfige_Florfliege

https://www.biolib.cz/cz/taxon/id104370/