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DE PROFUNDIS - Patrick Hachfeld




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SERJTANKIANGEDCHNIS-MATTkleinName: Patrick Hachfeld
Alter: 43
Sternzeichen: Zwillinge
Wohnort: Hamburg
Beruf(-ung): es immer wieder neu zu wagen………….
Equipment: Acryl/Ölfarben,Pinsel,Zeichenfeder,Kreide.
Kunst ist…: eine echte Form von Freiheit und Luxus.
Inspirationsquelle: Mein persönliches tägliches Highlight………
Lieblingskünstler: Paul Booth
Webseite: http://www.de-profundis.com














DGF Magazin: Wie hast du zur Kunst gefunden, oder hat die Kunst dich gefunden?

Patrick Hachfeld: Das ist eine gute Frage, ich zeichne und male eigentlich, seit ich einen Wachsstift in den Händen halten kann.
Ich habe mich im Lauf der Jahre immer wieder mit neuen Stilen und Themen auseinander gesetzt. Angefangen habe ich
ganz klassisch, wie es wohl viele Andere auch tun. Ich habe Comics und andere Zeichnungen als Inspiration genommen und sie erst versucht nachzuarbeiten und dann später meine eigenen Motive entwickelt.
Ich glaube, wenn ich so zurückdenke, waren die ersten Sachen ganz furchtbar (außer für die liebenden Augen meiner Mutter...). Schnell hatten mich die Cover-Artworks von z.B. Iron Maiden oder Venom fasziniert,
später kamen Einflüsse aus der Tattooszene dazu, das Portraitzeichnen und die Buchillustration erweiterten dann mein Repertoire – und so hat sich mein Stil Stück für Stück herauskristallisiert.


DGF Magazin: Was fasziniert dich persönlich am Thema Kunst?

Patrick Hachfeld: Vielleicht kann ich eher sagen was ich fühle bei Kunst... wobei der Begriff Kunst recht abgedroschen klingt. Für mich bedeuten meine Arbeiten ein Eintauchen in eine andere Welt.
Grenzenlosigkeit, Melancholie, Tiefe, Ruhe, Glück, Zorn, Freiheit, Euphorie, starke Intimität, Mut, Verzweiflung, Stille und Hoffnung, das sind Begriffe, die ich mit Kunst verbinde.

DGF Magazin: Hast du ein klassisches Kunst-Studium absolviert oder bist du Quereinsteiger?

Patrick Hachfeld: Ich habe die FOS für Grafik und Design besucht und gegen Ende der elften Klasse bemerkt, dass das doch nicht ganz so meins ist. Das enge Korsett, in dem ich mich während des Studiums bewegen musste,
schränkte mich mehr ein, als dass es mich weiter gebracht hätte. So begann ich recht früh meinen eigenen Weg zu gehen und mein eigenes Ding zu machen.
Ich habe Stunden bei verschiedenen Künstlern genommen und dann eine Lehre zum Tätowierer begonnen, leider musste ich die aber aus Zeitgründen wieder abbrechen.
Aber ich erinnere mich heute noch sehr gerne an diese Zeit!

DGF Magazin: Kannst du von deiner Kunst leben oder musst du deinen Lebensunterhalt anders erwirtschaften?

Patrick Hachfeld: Die Kunst bedeutet mir viel, viel mehr als eine Freizeitbeschäftigung oder ein bloßes Hobby – sie bestimmt mein Leben und ist mir so selbstverständlich wie Atmen oder Schlafen.
Das den Kunden, wenn man sie denn so nennen darf, in ein Summe zu packen ist nicht einfach. Wie vielen anderen Künstlern geht es auch mir so, dass für Kunst nicht viel zu Lebzeiten bezahlt wird.
Ich halte mich derzeit mit Mini-Jobs und Gelegenheitsarbeiten über Wasser – und kann nicht klagen, so bleibt mir immer genug Zeit für meine Arbeiten.
Wenn ich dann doch das Zeitliche segnen werde, freut sich vielleicht jemand über den immensen Preisanstieg

DGF Magazin: Früher hast du ja unter deinem Pseudonym "Dunkelkunst" viele Illustrationen erstellt. Warum ist das Ganze (samt deiner alter Website) dann ein wenig eingeschlafen?

Patrick Hachfeld: Das hat viele verschiedene Gründe. Zunächst einmal ist es praktisch unmöglich davon zu leben. Zeichnen ist ja eine zeitaufwändige Angelegenheit - und gerade in den Genres, die mich interessieren,
können Illustrationen nicht gerade fürstlich entlohnt werden. Nachdem ich mehrere Serien, Kurzgeschichten und Anthologien illustriert habe, die ausschließlich in Bleistift gezeichnet wurden,
wollte ich neue Techniken, neue Farben usw. kennenlernen, so dass ich, in Absprache mit dem Verlag und den verschiedenen Autoren, langsam aber sicher das Kapitel „Buch“ geschlossen habe.
Seit dem arbeite ich hauptsächlich mit Acryl- und Ölfarben.

DGF Magazin: Startest du mit "De Profundis" (Aus den Abgründen) eine Art Neuanfang für dich und deine Kunst?

Patrick Hachfeld: „Neuanfang“ ist vielleicht ein etwas zu starkes Wort. Ich habe allerdings gemerkt, dass ich mich stilistisch und technisch doch
so sehr verändert habe, dass es nicht mehr zu meiner alten Website passte. Aus diesem Grund habe ich einen Schnitt gemacht und mit "De Profundis" einen ganz anderen Zweig meiner Kunst ins Netz gestellt.

DGF Magazin: Deine neuen Arbeiten sind düsterer, morbider und teilweise erschreckend. Diabolische Fratzen und Totenschädel spielen dabei eine Hauptrolle. Wovon lässt du dich bei deinen Arbeiten inspirieren?

Patrick Hachfeld: Auf jeden Fall ist Musik ein bestimmender Faktor! Ich höre seit meiner Jugend Heavy Metal - habe früher selbst in einer Doom-Metal Band gespielt und denke, das hat großen Einfluss auf das, was ich auf die Leinwand bringe. Künstlerisch sehe ich auf jeden Fall Einfluss durch diverse Tattoo-Künstler, z.b. Paul Booth. Aber auch wenn man, wie ich, gerne alleine spazieren geht und man die Augen offen hat, sieht man z. B. in alten Eichen oder einer dicken Linde ziemlich bizarre Wesen oder Dämonenfratzen. Ok, vielleicht hört sich das düster an, aber diese Dinge gehören für mich ebenso zum Leben wie ein Schmetterling oder ein zartes Blümchen. Die Welt hat auch ihre Schattenseiten.
Oder, was ich auch besonders schön finde, große alte Stahlplatten mit reichlich Rost drauf... faszinierend, inspirierend, motivierend! Ich könnte stundenlang auf die Strukturen schauen und entdecke immer wieder Neues.

DGF Magazin: Manchen Betrachtern wird sicher die Frage auf den Lippen brennen, ob deine Arbeiten auch ein Spiegelbild deiner Persönlichkeit sind?

Patrick Hachfeld: Sicher spiegeln meine Bilder und auch Gedichte einen Teil meiner Person wider, aber man muss sich meinen Alltag nicht so vorstellen, dass ich im Sarg schlafe... - wobei... mhhh , nee ein Scherz! - und eine Laufbahn als Axtmörder oder Amokläufer anstrebe. Es ist nur ein Teil meiner Vorstellungskraft und Phantasie - eben der Teil, den es eher abstößt, dass Kunst gefällig, beruhigend und Massen-dekorativ zu sein hat. Kunst muß auch schockierend sein, sie muss den Betrachter zum Nachdenken bringen. Dass ich Schädel und andere düstere Stilmittel verwende, ist eine persönliche Sache, Andere schaffen das mit einem schwarzen Quadrat auf schwarzem Grund

DGF Magazin: Welche Bedeutung hat das Thema „Tod“ für dich und deine Werke?

Patrick Hachfeld: Vielleicht fasziniert mich der Tod selbst so sehr, weil er für jedes Lebewesen – ob Mensch, Tier oder Pflanze - egal, wie arm oder reich,
groß oder klein, fit oder krank, Jäger oder Gejagter, Erfolgsmensch oder „Versager“ – unausweichlich ist und näher rückt,
auch wenn man immer wieder versucht, ihn aufzuhalten und zu verleugnen.

DGF Magazin: Die Titel deiner Illustrationen stützen sich auf lateinische Phrasen wie „Zwischen Hoffnung und Verzweiflung“,
„Der Zorn ist der Anfang des Wahnsinns“, „Der Tod ist sicher, die Stunde ungewiss“ und „Störe meine Kreise nicht!“.
Welche Ideen stecken hinter diesen düster klingenden Titeln?

Patrick Hachfeld: Die lateinischen Grabinschriften und Zitate faszinieren mich schon lange - wer mal auf einem Friedhof spazieren geht, wird die Wirkung dieser Inschriften schnell am eigenen Leib verspüren.
Diese Inschriften gibt es schon seit Jahrhunderten und sie haben immer noch die Kraft die Phantasie anzuregen und Stimmungen herzustellen.
Ich fand es spannend, die Sätze und Wörter auf meine Weise neu zu interpretieren. Auch wenn sicher mancher Zeitgenosse davor zurück schreckt.

DGF Magazin: Bei deinen Leinwand-Illustrationen scheinst du dich auf die Acrylspachteltechnik und Kalligrafie zu konzentrieren.
Könntest du uns die beiden Techniken kurz erklären?

Patrick Hachfeld: Um das mal ganz kurz und einfach zu schildern ...
Bei der Acrylspachteltechnik wird die Leinwand mit schwarzer Farbe, ca. 7-8 mal grundiert, bis die Oberflächenstruktur nicht mehr sichtbar, bzw. spürbar ist.
Zum Schluss, ebenfalls mit schwarz, 2 mal hauchdünn nachgrundieren. Anschließend mit dem Spachtel helle Farbe auf div. Stellen auftragen. Man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen
um die dunkle Farbe mit dem helleren Farbton auf der Leinwand zu vermischen, zu feucht = schlechter Farbton, zu trocken = kein schöner Farbverlauf, der Zeitpunkt muss eben passen.
Später mit schwarz teilweise abdunkeln bis ich eine ganz bestimmte düstere Atmosphäre erschaffen habe.
Bei der Kalligarfie ziehe ich mir mit Wasserwaage und Kreide Hilfslinien und beginne dann, „step by step“,
den Text zu setzen bzw. zu schreiben, bis er für mich den besten „Fluss“ oder die richtige Harmonie ausstrahlt.
Dann wird Goldfarbe angemischt, bis die Farbe die richtige Fließgeschwindigkeit hat, tja, und dann geht es in die Schrift.
Danach werden mit Wasser und feinem Pinsel die Hilfslinien entfernt und fertig!
Ich hoffe ihr könnt euch so einen kleinen Eindruck von meiner Arbeitsweise machen.

Aber ich arbeite nicht ausschließlich mit diesen beiden Techniken. Ich male „nebenher“ mit Öl- und teilweise Acrylfarbe. Dann aber oft auf Holz,
großformatig und mit wesentlich mehr Farben, von rot über gelb bis grün, die ganze Palette. Aber, was mich immer wieder am meisten fasziniert, ist
das Gefühl, wenn ich eine Leinwand fertiggestellt habe und der Moment kommt, dass ich mit meinen Fingerspitzen über die Leinwand „trippel“,
sie fühlt sich dann so glatt und so schwer an wie Leder (echt unglaublich!). Ja, und dass ist es für mich, jeder Künstler hat nen kleinen Spleen .

DGF Magazin: Wie lange sitzt du durchschnittlich an einem Werk von dir?

Patrick Hachfeld: Genau lässt sich das natürlich nicht sagen, aber ich benötige für jedes Bild schätzungsweise zwei bis drei Monate.
Ich mache mir Gedanken über das Motiv und den Aufbau, grundiere die Leinwand, arbeite dann erst das Motiv aus.
Zum Schluss ergänze ich die Schrift – das Ganze zieht sich tatsächlich ziemlich hin, da auch immer wieder etwas übermalt wird um neu erschaffen zu werden.

DGF Magazin: Ein weiteres Thema für dich ist ja Poesie. Was fasziniert dich an ihr?

Patrick Hachfeld: Manchmal fallen mir ungewöhnliche Worte und Ausdrücke ein,
die sich dann zu längeren Texten formen. Oft beginnt es aber tatsächlich mit einem einzelnen Wort, dass dann Assoziationen und Bilder in mir weckt.
Oft suche ich nach einem bestimmten Reim und verwerfe dann etliche, bis ich den richtigen finde. Das kann schon ein bis zwei Wochen dauern...

DGF Magazin: Wie viel Persönlichkeit von dir steckt in deinen Texten?

Patrick Hachfeld: Das verhält sich ähnlich wie mit den Bildern.
Es wäre sicher nicht gelogen, mich als eher melancholischen und romantischen Typ zu beschreiben. Von daher steckt da schon ein großer Teil von mir selbst
in den Texten – wenn natürlich auch nicht alles. Wie bei den Bildern sind auch die Texte Momentaufnahmen meiner Seele und meiner Stimmung während des Schaffensprozesses.

DGF Magazin: Was verleitet jemanden wie dich dazu, so viel über "Fleischeslust" zu schreiben?

Patrick Hachfeld: Na, was wohl,…knick knack. NEIN, Scherz, Tod, Schmerz, Lust, Fortpflanzung, das Werden und Vergehen von Leben sind DAS zentrale Thema überhaupt.
Für mich sind das alles Dinge mit denen sich Jeder auf seine eigene Weise auseinandersetzen muß.

DGF Magazin: Bei Werken wie "Eisgang", "Seelengaff" und "Magma" kombinierst du Poesie und Illustrationen. Inwiefern stehen Bild und Text in Verbindung miteinander?

Patrick Hachfeld: Bei diesen Bildern hatte ich die Gedichte im Hinterkopf und habe die Untergründe passend dazu gestaltet.
Sie sollten die Stimmung der jeweiligen Verse reflektieren und verstärken. Beim Bild „Eisgang“ z. B. sollte der Hintergrund wie harter Beton wirken,
der das Kalte und Schroffe von Eis widerspiegelt.

DGF Magazin: Da ja sicher nicht jeder Zuagng zu deinen Werken findet, stellt sich die Frage nach dem bisherigen Feedback zu deinen Arbeiten?

Patrick Hachfeld: Ja, da geb ich dir Recht, es ist nicht einfach hinter das zu sehen, was alltäglich ist, für Viele tun sich da Abgründe auf.
Dennoch ist das Feedback bisher überraschend positiv. Ich erhalte unheimlich viel Zuspruch und Lob, auch von Menschen, bei denen ich es nicht unbedingt erwartet hätte.
Natürlich ist das nicht jedermanns Geschmack, das ist mir nicht nur klar, es ist mir sogar ganz recht.
Manchen sind Themen, Motive oder Farben zu düster und zu morbide, aber damit kann ich leben. Wenn ich massenverträgliche Kunst machen würde,
hätte ich den Pinsel schon vor langer Zeit in die Ecke geschmissen.

DGF Magazin: De Profundis ars.anima.cor nennt sich deine Seite. Inwiefern ist das ein gelungener Titel für dein Wirken?

Patrick Hachfeld: Nun, „De Profundis“ ist der eigentliche Titel, den ich von einem Bild übernommen habe.
Das "ars.anima.cor" ist für mich mehr als ein Untertitel: Kunst.Seele.Herz – das sind die bestimmenden Themen in meinem Leben.

DGF Magazin: Was war dein bisheriges persönliches Highlight?

Patrick Hachfeld: Da gibt es sogar zwei!
Ich habe fast jeden Tag mein ganz persönliches Highlight!
Und zwar, wenn man mit der U3 fährt, zwischen den U-Bahnstationen Landungsbrücken – St. Pauli.
Dort hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Hamburger Hafen, und in einem „Zeitfenster“ von ca. 3-5 sek.
sieht man im Vorbeifahren die Schifffahrtsrinne raus aus dem Hafen, das Wasser und der Horizont werden dort eins.
Endlose Weite, Fernweh (Island?!), Melancholie. Einfach ein Moment, der mich jeden Tag auf´s Neue fasziniert und fesselt.
UND:
Die absolut positive Resonanz von Dr. Mark Benecke, dem Forensiker: „cool und einzigartig“ sind seine Aussage bezogen auf meine Kunst.
Und natürlich die CD-Cover Artwork für den Metal Hammer.

DGF Magazin: Was sind deine Pläne für das restliche Jahr 2013?

Patrick Hachfeld: Noch ein oder zwei Bilder und drei - vier Gedichte fertigzustellen.
Ein bisschen Urlaub wäre auch nicht schlecht (Island wäre toll).

DGF Magazin: Vielen Dank Patrick für das Interview und wir wünschen dir für die Zukunft viel Erfolg und hoffen bald wieder mehr von dir zu sehen.

Patrick Hachfeld: Ich danke Euch für das Interview und wünsche dem DGF Magazin-Team ebenfalls alles erdenklich Gute.
Und falls ihr mal ein düsteres Banner braucht, meldet euch einfach bei mir. Oder MtP und ich machen mal wieder ein paar gemeinsame Arbeiten




Hier ein paar Werke von Patrick Hachfeld

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Weitere Werke von Patrick findet ihr auf seiner Homepage: http://http://www.de-profundis.com/ oder auf Facebook http://www.facebook.com/ars.anima.cor