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Interview mit MESSENGER

Messenger - Comic 01Erst einmal ein dickes Servus an die Mannen von MESSENGER! Wir hatten ja bereits vor zwei Jahren miteinander zu tun, als ihr euer zweites Album See You In Hell herausgebracht habt. Doch nun seid ihr mit einem ehrgeizigen Projekt namens Starwolf zurück, was eine ganz eigene Erzählung mit komplexem Handlungsrahmen darstellt. Wie würdet ihr Starwolf beschreiben?

Starwolf ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte von fünf Weltraumpiraten erzählt, die unter der Flagge von Kapitän Wolf „Sternenwolf" Morgan für die Freiheit kämpfen. Aber nicht nur die Texte richten sich nach der Geschichte, sondern auch die Bandmitglieder, indem sie die einzelnen Charaktere des Buches auch live verkörpern. Und das beste dabei ist, daß es auch für Fans interessant ist, die sich nicht für derlei Dinge interessieren, denn musikalisch ist es die konsequente Weiterentwicklung von der See You In Hell. Wir haben inzwischen unseren Stil gefunden, der im schnörkellosen Powermetal angesiedelt ist.

Ihr habt uns ja bereits im letzten Interview verraten, dass ihr neben klassischen Metalthemen auch ein reges Interesse an Science-Fiction hegt. Doch mit dem neuen Album macht ihr ja Nägel mit Köpfen und habt zu diesem Zweck mit VICTOR L. PAX zusammengearbeitet. Wie kam es zu dieser Kollaboration?

VICTOR ist ein alter Studienkollege von mir, mit dem ich damals die Philosophische Fakultät promoviert habe. Letztes Jahr hatte ich ihn zufällig wiedergetroffen und wir sind ins Gespräch gekommen. Er war – obwohl ein reiner Klassik-Hörer – am Ende so fasziniert von meinen Erzählungen über die Welt des Heavy Metals, daß er sich intensiv mit uns beschäftigt hatte und mit der Idee kam, einen Roman über uns zu schreiben, in dem unsere Erlebnisse auf Tour und Konzerten und generell unsere Lebenseinstellung verarbeitet werden.

Wie schwierig war eigentlich die Produktion des neuen Albums? Man sagt ja, dass Konzeptalben grundsätzlich schwieriger zu produzieren seien, weil sich das Album um ein konkretes Thema dreht. Doch ihr erzählt in Starwolf ja eine spezielle und eigene Geschichte, was es in dieser Form nur sehr sehr selten gibt. Magica von DIO und Tommy von THE WHO sind zwei einsame Beispiele.

Musikalisch haben wir uns keine Grenzen gesetzt und auch textlich kann man sagen, daß sich die Zusammenarbeit mit VICTOR als Romanautor und mir als Textdichter gegenseitig im positiven beeinflußt hat. Wir haben oft zusammengesessen und uns kaputtgelacht, wie zum Beispiel darüber, daß wir den DECKES mal auf Tour auf dem Rasthof vergessen haben. Das wurde prompt in der Geschichte verarbeitet.

Ich will ehrlich sein: als ich das Cover von Starwolf zum ersten Mal gesehen hab, dachte sich sofort an die berühmt-berüchtige Heavy Metal Franchise; an die Kinofilme, die Comics und die Live-Actionserie. War Heavy Metal für euch auch eine Inspiration? Schließlich setzt sich die Franchise auch erheblich mit Science Fiction auseinander.

Auf der See You In Hell haben wir den Song „Prophecy", der handelt von Heavy Metal F.A.K.K.². Generell ist diese Serie schon immer sehr inspirierend gewesen. Für uns ist dieser Vergleich ein Lob. Vielen Dank.

Als offizieller Boss unserer Film + Serienabteilung kann ich euch berichten, dass derzeit an zwei Kinofilmen zu Heavy Metal gearbeitet wird, während sich die zweite Staffel der Live-Actionserie gerade in der Produktion befindet. Ich würd's echt geil finden, wenn ein MESSENGER-Song darin zu hören wäre. Wie seht ihr das?

Aber natürlich. Wir als Piraten sind zu allen Schandtaten bereit. Da sind wir auf jeden Fall mit an Bord.

Gerade das neue Material wäre ja für diesen Zweck prädestiniert! Klar, die Songs gehören alle zu einem Handlungsrahmen, doch Stücke wie „Reign Of The Righteous" oder „Chosen One" hätten echtes Potential. Welchen Song aus dem neuen Album würde ihr bevorzugen, auch generell betrachtet?

Leider muß ich Dich enttäuschen, wir machen keine Statements zu unseren Songs, da wir der Ansicht sind, daß es nur diejenigen auf die CD geschafft haben, die gut sind. Der Rest wird nach live-Tauglichkeit und dem Willen der Fans entschieden. Wir spielen die Musik, die wir schon immer spielen wollten, aber die Fans müssen entscheiden, was sie live hören möchten.

Das letzte Mal hatten wir uns über eventuelle Zusammenarbeiten mit anderen Metalgrößen unterhalten. Und siehe da, auf Starwolf gibt es gleich drei davon! Nämlich RALF SCHEEPERS, die Jungs von PREACHER sowie JUTTA WEINHOLD von ZED YAGO. Das ist sehr beachtlich, wenn ich das so sagen darf. Wie war es mit so bekannten Kollegen im Studio zu stehen?

Das war eine tolle Erfahrung, zumal wir nur mit Künstlern arbeiten, die wir auch selbst kennen und mit denen wir auch die Bühne geteilt haben. PREACHER hatte mal bei uns angefragt, live für "Kill The DJ" die Gitarre zu spielen, so kam der Kontakt zustande. Er ist ja Pfarrer von Beruf, was ziemlich interessant ist, denn sein Solo haben wir bei ihm Zuhause im Pfarrheim aufgenommen. JUTTA kennen wir auch von Festivals, ebenso den RALF. Die beiden haben in ihren eigenen Studios ihre Tracks aufgenommen und uns zukommen lassen.

Man muss aber an dieser Stelle erwähnen, dass man PREACHER und JUTTA WEINHOLD nur auf dem Digipak erleben kann, da ihre Beiträge die Bonustracks von Starwolf bilden. War das eine kommerzielle Entscheidung, denn in der Branche wird ja auch immer ein wenig mit etwaigen Gaststars geprotzt?

Es war als Bonbon für die Fans gedacht, wodurch das Digipak auch einen ordentlichen Mehrwert bekommen hat.

Andererseits handelt es sich bei beiden Songs ja auch um Coverversionen. Ihr liefert zusammen mit PREACHER eine starke Version von RUNNING WILDs „Port Royal", während ZED YAGO ihren Klassiker „Blackbone Song" schmettert. Beide Stücke fügen sich aber auch recht gut in die Storyline ein. Habt ihr euch die beiden Stücke aus diesem Grund rausgesucht?

Die Songs passten einfach textlich nur sehr locker in das Gesamtkonzept, da sie von klassischer Piraterie handeln oder gar von Mystik und nicht von Science-Fiction. Dennoch verbindet sie mit unserem neuesten Werk der Hang zum Freibeutertum. Daher auch der "Blackbone Song". "Port Royal" von RUNNING WILD war einfach ein Muß, da die Piraten im Roman einen Raumhafen haben, der „New Port Royal" genannt wurde. VICTOR hat ja nicht geahnt, welches Stichwort er uns damit gegeben hat. Daher mußten wir diese Nummer einfach Covern.

In diesem Sinne drängt sich hier jedoch noch eine andere Frage auf: warum eine Coverversion? Warum nicht, wie bei der Zusammenarbeit mit SCHEEPERS, einen eigenen Song performen?

Der "Blackbone Song" ist einfach zu legendär, da war die Verlockung zu groß, wenn man schon die Gelegenheit hat, mit JUTTA zu singen. Und das mit "Port Royal" habe ich ja eben schon erklärt.

Eigentlich könnte man Starwolf ja so stehen lassen, doch der Untertitel eures neuen Longplayers nennt sich Pt. 1: The Messengers. Bedeutet das, dass ihr vorhabt, die Geschichte in einem weiteren Album fortzusetzen?

Es ist mal so geplant, aber das steht momentan noch ... tja... in den Sternen... ;-)

An dieser Stelle sind wir leider schon am Ende unseres Interviews angelangt, doch bei so ner coolen Band würde eine Frage allein schon lohnen. Darum viele Grüße an MESSENGER!

Wir danken Dir für Deine interessanten Fragen und Deinen Lesern für die Aufmerksamkeit. Wir sollten uns mal in New Port Royal auf Dock 9 treffen und unseren Kargen Gewinn in einer Spelunke verprassen.