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Terminator Genisys

Terminator Genisys - Poster 01Regie: ALAN TAYLOR
Drehbuch: PATRICK LUSSIER & LAETA KALOGRIDIS
Medium: Kino
Spielzeit: 126 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 9. Oktober 2014

 

„Wir können Skynet aufhalten, noch bevor Skynet gestartet wird. Wir können die Zukunft ändern. – Heute Nacht!"

„Aber wie sollen wir die Zukunft ändern, wenn wir bereits die Vergangenheit verändert haben?"

 

Terminator Genisys 07Vor 30 Jahren gelang ARNOLD SCHWARZENEGGER (Predator, Conan der Barbar, Total Recall) mit seiner Darstellung des Killer-Cyborgs in Terminator eine Kultfigur des Actionkinos, die auf ewig und erinnerungswürdig in die Kinogeschichte einging. Jetzt kehrt die Killermaschine auf spektakuläre Weise in einem fünften Kinofilm zurück, der gleichzeitig eine Fortsetzung und ein Reboot der gesamten Reihe darstellen soll. PATRICK LUSSIER (My Bloody Valentine 3D, Drive Angry 3D, White Noise) und LAETA KALOGRIDIS (Avatar, Shutter Island, Alexander) haben gemeinsam das Drehbuch verfasst, Regie führte ALAN TAYLOR (Thor: The Dark World) und der Hauptdarsteller ist (erneut) ARNOLD SCHWARZENEGGER. Hinzu kommen jedoch auch EMILIA CLARKE (Game Of Thrones), JAI COURTNEY (Stirb Langsam 5, Spartacus: Blood And Sand, Das Versprechen eines Lebens) und JASON CLARKE (Lawless, Zero Dark Thirty, Kind 44). In den Nebenrollen werden unter anderen Südkoreas Edelexport LEE BYUNG-HUN (I Saw The Devil, J.S.A. – Joint Secruity Area, A Bittersweet Life), J.K. SIMMONS, SANDRINE HOLT (Fear The Walking Dead, The Returned, House Of Cards) und MATT SMITH (Doctor Who) zu sehen sein.
Terminator Genisys 05In Deutschland startet Terminator Genisys am 9. Juli 2015. In den USA startete der Actionhammer jedoch schon am 1. Juli und erreichte zusammen mit den wenigen internationalen Starts bereits ein Ergebnis von ganze 54 Millionen Dollar innerhalb von nur zwei Tagen, ohne die Zahlen des ersten Wochenendes mit einzuberechnen, die erst am Montag veröffentlicht werden. Es zeichnet sich also für den fünften Film nun abermals ein riesiger Hit ab, mit dem sich leicht der geplante sechste Teil realisieren lässt. Doch – im Vergleich zur der gesamten Terminator-Reihe – fielen die Kritiken bei Terminator Genisys meist sehr negativ und zum Teil gar vernichtend aus! Bei Metascore erreicht der Actionfilm derzeit nicht einmal 40%, bei Rotten Tomatoes sogar nur extrem faulige 26% (!!!) - obwohl das Publikum den Actionfilm viel positiver aufnimmt. Das stellt uns vor die Frage, ob Terminator Genisys wirklich so dermaßen schlecht ist oder unsere amerikanischen Kollegen wieder eine vollkommen andere Sicht auf den Sachverhalt besitzten. Schließlich standen wir neulich mit Sin City: A Dame To Kill For vor einem ganz ähnlichen Problem, dass die Kritiker in den USA dem Film ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausstellten, wozu es nicht den geringsten Anlass gab. Doch was bedeutet dies im Falle des Terminators? Nun, im Rahmen einer Pressevorführung durften wir uns den Film ebenfalls vorab ansehen und auf eigene Faust herausfinden, ob Terminator Genisys ein neues Schlusslicht der Franchise darstellt, oder ob der Actionthriller die Geschichte doch akzeptabel fortsetzen kann.

 

Terminator Genisys 12Das Jahr 2029, der Krieg gegen die Maschinen steht kurz vor seinem Ende. John Connor hat die Menschheit zum Sieg gegen Skynet geführt und nun leitet er die letzte Offensive gegen einen Anlage im ehemaligen San Francisco, die die Zeitmaschine enthält. John weiß ganz genau, welche finsteren Pläne Skynet im Schilde führt, hofft aber dennoch, dass er den Terminator noch rechtzeitig aufhalten kann. Doch er kommt zu spät. Der T-800 ist bereits durch die Zeit gereist. John weiß nun, dass er keine andere Wahl mehr hat. Er schickt seinen unwissenden Vater Kyle Reese zurück ins Jahr 1984, um sie vor dem Terminator zu beschützen. Doch kaum angekommen überschlagen sich die Ereignisse. Ein T-1000 erwartet ihn und er wird von Sarah in letzter Sekunde gerettet. Erst jetzt erfährt Kyle, dass Skynet noch weitere Terminator in die Zeit zurück geschickt hat, um den Lauf der Geschichte zu verändern. So wurde Sarah Connor bereits als 9-jährige von einem T-1000 attackiert. Ihre Familie wurde dabei ausgelöscht, doch Sarah konnte in letzter Sekunde von einem anderen Terminator gerettet werden, der sie nun auch großgezogen hat. Gemeinsam haben sie sich auf die Ankunft von Kyle Reese vorbereitet und planen sogar Skynet aufzuhalten. Doch Kyle ist verunsichert, denn er hat während seiner Zeitreise einige Dinge gesehen, die ihn an Sarahs Worten zweifeln lassen. Doch viel Zeit zum Nachdenken haben die Drei nicht, denn Skynet hat noch ganz andere und viel bösartige Überraschungen parat.

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Kurzum: es zeigt sich, dass unsere amerikanischen Kollegen einmal mehr ein weitgehendes Problem mit Fortsetzungen haben, denn Terminator Genisys erweist sich in der Tat viel stärker als angenommen, obwohl er mit den ersten beiden Teilen natürlich nicht auf Augenhöhe steht.
Terminator Genisys 15Dass JAMES CAMERON Genisys nun als den eigentlichen dritten Film bezeichnete, ist nach der Sichtung kaum verwunderlich, denn Terminator Genisys ignoriert die beiden Vorgänger Terminator 3 und Terminator Salvation fast komplett! Hier findet der Tag des jüngsten Gerichts wieder im Jahr 1997 statt und wurde nicht auf das Jahr 2003 verschoben. Der Krieg und der endgültige Sieg der Menschen spielen sich exakt so ab, wie es Kyle Reese uns in den 1980ern erzählte, und zu guter Letzt greift Terminator Genisys in seinen ersten Mintuten zahllose Momente von Terminator anno 1984 auf, die er perfekt zitiert und teilweise sogar das originale Bildmaterial verwendet! Doch Terminator Genisys orientiert sich nicht nur größtenteils an den ersten beiden Filmen, sondern entwickelt auch manche Ansätze weiter, die JAMES CAMERON angestoßen hatte. Unter anderem bekommt die Beziehung zwischen John Connor und Kyle Reese durch einige Dialoge wesentlich mehr Tiefe und man versteht auch endlich, warum Connor als Anführer so geachtet und geschätzt wird. Daneben erfahren wir auch, was dabei herauskommt, wenn ein Kind von einem Terminator groß gezogen wird, womit Terminator Genisys einer These aus Terminator 2 auf den Grund geht und in seinen Plot einfügt. Bei näherem Hinsehen entdecken wir aber einige Ungereimtheiten, bei denen sich LUSSIER und KALOGRIDIS von den ersten beiden Filmen entfernen. Während Kyle Reese in Salvation im Teenager-Alter von John Connor aus einem Lager befreit wird – was dem Original von 1984 entgegenkommt – so wird Kyle Reese hier schon im Kindesalter von John während einer Patrouille aufgelesen und als Schützling angenommen. Außerdem tauchen schon bei der ersten Zeitreise von Kyle Reese unangenehme Fragen auf, die ich hier nicht spoilern möchte, aber gleich auf den geplanten sechsten Film verweisen und sich kaum mit den Storylines von Terminator bis Terminator Salvation vereinbaren lassen.
Terminator Genisys 10Zum Beispiel präsentieren uns LUSSIER und KALOGRIDIS nun gleich zwei neue Terminator – den T-3000 und gleich einen T-5000 – geben uns aber keine Erklärung ab, woher diese beiden Killer-Cyborgs stammen. Stattdessen bemühen sie sich auf der anderen Seite wieder etwas mehr um Philosophie als noch JONATHAN MOSTOW oder JOHN BRANCANTO & MICHAEL FERRIS. Sarah Connor und Kyle Reese debattieren und streiten sogar über die Auswirkungen ihres Handels und ihrer Zeitreise, welcher Angriff zu welcher Zeit die richtige Entscheidung ist, um den Krieg zu verhindern. Dies führt auch zu Unsicherheiten beim Zuschauer, was jedoch nicht gerade für Terminator Genisys spricht, da man nun nicht mehr weiß, wie und wo man den Film einordnen sollte. Um die Verwirrung noch etwas hervorzuheben, erforschen die beiden Autoren gezwungenermaßen auch die wissenschaftlichen Grundlagen über Zeitreisen und deren Möglichkeiten. Dadurch steckt grundsätzlich viel mehr Substanz als in Terminator 3 und Terminator Salvation zusammen, was sich aber nicht unbedingt mit dem Plot von Terminator Genisys vereinbaren lässt. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt uns sowieso nicht, denn der Film präsentiert uns genau dann, wann es uns mit theoretischem Gerede zu viel wird, eine sehr dicke Dosis Action und leider auch etwas massenkompatibelen Humor. Die Witze, die meist auf das Konto des Terminators gehen, knüpfen an den groben Humor von Terminator 2 an und sind an manchen Stellen tatsächlich amüsant, wirken aber in anderen Situationen etwas kontraproduktiv.
Terminator Genisys 14Erst recht bei den fabelhaften Actionszenen, bei denen die Pyrotechniker ihr ganzes Können auffahren. Tatsächlich kracht es hier den ganzen Film über, weshalb Terminator Genisys durchaus ein sehr rasanter Actionfilm ist. Bereits in den ersten Minuten widmet sich der Streifen der ultimativen Schlacht gegen Skynet und die Zeitmaschine. Die Fronten von Maschinen und Menschen prallen gnadenlos gegeneinander und werden jeweils reihenweise niedergemacht. Spektakulär auch die große Verfolgungsjagd auf der Golden Gate Bridge und das gelungene Finale in der Cyberdine-Forschungszentrale. Die Kämpfe zwischen den Cyborgs wirken recht industriell, sind jedoch dynamisch anzuschauen und natürlich geht dabei Allerhand zu Bruch. Und das ist in diesem Falle auch wichtig, weil die Gewalt auf diese Weise von den Menschen abgelenkt wird. Wegen der immensen Kosten und da es sich um eine Hit-Franchise handelt, wurde Terminator Genisys als PG-13 vergleichsweise FSK 12 gedreht, die der Film letztendlich auch bekommen hat. Das äußert sich in oberflächlichen Gewaltszenen, in denen es extrem blutarm zur Sache geht. Jurassic World, der nur einen Monat zuvor mit einer FSK 12 veröffentlicht wurde, war um sehr Vieles blutiger und ging auch viel radikaler mit Menschenleben um, als Terminator Genisys. Sogar in den ganz wenigen Szenen, in denen hier Menschen aufgespießt werden, wird kaum ein Tropfen Blut vergossen und auch in der Sprache gibt es nicht allzu derbe Schimpfwörter zu hören. Allerhöchstens einmal „Scheiße" und einmal „Arschloch"; genauestens abgezählt. Da wundert es schon ein wenig, dass sich Terminator Genisys dennoch angenehm schwer und etwas bedeutsamer anfühlt.

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Terminator Genisys 18Die Story von Terminator Genisys kommt tatsächlich sehr schnell in die Gänge, überrascht mit einer guten Balance zwischen Handlungs- und Actionszenen, die ungemein flüssig ineinandergreifen und fast wieder das Niveau der ersten beiden Filme erreichen können. Mit anderen Worten: Terminator Genisys kann volle Zwei Stunden gute und vor allem kurzweilige Unterhaltung abliefern, auch wenn es dem Film etwas an psychologischer und philosophischer Tiefe fehlt. Dafür verantwortlich sind leider nicht zuletzt so einige Logiklöcher. Natürlich lange nicht so derbe und so zahlreich, wie in Terminator Salvation, aber nicht minder ärgerlich, weil sie mit einfachen Mitteln vermeidbar gewesen wären. Zum Beispiel fällt Kyle Reese kurz vor seiner Zeitreise das berühmte Foto der schwangeren Sarah Connor aus seiner Tasche obwohl man im Original von 1984 deutlich sieht, wie das Bild bei einem Angriff den Flammen zum Opfer fällt. Dabei hätte man den Dialog zwischen John und Kyle auch ohne dieses Bild inszenieren können. Dieser Kyle Reese besitzt übrigens auch kaum eine Narbe am Körper. Das sind also schon etwas gröbere Schnitzer, die untypisch für ALAN TAYLOR sind. Liegt es vielleicht an einer längeren Fassung? Mitnichten, da diese Logikfehler existenziell mit dem Plot von Terminator Genisys verknüpft sind. Da aber bisher von fast jedem Teil der Reihe, mit Ausnahme von Terminator 3, eine längere Fassung erschienen ist, kann man auch hier mit einer Extended Version oder einem Director's Cut rechnen, obwohl es dazu kaum einen Anlass gibt. Terminator Genisys ist gut geschnitten und gibt selbst keine Hinweise auf Handlungs- oder Gewaltschnitte. Dafür entdecken wir des Öfteren einige Indizien für den geplanten, sechsten Film
Terminator Genisys 03Der Film endet zwar für die Franchise ungewöhnlich harmonisch, aber noch während der Abspann läuft erinnert uns einer der Hauptcharaktere daran, dass die Geschichte von Kyle Reese, Sarah Connor und des Terminators noch nicht zu Ende ist und man nun bislang ungeklärte Fragen auf den Grund gehen möchte. Wer hat zum Beispiel den jetzigen Terminator programmiert und in die Zeit zurückgeschickt? Warum besitzt diese Maschine nun scheinbar Gefühle? Wodurch wurde die urtümliche Zeitlinie überhaupt korrumpiert? Ein weiterer Hinweis auf die Fortsetzung von Terminator Genisys findet sich auch in der Besetzung mit COURTNEY B. VANCE und DAYO OKENIYI als Vater-Sohn-Gespann Miles & Danny Dyson, die in der Zeitlinie von Terminator Genisys die Leitung von Cyberdine übernommen haben. Damit bleibt der Actionfilm den ersten beiden Teilen wiederum absolut treu, doch OKENIYI und VANCE huschen in zwei Szenen nur einmal sehr kurz durch das Bild und haben quasi nicht den geringsten Einfluss auf die Handlung. Dabei handelt es sich bei beiden um bekannte Schauspieler, die man wohl kaum wegen diesen wenigen Sekunden verpflichtet hat. Ein letzter Hinweis auf das geplante Sequel findet sich nach dem Abspann, weshalb man nach dem Ende von Terminator Genisys noch ein paar Sekunden ausharren sollte. Richtig derbe Kritik verdient ohnehin nicht der Film an sich, sondern die Werbekampagne. Der Actionthriller liefert nämlich ein bis zwei sehr effektive und überraschende Wendungen, die man jedoch in letzten Kinotrailern vorweg nahm und dem Publikum direkt unter die Nase rieb, was sich leider schon auf der Erlebnis im Kino auswirkt. Da verhielten sich die verantwortlichen Firmen hinter Star Trek Into Darkness wesentlich professioneller, denn dort hielt man brisante Details unter Verschluss, damit erst im Kino die Bombe platzen konnte.

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Terminator Genisys 04Beim Aufwand für Terminator Genisys ließ man sich natürlich nicht lumpen. Was genau der Film gekostet hat, wird uns leider nicht verraten. Die Schätzungen gehen jedenfalls von circa 155 Millionen Dollar aus, wobei man leicht erkennen kann, dass die Gelder in erster Linie in die Kulissen und in die Spezialeffekte geflossen sind. Die Kulissen werden nämlich nach allen Regeln zerstört, wobei jedoch auch arg mit dem Computer nachgeholfen wurde. Immerhin sind die Computertricks auf einem derart perfekten Level, dass sie flüssig in die animatronischen Effekte und das Make-Up übergehen, die von Legacy Effects kreiert wurden; der Nachfolgefirma von STAN WINSTON, der bei allen Terminator-Filmen die Effekte kreierte, aber Mitte 2008 während der Dreharbeiten zu Terminator Salvation starb. Hierbei bleibt sich die Franchise also treu und die Effekte bleiben im Haus, während man sich beim Soundtrack leider von den Vorgängern entfernt. Mit Ausnahme des RAMONES-Klassikers „I Wanna Be Sedated" ist die Score von LORNE BALFE (Ironclad, Son Of God, Assassin's Creed) zwar vollkommen klassisch arrangiert, geht aber in den zahlreichen Effekten und Actionszenen komplett unter. Nicht zuletzt deswegen, weil die berühmte Hookline von BRAD FIEDEL kein einziges Mal mehr zu hören. Allerhöchstens erinnert das kurze Drum-Solo musikalisch noch an die ersten beiden Filme, die wesentlich einprägsamer waren. Das wirkt sich leider negativ auf Terminator Genisys aus, da er eben viele Momente des Originals aufgreift. Immerhin ist das 3D bei Genisys sehr zufriedenstellend ausgefallen, da das Bild eine tollte Tiefe besitzt und auch zahlreiche Plop-Out-Effekte verwendet.

 

Terminator Genisys 13Der Cast wird – bei einem Terminator – natürlich von ARNOLD SCHWARZENEGGER angeführt, der nun die Rolle eines unbekannten Models übernommen hat. Man weiß nur, dass es sich um einen T-800 handelt, der Sarah Connor beschützen muss und letztendlich sogar aufzieht. Dass die kühle und industrielle Distanz SCHWARZENEGGER entgegenkommt, sollte dabei allen Zuschauern klar und es tut auch gut, ihn gleich mehrfach auf der Leinwand zu sehen. Quasi im Duell mit sich selbst, was durch Pixelhilfe und dem Bodydouble BRETT AZAR ermöglicht wird. Eine gute Wahl hat man bei der Neubesetzung von Sarah Connor getroffen, indem man EMILIA CLARKE verpflichtet hat. Die Britin sieht der originalen LINDA HAMILTON tatsächlich etwas ähnlich, agiert jedoch wesentlich aggressiver, abgeklärter und kriegerischer. Nur in wenigen Momenten bricht noch die urtümliche Unsicherheit des Original-Charakters durch. Besonders mit Blick auf Kyle Reese, der hier von JAI COURTNEY gespielt wird. Meiner Ansicht nach eine Fehlbesetzung, da er seinem Vorbild MICHAEL BIEHN in keinster Weise ähnlich sieht und den misstrauischen Kyle im Verlauf des Films immer aufgeschlossener darstellt. Letzter im Bunde der Hauptdarsteller ist JASON CLARKE. Er spielt den gereiften John Connor und somit den Anführer der Menschen mit einem soliden Charakter, charismatisch und dennoch etwas melancholisch. Unter den ganzen Nebendarstellern sticht vor allem J.K. SIMMONS heraus. Er spielt dem Alkohol zugeneigten Detective O'Brien, der 1984 in den Kampf um die Zukunft hineingezogen wurde und besessen von dem Fall ist und korrekt die These aufstellt, dass es sich um Zeitreisende handelt.
Große Enttäuschung macht sich jedoch mit LEE BYUNG-HUN, SANDRINE HOLT und MATT SMITH breit. LEE gilt als einer der besten Schauspieler Asiens, ist in seinem US-Debüt jedoch nur begrenzt als ein namenloser T-1000 zu sehen, mit dem Sarah Connor und Co. überraschend leicht fertig werden. Sowohl SANDRINE HOLT und MATT SMITH sind angesehene und TV-Stars, die bei Terminator Genisys jedoch wirklich nur mal sehr kurz durchs Bild huschen und schon wieder verschwunden sind. HOLT hat als namenlose Polizisten dabei noch nicht einmal eine Sprechrolle, während MATT SMITH als Widerstandskämpfer immerhin einige wenige Sätze sagen darf. Vielleicht entdecken wir aber auch hier einen weiteren Hinweis auf den geplanten sechsten Film.

 

Terminator Genisys 17Fazit: Der mittlerweile fünfte Teil Terminator Genisys ist bei Weitem nicht so schlecht, wie die US-Kritiken vermuten ließen, und kann die Franchise zumindest wieder in vernünftige Bahnen lenken, indem er uns eine interessante Grundidee präsentiert, wobei er sich an den ersten beiden Filmen von JAMES CAMERON orientiert und die letzten beiden Filme vollständig ausblendet. Letztendlich überzeugt Genisys mit überraschenden Wendungen, etwas mehr Philosophie, grandiosen Spezialeffekten und hervorragend eingefangenen, großartig umgesetzten Actionszenen. Dabei besitzt das lasche PG13-Rating jedoch zu viel Dominanz, was sich in kontraproduktiven Witzen und erheblicher Blutleere äußert, was Regisseur ALAN TAYLOR jedoch geschickt zu kaschieren weiß. Auf der anderen Seite sind manche Details auffällig grob ausgearbeitet, es gibt einige penetrante Logiklöcher, großartige Schauspieler werden regelrecht verbraten, stellenweise wäre noch viel mehr Nähe zum Original möglich gewesen – beispielsweise beim Soundtrack – und es bleiben zu viele Fragen offen, die eine Fortsetzung implizieren. Einer Fortsetzung wohlgemerkt, von der die Kinogemeinde bereits lange vor Kinostart in Kenntnis gesetzt wurde, wie auch die Trailer von Terminator Genisys die effektivsten Wendungen vorweg nehmen.
Wir vergeben darum 6,5 von 10 Punkten, wobei Terminator Genisys mit einer sorgfältigeren Inszenierung locker eine höhere Wertung erreicht hätte. Sehenswert und besser als Terminator 3 oder Terminator Salvation ist dieser Kinofilm allemal.