MtP Artcorner


SOD1Kalender
Die Kalender und Artbooks von MtP Art (Mario Heyer),
die in Zusammenarbeit mit dem CALVENDO Verlag
entstanden,
sind im Handel erschienen. Nähere infos bekommt ihr
hier -->

Follow us on Facebook

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Star Wars 7 - Poster 02Regie: J.J. ABRAMS
Drehbuch: LAWRENCE KASDAN, J.J. ABRAMS und MICHAEL ARNDT
Medium: Kino
Spielzeit: 135 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 17. Dezember 2015

 

„Möge die Macht mit dir sein.“

 

Als Krieg der Sterne im Jahr 1977 in den Kinos anlief, war das die Geburtsstunde des Blockbusters! Satte 775 Millionen Dollar spielte der Streifen insgesamt ein, was nach heuten Maßstäben ganze zwei Milliarden Dollar wären! Somit war Krieg der Sterne einer der ersten wirklichen Straßenfeger und stieß das Tor zu einer ganz neuen Ära auf.

 

SPOILER:


Star Wars 1 - 01Das Sci-Fi-Märchen war aber nur der Auftakt für eine ganze Trilogie, wobei sich erst hinterher herausstellte, dass Urheber GEORGE LUCAS (Indiana Jones) eigentlich ganze neun Filme geplant hatte. So hatte LUCAS einen epischen Kampf zwischen Gut und Böse über drei Generationen hinweg im Sinn, die jeweils in drei Filmen abgehandelt werden sollten. Das Ende der großen Geschichte gleich vorweg zu nehmen, das erschien recht abwegig, weil es aus narrativer Sicht kaum einen Sinn ergeben hätte. Ein ähnliches Experiment gelang erst dem Actionfilmer JOHN WOO mit seiner Kultreihe A Better Tomorrow, die er rückwärts erzählte. Aufgrund des mangelnden Budgets und der mangelnden Tricktechnik in den 1970ern entschloss sich GEORGE LUCAS, mit Krieg der Sterne die Geschichte der mittleren Generation zu erzählen, die noch im Jahr 1982 mit der Rückkehr der Jedi-Ritter vollendete. Mit dem großen Erfolg der Trilogie erhofften sich die Fans natürlich, dass der Maestro seine Reihe nun schon bald endlich fortsetzen würde, doch weit gefehlt. LUCAS wollte die Geschichte nicht fortsetzen, ohne dass er den Anfang erzählen konnte, und die Tricktechnik war seiner Meinung nach in den 1980ern immer noch nicht weit genug; trotz solcher starken Filme wie etwa Das Ding aus einer anderen Welt, Terminator oder Aliens. Erst nachdem sich Mitte der 1990er die Computertechnologie durchgesetzt hatte, sah sich GEORGE LUCAS im Stande die Geschichte der Sith und Jedi-Ritter vollends zu erzählen.


Star Wars 3 - 01Im Jahr 1999 erschien durch Die dunkle Bedrohung endlich der Anfang der Sternensaga als sogenannte Episode I, womit auch unterstrichen wurde, dass dieser Film den eigentlichen Beginn des Sternenkrieges erzählen sollte. Dabei war von Anfang an klar, dass LUCAS auch die anderen beiden Filme drehen würde. Um die Chronologie darum etwas mehr hervorzuheben, wurden die alten Filme nun leicht umbenannt und werden seither als Episoden IV, V und VI bezeichnet. Wie zu erwarten, wurde Die dunkle Bedrohung ein immenser Hit an den Kinokassen, der damals ebenfalls über eine Milliarde Dollar einspielte. Jedoch fielen manche Kritiken vernichtend aus und auch die Fans waren nicht sonderlich zufrieden mit dem Ergebnis. Unter anderem auch Dank einer lächerlichen Yoda-Puppe, dem nervigen Charakter des Jar Jar Binks und schon einer etwas zu sehr kindgerechten Umsetzung. Insgesamt wird Die dunkle Bedrohung als Enttäuschung empfunden, was aber GEORGE LUCAS mit Episode II – Angriff der Klonkrieger versuchte wieder ungeschehen zu machen. Die Kritiken fielen besser aus, doch das Publikum war noch nicht so ganz überzeugt von dem Film, der sich nach Außen hin mehr auf die Romanze zwischen Anakin, dem späteren Darth Vader, und Senatorin Padme Amidala zu konzentrieren schien. Inflationsbereinigt steht der Angriff der Klonkrieger auch von allen Teilen der Saga am schlechtesten dar; auch wenn der Film aus professioneller Sicht wieder wesentlich besser war als Die dunkle Bedrohung. Für viele Kritiker und Fans fand GEORGE LUCAS ohnehin erst mit Episode III – Die Rache der Sith wieder zurück zu alter Klasse. Der düstere Abschluss der Anakin-Trilogie erzählte zappenduster vom Ende der Republik, dem brutalen Ende Anakin Skywalkers und der Geburt von Darth Vader, was sich in einem starken Box Office Erfolg äußerte.


Star Wars 7 - 03Als bekennender Jedi-Anhänger hoffte man an dieser Stelle, dass sich GEORGE LUCAS nun endlich an die Fortsetzung der Original-Trilogie machen würde, wie er sie bereits in den 1970ern konzipiert hatte. Der Erfolg an den Kinokassen wäre ihm in jedem Fall sicher, die Special Effects waren reif genug und das Publikum war nach Episode III heiß auf einen weiteren Film. Doch GEORGE LUCAS zerstreute zunächst alle Hoffnungen mit den Worten, dass ein großer Druck auf ihm laste, ihn die Produktion eines Star Wars Films sehr anstrengen würde und eine Trilogie ihm jedes Mal über 10 Jahre seines Lebens kosten würde. Es sah also zunächst nicht danach aus, als würde der damals 61 Jährige in der nächsten Zeit seine abschließende Trilogie in Angriff nehmen, obwohl schon im Jahre 2011 erste Gerüchte über deren Realisierung aufkamen. Allerdings auch nur seichte Gerüchte, ohne dass sich LUCAS in irgendeiner Art und Weise zu den Plänen äußerte. Im Oktober 2012 kam es schließlich zu einer völlig überraschenden Wende, mit der kaum Jemand gerechnet hatte. GEORGE LUCAS verkaufte seine Firma LucasArts mit allen Zweigen und Tochterfirmen für ganze 4,05 Milliarden Dollar an Disney! Der Filmemacher begründete diesen Schritt damals mit seinem Alter von 68 Jahren und dem Willen, die Verantwortung über die Franchise nun an eine jüngere Generation abtreten zu wollen. Neue Präsidentin von LucasArts wurde die langjährige Vorsitzende KATHLEEN KENNEDY, während sich LUCAS von der Filmbranche komplett zurückzog und sich nun karitativen Aufgaben widmen will.


Star Wars 7 - 08Disney hingegen machten sich unverzüglich an die Arbeiten für den nächsten Star Wars Film. Tatsächlich kündigte der Konzern fast schon im gleichen Atemzug die Produktion der langerwarteten Episode VII an. Aber nicht nur das: nur wenige Monate später bestätigten Disney, dass sie bereits an den Episoden VIII und IX arbeiten würden und daneben auch an sogenannten Stand-Alone-Filmen, die sich jeweils um einen Charakter oder ein spezielles Ereignis um Star Wars Universum drehen werden. Inzwischen weiß man von drei verschiedenen Filmen, von denen der Erste namens Rogue One sich um die Beschaffung der Pläne des Todessterns drehen wird und der Zweite sich um einen jungen Han Solo drehen soll. Über den dritten Stand-Alone-Film ist an dieser Stelle noch Nichts bekannt, doch der Focus lag für Disney ohnehin zunächst auf Episode VII. Genauer gesagt beim Team, was den Film realisieren sollte. Schon sehr früh stand Drehbuchautor MICHAEL ARNDT (Little Miss Sunshine), der für Toy Story 3 einen Oscar bekommen hatte. Nur kurze Zeit später wurde mit LAWRENCE KASDAN ein zweiter Autor hinzugezogen, mit dem sich Disney ein echtes Schwergewicht in der Franchise leisteten; verfasste KASDAN doch schon zusammen mit LUCAS Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter! Damit kamen auch Gerüchte auf, die beiden Autoren würden sich nun für die neue Trilogie auf die Ideen von GEORGE LUCAS stützen, was ARNDT auch in frühen Interviews bestätigte. Letztendlich  konnte mit J.J. ABRAMS (Lost, Super 8) ein hervorragender Sci-Fi-Regisseur verpflichtet werden, der sich mit seinen beiden Star Trek Filmen als äußerst gewinnbringender Regisseur bewiesen hatte. Mal abgesehen davon, dass er sich von Anfang an als Riesenfan von Star Wars outete und sich persönlich für den Posten engagierte.
Star Wars 7 - 22Mit diesem Dreigespann konnte die Vorproduktion von Star Wars: Episode VII im Frühjahr 2013 endlich effektiv anlaufen, doch keine sechs Monate später verließ MICHAEL ARNDT schon wieder das Projekt. Aus welchen Gründen genau, das ist der Öffentlichkeit bis heute unbekannt, doch KASDAN und ABRAMS wollten das Drehbuch basierend auf ARNDTs Ideen gemeinsam umsetzen. Letztendlich konnte der siebte Teil der Star Wars Reihe im Frühjahr 2014 in die Dreharbeiten gehen, wofür ABRAMS – ganz der Fanboy, wie er ist – ausnahmslos alle bekannten Gesichter der Originalreihe verpflichtete. Allen voran HARRISON FORD (Auf der Flucht, Indiana Jones, The Expendables 3), CARRIE FISHER und MARK HAMILL (Midnight Ride, Sushi Girl, Batman: The Killing Joke) als Luke Skywalker, Leia Organa und Han Solo. Ferner hin aber auch ANTHONY DANIELS als C3PO, PETER MAYHEW als Chewbacca und KENNY BAKER in der Blechdose von R2-D2. Aber natürlich konnten die Sternenkriege nach über 30 Jahren nicht mit einer neuen Generation fortgesetzt werden, ohne auch neue Gesichter in die Franchise einzuführen. Und da finden sich auch zum Teil recht bekannte Namen wie OSCAR ISAAC (Sucker Punch, Drive, Ex Machina), ANDY SERKIS (Der Hobbit, Prestige, Planet der Affen), DOMHNALL GLEESON (Harry Potter, Ex Machina), ADAM DRIVER (Lincoln, Girls, Inside Llewyn Davis), MAX VON SYDOW (Der Exorzist, Shutter Island, Conan der Barbar), LUPITA NYONG’O (Non-Stop, 12 Years A Slave) sowie die beiden Newcomer JOHN BOYEGA (Attack The Block, Imperial Dreams) und DAISY RIDLEY (Scrawl).


Star Wars 7 - 28Die Dreharbeiten für Star Wars: Episode VII wurden zwar erst im Frühjahr 2015 abgeschlossen, doch schon im Herbst 2014 gab es einen ersten Teaser, der gleich sämtliche Click-Rekorde brach. Bei der gleichen Gelegenheit wurde auch der offizielle Titel Star Wars: Episode VII – The Force Awakens  bestätigt; nur wenig später auch der deutsche Titel Star Wars: Das Erwachen der Macht. Ein erster vollständiger Trailer erschien im Frühjahr 2015, der sogleich hunderte Millionen Mal weltweit angeclickt wurde und schon zu heftigen Diskussionen führte. Denn weder im Trailer noch auf den Postern war MARK HAMMILL in seiner Paraderolle als Luke Skywalker zu sehen. Dabei war HAMMILL doch verpflichtet worden und es existieren sowohl einige Promobilder als auch Fotos vom Set. Das stellte viele Fans vor ein großes Fragezeichen, doch ich möchte mich an dieser Stelle schon den Worten von J.J. ABRAMS anschließen, dass hier in The Force Awakens Alles seinen Sinn hat und es einige Überraschungen zu sehen gibt. Das kann ich an dieser Stelle schon einmal vorweg nehmen. Aber diese Maßnahme zeigt auch, wie geschickt die Werbemaschinerie von Disney arbeitet, denn durch dieses Rätsel will man nun natürlich wissen, warum ausgerechnet Luke Skywalker nirgendwo zu sehen ist. Die Antwort gibt es aber erst im Kino, weil weder Disney, noch die Filmemacher oder die Schauspieler Details zu Episode VII herausgelassen haben. Nicht zuletzt deswegen schlug der Sci-Fi-Streifen an den Kinokassen ein, wie eine Atombombe!

 

Star Wars 7 - 27Star Wars: Das Erwachen der Macht startete am 17. Dezember 2015 in den globalen Kinos und wie von vielen Experten vorhergesagt, eroberte der Science-Fiction-Film die Charts im Sturm! Den Rekord für das beste Wochende konnte Jurassic World zwar noch für sich entscheiden, doch generell hob sich The Force Awakens weit über andere Blockbuster ab. Nach exakt 12 Tagen knackte der Blockbuster die magische Grenze von einer Milliarde Dollar am Box Office und hat sich darum jetzt schon als einer der größten Hits in der Kinogeschichte bewiesen. Aber nicht nur das! Das Erwachen der Macht läuft derzeit immer noch extrem erfolgreich in den weltweiten Kinos und selbst Fans und Kritiker sind sich ausnahmsweise einig: bei der Zuschauer-Wertung von IMDB erreicht Episode VII derzeit 8,5 von 10 Punkten und liegt damit gleich an dritter Stelle noch vor der Rückkehr der Jedi-Ritter und allen drei Teilen der Anakin-Trilogie! Bei Rotten Tomatoes liegt der Streifen bei sagenhaften 94% und selbst bei dem überaus strengen Spiegel von Metacritic erreicht Das Erwachen der Macht eine Wertung von 81%. Doch die größte Kritiker-Ehrung bekam der Film mit der Nominierung als bester Film bei den Critics Choice Awards 2016. Nicht nur, dass The Force Awakens nachnominiert wurde, es ist auch der erste Film der gesamten Reihe, der diese Chance erhält. Keine Frage also, dass es sich bei Episode VII schon um einen der besten Filme der Reihe handeln muss. Doch wie gut Das Erwachen der Macht wirklich ist, das wollen wir nun herausfinden.

 

30 Jahre sind seit dem Untergang des Imperiums vergangen, die Republik konnte neu erblühen, doch nun befindet sie sich abermals am Rande des Zusammenbruchs. Der dunkle Lord Snoke sammelte die Überbleibsel des Imperiums auf, formte sie zu einer starken Streitmacht und begann das Universum zu unterwerfen. Die Republik kann sich kaum gegen die Erste Ordnung zur Wehr setzen, wie sie in der Galaxis genannt wird, und ist auf den Widerstand von General Leia Organa angewiesen, die mit einer Guerilla-Taktik versucht den Usurpator zu bekämpfen, doch die Lage scheint aussichtlos.
Star Wars 7 - 15Die Hoffnung der Galaxie ruht nun auf einer alten Legende; dem Mythos von Luke Skywalker – doch der ist verschwunden! Nach dem Ende des Imperiums begann der ehemalige Rebellenanführer unversehens damit, neue Jedi-Ritter auszubilden, um den Orden wiederzubeleben. Doch Snoke gelang es einen seiner talentiertesten Schüler zur dunklen Seite der Macht zu bekehren, der sich seitdem Kylo Ren nennt. Gemeinsam vernichteten sie alle Bemühungen Skywalkers und töteten seine Schüler. Von diesem Verrat überwältigt, zog sich Skywalker aus der Galaxis zurück und verschwand an einen unbekannten Ort. Nur wenige Personen wissen darum, dass es die Jedi wirklich gegeben hat und sie setzen Alles daran, Luke zu finden. Leia Organa hat ihren besten Piloten Poe Dameron damit beauftragt den letzten Jedi-Ritter aufzuspüren und eine erste Spur führt zu dem Wüstenplaneten Jakku, wo ihm eine Karte in die Hände fällt. Doch die Erste Ordnung ist ihm dicht auf den Fersen und Dameron ist gezwungen die Karte seinem treuen Roboter BB8 anzuvertrauen, der durch die Wüste fliehen soll. Zufällig gerät er in die Hände von Rey, die sich mit Wrackplündern mehr schlecht als recht über Wasser hält. Doch Keylo Ren ist ein Gegner, den man nicht unterschätzen sollte. Gemeinsam mit General Hux spürt er Rey auf und will BB8 mit Gewalt an sich reißen. Aber Rey bekommt unerwartet Hilfe von Finn, der von der Ersten Ordnung desertiert ist und nun vorgibt zum Widerstand zu gehören, damit er nicht sofort hingerichtet wird. Für Finn, Rey und BB8 beginnt ein aufregendes Abenteuer, was sie geradewegs zwischen die Fronten des Widerstandes und der Ersten Ordnung bringt – und in höchste Lebensgefahr!

Star Wars 7 - Banner 02

Was lange währt, wird endlich gut. Nach 33 Jahren liefern uns J.J. ABRAMS und LAWRENCE KASDAN mit Star Wars: Das Erwachen der Macht endlich den lang ersehnten siebten Kinofilm und wir stellen mit Überraschung fest, dass trotz neuem Label und neuer Crew doch Vieles beim Alten geblieben ist. So sehr, dass sich The Force Awakens fast wie ein gelungener Reboot anfühlt.
Star Wars 7 - 02Tatsächlich erinnert hier schon sehr viel an die glorreiche erste Trilogie von GEORGE LUCAS. Allen voran mit einer sehr klaren Gut- und Böse-Zeichnung, die uns auch in einer sehr ähnlichen Art und Weise präsentiert wird. Da ist eine recht fiese und militärisch weit überlegene Streitmacht auf der einen Seite, und auf der Anderen ein kläglicher Widerstand, der nur unter größter Mühe dagegen halten kann – und mittendrin steht eine junge Heldin, die sich unvermittelt zwischen den beiden Fronten wiederfindet und dabei auf eine Handvoll sympathischer Schurken trifft, die zusammen eine sternenzerstörende Raumbasis vernichten müssen. Mit anderen Worten: LAWRENCE KASDAN und J.J. ABRAMS haben die grundsätzliche Prämisse in keinster Weise verändert, geben aber vor die Geschichte fortzusetzen. Und das tun die beiden überraschend gut, indem sie die Atmosphäre von Krieg der Sterne recht exakt kopieren und uns eine Mischung aus Märchen, Action und Humor präsentieren, die aber mit einer ordentlichen Dosis Melancholie angereichert worden sind. Wenn man so will, das düstere Echo von Episode III – Die Rache der Sith, der zeitlich der letzte Film der Reihe war. Auf diese Weise gelingt ABRAMS eine recht solide Fusion zwischen dem Plot der alten Trilogie und dem finsteren Ende der neuen Trilogie, die hier in The Force Awakens nahezu perfekt zusammenlaufen. Das Erwachen der Macht bietet nämlich Alles, was die Sternenkriege an den Kinokassen so beliebt gemacht hat. Eine Außenseiter-Story mit seichtem, aber auch sensiblen Humor, fiese Gegner, mysteriösen Zauber und gelungene Actionszenen, die kaum einen Wunsch offen lassen.
Star Wars 7 - 24Die Geschichte von The Force Awakens ist nicht allzu umfangreich und spielt sich tatsächlich innerhalb von nur wenigen Tagen und lediglich an drei verschiedenen Orten ab. Nämlich dem Wüstenplaneten Jakku, dem Waldplaneten Yavin und der Starkiller-Basis auf denen es jeweils ziemlich rund geht. Hier gibt es Duelle mit den Laserschwertern, fetzige Phaser-Schießereien, etliche Explosionen, sogar extrem wilde Verfolgungsjagden mit diversen Raumschiffen und zur Krönung ungeheuer wilde Raumschlachten zwischen der Ersten Ordnung und dem Widerstand, bei denen es ordentlich zur Sache geht. Machte sich jedoch in den alten Filmen hier etwas Abenteuerlust breit, so wirken die Kampfszenen in Episode VII wesentlich fataler und destruktiver, weil auch im direkten Vergleich viel mehr zu Bruch geht und allerhand Zeug in die Luft fliegt. Deswegen verzichten KASDAN und ABRAMS jedoch auch nicht, auf ein wenig Humor, der  rein durch das Zusammenspiel der Charaktere und allen voran durch die flotten Sprüche von Han Solo und Finn entsteht, dem es offenbar Spaß macht seine neue Freiheit auszuleben. Und natürlich gibt es auch einen niedlichen Droiden. Nämlich BB8, der nun quasi die Funktionen von R2-D2 und C3PO in sich vereinen muss. So piepst er herum, wie die alte blaue Dose, aber anscheinend rein als Begleiter ausgelegt ist. Auf C3PO und R2-D2 muss man hier allerdings auch nicht verzichten, obwohl ihre Rollen in Episode VII ziemlich gering ausfallen. Das eigentliche Augenmerk dreht sich nämlich um die beiden neuen Charaktere Rey und Finn, die auf abenteuerlicher Weise zueinander finden und miteinander die Gefahr der Ersten Ordnung meistern müssen.

 

Star Wars 7 - 21Doch gerade um Finn und Rey herum bauen die Filmemacher hier ein großes Mysterium auf. Na gut, Finn wird als Stormtrooper in die Sternensaga eingeführt, der aus seinem Gewissen heraus desertiert. Doch unter all diesen Soldaten soll Finn der Einzige sein, bei dem die Gehirnwäsche der Ersten Ordnung nicht wirkt? Das erscheint doch etwas zu außergewöhnlich und auch sein Zusammentreffen mit Rey auf einem ziemlich kargen Wüstenplanten am Arsch des Universums wirkt vorherbestimmt. Letztendlich offenbart Rey im Laufe von Episode VII immer stärkere Kräfte, wodurch man sie sehr leicht als Kind der Macht identifizieren kann. Woher sie jedoch diese Kraft besitzt, ist für den Zuschauer zunächst ein Rätsel, obwohl sie ganz gut mit einem Laserschwert umgehen kann und auch einige Jedi-Tricks beherrscht. Dabei könnte es sich bei Rey um einen zufälligen Charakter handeln, doch wer auf die ganzen versteckten Hinweise achtet, der wird spätestens gegen Ende hin eine Relation zu den alten Filmen ziehen können. Das Erwachen der Macht ist nämlich vollgestopft mit zahllosen Insider-Gags und liebevollen Easter Eggs, mit denen ABRAMS und die Crew ihre Leidenschaft für die gesamte Franchise vollends ausleben! Es gibt nämlich nicht nur zig Hinweise zu den vorangegangenen Kinofilmen, sondern auch zu den Comics, den Romanen, ja sogar zum Merchandise und den beiden Animationsserien Star Wars: The Clone Wars und Star Wars Rebels, die in der Fanbase für heftige Diskussionen sorgten, aber auf diese Weise von ABRAMS legitimiert werden.
Star Wars 7 - 11Und es versteht sich dabei von selbst, dass die Erste Ordnung das eindimensional Böse repräsentiert, die mit allen erdenklichen Mitteln die Herrschaft über der Galaxis an sich reißen wollen, was natürlich einen Widerstand hervorruft. Wie aber schon im Krieg der Sterne, werden Rey und Finn eher unabsichtlich in diesen Krieg hineingezogen und müssen ihr Bestes geben, um zu überleben. Wie wir sehen, neigen KASDAN und ABRAMS also schon sehr dazu, die Geschichte des ersten Teiles zu wiederholen; wenn auch in einer etwas moderneren und düsteren Variante, weil scheinbar jede Hoffnung fehlt. Manch ein Zuschauer hat sich nämlich gewundert, dass die Galaxis die Jedi nun scheinbar vollkommen vergessen hat, aber das stimmt im Film nicht so ganz. Dort existiert immerhin noch ein großer Mythos um die Jedi und es kursieren zahlreiche Legenden um Luke Skywalker, der mit den Rebellen gekämpft hat, was beweist, dass die aufrichtigen Ritter alter Zeit noch nicht vollständig vergessen sind. Andererseits zeigt Das Erwachen der Macht sehr deutlich, mit welchen brutalen Methoden die Erste Ordnung das Andenken an die Jedi so rücksichtslos wie gewissenlos auslöscht – auch wenn sich ABRAMS und KASDAN dafür mit den Fans anlegen müssen. Im Krieg der Sterne starb Obi-Wan Kenobi einen ehrenhaften Tod, Die dunkle Bedrohung kostete Qui-Gon Jinn das Leben und wenn man dieses Schema weiterführt, so kann man als Fan leider auch genau erahnen, dass zumindest ein liebgewonnener Charakter Das Erwachen der Macht nicht überleben wird. Wer das ist, das sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber es steht außer Zweifel, dass Kylo Ren wohl zum meistgehassten Filmcharakter der nächsten Dekade werden wird und die Erste Ordnung nun wesentlich schlimmer rüberkommt, als das Imperium je hätte werden können.

 

Star Wars 7 - 26Aus dem Imperium ist nun die Erste Ordnung hervorgegangen, die das klassische Vorbild eigentlich nur noch an Bösartigkeit übertreffen kann. Wurde das Imperium vor 30 Jahren zwar arg beschimpft und verdammt, so sieht man hier endlich, wie rücksichtslos Kylo Ren und seine Schergen jegliches Hindernis aus dem Weg bomben und ihr Dogma gnadenlos der Galaxie aufzwängen wollen. Wer sich quer stellt, der wird gedemütigt. Wer es wagt die Stimme zu erheben, der wird gefoltert. Und wer es wagt, Widerstand zu leisten, der wird so schnell es geht exekutiert, was uns ABRAMS auch unverblümt zeigt. Die Methoden, die Technik und die Fahrzeuge unterscheiden sich dabei kaum vom Imperium, wodurch man sehr deutlich die direkte Verwandtschaft erkennen kann. Immerhin gab es in der alten Trilogie eine ausgewachsene Rebellion, die sich ihnen in den Weg stellte, doch in Episode VII finden wir stattdessen nur einen kläglichen Widerstand vor. Na gut, als Rebellion bezeichnet man einen gewaltsamen Aufstand gegen eine Staatsgewalt, den die Erste Ordnung noch nicht bildet. So viel zur Definition, doch der Widerstand steht tatsächlich ein ganzes Stück schlechter dar, als die Rebellion 30 Jahre zuvor. Während die Erste Ordnung sich neue Schlachtschiffe leisten können, da ist der Widerstand quasi rein auf alte X-Wings angewiesen, die man notdürftig zusammengeflickt und umlackiert hat und den kampfstarken Tie-Fightern nur bedingt Paroli bieten können. Dadurch entstehen ein bewusstes Ungleichgewicht und ein Gefühl der ständigen Bedrohung durch die dunkle Seite der Macht, die in The Force Awakens durch zwei Sith repräsentiert wird. Nämlich ein Meister und ein Schüler – wie in Episode I bis III.
Star Wars 7 - 29War es in der alten Trilogie Darth Vader, der zu einer unsterblichen Kultfigur geworden ist, so heißt der Fiesling nun Kylo Ren, der Lord Vader auch ganz direkt nacheifert. So verwendet er ebenso eine schwarze Rüstung, hat stets einen finsteren Helm auf, kämpft natürlich mit einem roten Laserschwert und zur Krönung huldigt er Vaders zerstörtem Helm, den er als eine Art Kultobjekt betrachtet. Selbstverständlich ist Kylo Ren im Umgang mit der Macht geübt und weiß auch, wie man mit einem Laserschwert umgeht. Jedoch wirkt das Ganze noch nicht ausgereift und unprofessionell, was sich im Laufe des Films auch als beabsichtigt herausstellt. De Facto offenbart sich Kylo Ren als ein sehr junger Sith, der noch nicht einmal einen Titel besitzen darf, und sich in der Tat wie ein verschmähter Teenager aufführt. Er rebelliert gegen seine Eltern, gegen seine Konventionen und sucht verzweifelt Anerkennung bei seinem Meister, während er Darth Vader – sein großes Idol – wie einen Rockstar verehrt. Und wenn es einmal nicht so läuft, wie er sich das einbildet, dann rastet er komplett aus und fuchtelt mit dem Laserschwert herum – wie ein pickeliger kleiner Teenager eben, der seine Hormone nicht im Griff hat. Und diese Tatsache macht das Verhalten von Kylo Ren sehr viel rationaler. Wesentlich interessanter  ist an dieser Stelle sein Meister Snoke, der sich weder Sith noch Meister nennt, aber offensichtlich das Mastermind hinter der Ersten Ordnung ist. Er ist intelligent, rücksichtlos und radikal, arbeitet jedoch auch behutsam daran seine Untergebenen, allen voran Kylo Ren, zu manipulieren. Doch wer sich hinter Snoke verbirgt, ist nach wie vor ein großes Rätsel. Erstens ist er stets nur als knöchriges Hologramm zu sehen und zweitens kam er in der Franchise weder in den Comics oder in den Büchern vor, noch gab es in den vorherigen Filmen einen Hinweis auf ihn. Im Gerüchtepot heißt es hartnäckig, es handle sich um Darth Plagueis; jenem Meister der dunklen Seite, der Kanzler Palpatine zu einem Sith ausbildete. Aber wie wir aus Episode III wissen, ist Darth Plagueis auch schon längst tot.

Star Wars 7 - Banner 03

Star Wars 7 - 13Die Gewalt in Episode VII fällt meiner Meinung nach weder heftiger noch sanfter aus, wurde jedoch visuell differenzierter umgesetzt. Das äußert sich darin, dass der siebte Film nun in manchen Dingen etwas behutsamer vorgeht, andere Aspekte wiederum etwas genauer betrachtet. Unter anderem werden hier keine Gliedmaßen mehr abgehackt, wie es noch in den Vorgängern der Fall war, wo schon mal ein Arm oder gar ein Kopf einem Lichtschwert zum Opfer fiel. Wir erinnern uns an dieser Stelle an den geköpften Jango Fett oder Darth Maul, der gar in zwei Hälften zerteilt wurde. Andererseits sind Sturmtruppen hier endlich einmal vernünftige und sehr gefährliche Schützen, die eher selten daneben schießen und so einen krassen Gegensatz zu den Vorgängern bilden. Hier treffen sie also ihre Opfer und das wirkt teilweise schon etwas brutal, wenn die Opfer durch die Wucht zurückgeschleudert werden. Dabei kommen auch etwas größere Geschosse zum Einsatz, die ordentlich Dreck und Staub aufwirbeln. Des Weiteren gibt es einige recht grässliche Szenen zu sehen, bei denen schon mal Zivilisten rücksichtslos hingerichtet werden und in Episode VII sieht man zum Beispiel endlich, wie die Erste Ordnung hier foltert und mordet und dabei darf doch tatsächlich zaghaft etwas Blut fließen, womit The Force Awakens keinen Zweifel an der Bösartigkeit von Snoke und Kylo Ren aufkommen lässt. Außerdem traut sich uns J.J. ABRAMS erstmals einen Flammenwerfer zu zeigen, womit die Erste Ordnung ganze Siedlungen ausradiert. Na gut, ein Flammenwerfer wirkt einerseits sehr altmodisch, andererseits lassen sich nur dadurch die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen von Lukes Familie im Krieg der Sterne erklären.

 

Star Wars 7 - 14Wie wir nun also wissen, ist die Handlung von The Force Awakens zwar angereichert mit zahllosen kleinen Details und Easter Eggs, aber grundsätzlich eher simpel. Und darum ist es auch kein Wunder, dass die Geschichte auch ebenso einfach ohne größere Raffinesse erzählt ist; ohne Rückblenden oder komplexe Verwicklungen, da die Fronten klar definiert sind. Letztendlich ist Star Wars insgesamt ja auch ein großes und breites Märchen, was von der liebevollen Optik und großen Momenten lebt, die Episode VII reichlich zu bieten hat. Schon wenn sich der Sternenzerstörer von Kylo Ren zwischen Jakku und die Sonne schiebt und einen verhängnisvollen Schatten wirft, weiß man als Zuschauer sofort woran man ist. Als Rey die abgestürzten Schlachtschiffe nach wertvollen Wrackteilen durchsucht, denkt man wehmütig an die die alte Trilogie von GEORGE LUCAS zurück, was besonders mit dem alten Cast eine extreme Wucht entfaltet. Richtig stark ist der Moment, als Rey endlich Luke Skywalker gegenüber steht, den sich ABRAMS wortwörtlich bis zur letzten Minute aufgehoben hat. Oder wenn Han Solo mit Chewbacca im Millenium Falken steht und so ehrfürchtig wie melancholisch von der Rebellion und den Jedi erzählt. Einer der stärksten Augenblicke erwartet uns jedoch erst spät, als der alte Schmuggler „General“ Leia gegenübersteht und sie über alte Zeiten sprechen, über ihre Streitereien und ihre Liebe zueinander. . . Diese Momente sind so sentimental wie magisch. Und genau diese Momente sind es auch, die Das Erwachen der Macht so besonders machen – auch wenn dieser Film alles andere als perfekt ist.
Star Wars 7 - 16Verantwortlich dafür sind nämlich zahlreiche Handlungs-, Anschluss- und Logiklöcher, die sich leider durch den ganzen Film ziehen. Dass Han Solo seinen Sohn mehr oder weniger im Stich ließ und sich ganz und gar wieder seinem alten Leben als Schmuggler widmet, ist nicht besonders einleuchtend. Wie Chewbacca aus der Starkiller-Base entkommt, wird nicht direkt gezeigt – ebenso wie es Poe schafft von Jakku zu fliehen oder was mit Captain Phasma geschieht. Rey wird aus heiterem Himmel vom Lichtschwert Luke Skywalkers angezogen. Also dem Original-Lichtschwert von Anakin Skywalker und später Luke Skyalker, was er jedoch in Episode V – Das Imperium schlägt zurück auf Bespin verlor; zusammen mit seiner Hand. An dieser Stelle auch der freundliche Hinweis unserer Redaktion: bei Bespin handelt es sich um einen Gasplaneten, was das Auffinden eines einzelnen Lichtschwertes doch schon äußerst schwierig macht. Andererseits gibt es hier auch einen subtilen Hinweis auf die Herkunft von Rey, was aber wahrscheinlich erst in den nächsten Episoden aufgeschlüsselt werden wird. Erklärt wird hier in Episode VII zwar gar Nichts, aber zählt man die versteckten Hinweise und Easter Eggs zusammen, bleiben am Ende nur noch wenige Optionen übrig. Überhaupt bleiben in Episode VII viele Fragen offen. Etwas zu viele für meinen Geschmack. Darunter auch, wer denn dieser ominöse Snoke ist, der Kylo zur dunklen Seite verführen konnte und wie es überhaupt zur Gründung der Ersten Ordnung kommen konnte. Da wird dem Zuschauer mal einfach so eine Art neues Imperium präsentiert, was sich mit der Republik im Krieg befindet, doch viel von diesem Krieg gibt es nicht zu sehen. Es hat den Anschein, dass die Republik kaum zum Handeln fähig und deswegen auf die Rebellen angewiesen ist – im Film selbst jedoch ist dieses Verhältnis umgekehrt.

 

Star Wars 7 - 23Es erscheint pervers: gerade der Umstand, dass hier viele Fragen offen bleiben, ist gleichzeitig eine große Schwäche als auch eine große Stärke des Films. Einerseits bleiben so viele Fragen offen, dass es schon etwas ärgerlich wirkt, andererseits muss man umso mehr auf diese ganzen zaghaften Hinweise achten und es gibt auch jede Menge Gesprächsstoff, um nach dem Ende des Films ausführlich mit anderen Fans zu diskutieren und neue Theorien in den Raum zu werfen. Und genau dadurch bleibt das Interesse an The Force Awakens konstant hoch und schürt die Vorfreude auf Episode VIII. Andererseits könnte schon eine längere Fassung zumindest bei wenigen Fragen für Abhilfe sorgen, denn dass einige Szenen der Schere zum Opfer fallen, hat bei Star Wars schon fast Tradition und da macht Das Erwachen der Macht natürlich auch keine Ausnahme. Man weiß von circa 40 bis 45 Minuten, die der Kinofassung entgangen sind. Das schließt natürlich auch einzelne Bildfetzen und Dialogergänzungen mit ein, aber auch ganze Szenen, wie J.J. ABRAMS jüngst bestätigte und sich auch gleich rechtfertigte, dass man sich im Kino immer auf das Wesentliche konzentrieren müsse. Das stimmt zwar vollkommen, jedoch ist jede kleine Szene auch ein Stück Atmosphäre und es gibt schon einige Szenen, die in der Kinofassung von The Force Awakens keinesfalls verkehrt gewesen wären.
Star Wars 7 - 25Zum Beispiel ein alternativer Beginn, der die abgeschlagene Hand Luke Skywalkers zeigt, wie sie mit dem Lichtschwert durch das Weltall schwebt. Dadurch wäre das Plothole in der Kinofassung nicht gar so schlimm. Eine andere Szene beinhaltete den Konflikt innerhalb der Republik und wie Leia Organa energisch versucht junge Politiker für ihre Sache zu gewinnen. Eigentlich braucht Han Solo nicht zu erraten, dass Finn nicht zum Widerstand gehört, denn im Rohschnitt fand sich eine Szene, wo er dessen Sturmtruppen-Stiefel bemerkt. Während ihrer Vision im Keller von Maz` Piratenkneipe erblickt Rey auch Bilder und Szenen, wie Luke sein Lichtschwert durch Darth Vader verlor. Unkar Plutt, der Rey auf Jakku unterdrückte, folgt dem Millenium Falken nach Yavin, wo er Rey gewaltsam bedrängt und ein ziemlich unschönes Ende durch Chewbacca findet. Hierbei handelt es sich aber zumindest teilweise auch um einen Gewaltschnitt, da Disney natürlich das PG13-Rating nicht gefährden wollte. Andere Szenen, wie zum Beispiel Finn, der sich verzweifelt als Anhalter versucht, kann man dagegen mehr oder weniger ignorieren, da sie wirklich kaum etwas zur Handlung beitragen können. Dazu gehört auch ein gewisser Wachtmeister Zuvio, der auf Jakku für Recht und Ordnung sorgt, die Dekoration des Millenium Falken oder wie Keylo Ren den Selbigen mit seinen Truppen durchsucht. Ob die ursprüngliche Fassung jedoch auch veröffentlicht wird, das steht momentan noch arg in Frage. Disney sind keine besonderen Fans von Extended Editions und auch die Anakin-Trilogie von LUCAS erschien bislang nur in der Kinofassung. Außerdem könnte der alternative Beginn von Episode VII ebenso gut in den nächsten beiden Filmen verarbeitet werden. Die Indizien deuten derzeit also gegen einen Release der ersten Schnittfassung.

Star Wars 7 - Banner 01

Star Wars 7 - 12Dass Disney mit Star Wars: Das Erwachen der Macht einen elendig großen Hit feiern würden, das war von vornherein klar. Egal wie gut oder wie schlecht der Film am Ende ausgefallen ist, doch Disney überließen Nichts dem Zufall und haben ordentlich in die Sternensaga investiert. Man schätzt allein die Produktionskosten von The Force Awakens auf ganze 200 Millionen Dollar, was selbst in der jetzigen Blockbuster-Branche eine überdurchschnittlich große Summe darstellt. Doch auf diese Weise konnte J.J. ABRAMS aus dem Vollen schöpfen. Gedreht wurde natürlich auch im Studio, jedoch auffallend oft an reellen, irdischen Orten. Allen voran England, Schottland und Irland, wo die einprägsame Schlusseinstellung eingefangen wurde. Aber auch in Island und Abu Dhabi, wo man sämtliche Szenen des Wüstenplaneten Jakku drehte. Bei den Special Effects dominieren ja schon seit circa 20 Jahren die Computereffekte, was ABRAMS aber auf ein absolutes Minimum reduzieren wollte. Tatsächlich fanden sich schon lange nicht mehr so viele Masken und animatronischen Effekte in einem Film; auch wenn man es nicht dahinter vermutet. Die Lasttiere auf Jakku sind reelle Roboter, keine Pixel, wie ein Großteil der außerirdischen Wesen, die J.J. ABRAMS in einigen Szenen deutlich hervorhebt. Insgesamt setzt der Regisseur hier auf natürlich Farben und eine altmodische Optik, die sich fast 1:1 an Krieg der Sterne orientiert. Es fällt jedoch auf, dass ABRAMS kaum noch die kreisförmigen Überblendungen und seitwärts gerichteten Szenenwechsel verwendet, die ihm wohl doch etwas zu altmodisch waren. Überhaupt sind sanfte Schnitte bei Episode VII eher die Ausnahme, womit er hier seinen geradlinigen Stil aus Star Trek fortsetzt. Der Soundtrack von JOHN WILLIAMS blieb natürlich größtenteils erhalten, der auch für Episode VII verpflichtet wurde. Allerdings komponierte der Oscar-Preisträger lediglich einige Ergänzungen mit einigen sehr düsteren Streichern.

 

Star Wars 7 - 18Die Hauptrollen stützen sich im siebten Teil nun natürlich vermerkt auf die jüngeren Darsteller, da hier nun das Zepter an eine neue Generation weitergegeben werden soll. Allen voran DAISY RIDLEY, JOHN BOYEGA und ADAM DRIVER. RIDLEY spielt mit Rey ein nach außen hin zerbrechliches, junges Mädchen, das nur wenig über ihre eigene Herkunft weiß und darunter sehr leidet. Aber sie ist auch stärker als sie ahnt und weiß sich zu verteidigen. Anders als Finn sucht sie nämlich Antworten und einen Sinn in ihrem Leben, wo der Stormtrooper einfach nur fliehen möchte. BOYEGA porträtiert Finn darum als zunächst gebrochenen Charakter, dem sein Gewissen arg zu schaffen macht, aber auf der Flucht Stück für Stück Selbstvertrauen gewinnt und sogar etwas Rückgrat aufbauen kann. ADAM DRIVER spielt die neue Nemesis Kylo Ren äußerst energisch und recht verbissen, doch seine innere Zerrissenheit macht ihn auch zu einer tragischen Figur, die sogar etwas mehr Tiefe mitbringt, als Darth Vader 1977. Der Vierte im Bunde ist jedoch HARRISON FORD als Han Solo, der gemeinsam mit PETER MAYHEW als Chewbacca das inoffizielle Zentrum von Episode VII bildet. Ganze 33 Jahre mussten die Fans auf diesen Moment warten und tatsächlich sind die Jahre nicht spurlos an Solo vorübergegangen. Er ist auf eine spezielle Art weise geworden, läuft aber auch vor der Verantwortung davon, was er mit seinem ganz eigenen Humor überspielt. Dabei entwickelt FORD eine dermaßen große Präsenz und ein Charisma, dass daneben fast alle anderen Darsteller verblassen! Ganz besonders in den wenigen Augenblicken zusammen mit CARRIE FISHER, die hier nicht Prinzessin, sondern General Leia genannt wird. Auch sie zieht sich ihre alten Stiefel als Widerstandskämpferin an, wirkt jedoch ebenfalls sehr gereift und weit weniger angriffslustig, als noch in den 1970ern. Sie kämpft einfach, weil es das Richtige ist.
Star Wars 7 - 20Die Nebenrollen werden vor allem von OSCAR ISAAC angeführt, der in der Rolle des Poe Dameron zu sehen ist. Dameron soll der beste Pilot und Kämpfer des Widerstandes sein, der mit dem X-Wing umgehen kann, wie vor ihm nur Luke Skywalker. ISAAC spielt Dameron auch als einen sehr verlässlichen Krieger, der auch die gefährlichsten Situationen mit einem lakonischen Humor kommentiert. Selbst, wenn er dabei übel gefoltert wird. Eine ähnlich vergleichbare Rolle besitzt DOMHNALL GLEESON als General Hux; neben Kylo Ren gleichberechtigter Anführer und Oberbefehlshaber der Ersten Ordnung. Hux ist so gewissenlos wie rücksichtlos, der ebenso um die Gunst von Snoke buhlt. Das macht ihn in gewissem Sinne zu einer noch brutaleren Person als Kylo Ren, den er zwischen den Zeilen immer wieder herabsetzt und verabscheut, obwohl er kaum älter oder jünger ist. Snoke ist in The Force Awakens jedoch nur als reines CGI-Produkt bzw. überlebensgroßes Hologramm vertreten, dem ANDY SERKIS die Stimme und die Mimik leiht. Ebenso, wie Oscar-Preisträgerin LUPITA NYONG’O, die hier als Computerwesen Maz Kanata zu sehen ist. Kanata ist ein kleiner oranger Zwerg, Yoda gar nicht unähnlich, der darüber hinaus offenbar Machtkenntnisse besitzt, mit Han Solo befreundet ist und anscheinend noch weitere gut gehütete Geheimnisse besitzt, die sie zu einem wichtigen Charakter machen, der in Episode VIII wesentlich mehr Gewicht bekommen soll. ANTHONY DANIELS als C3PO und KENNY BAKER in der Blechdose von R2-D2 kommen leider viel zu kurz, da sie nur in sehr sehr wenigen Szenen zu sehen sind. Die Rolle von MAX VON SYDOW wird auch nicht weiter erklärt, wird er doch schon am Anfang umgebracht, doch scheint es sich um einen Freund von Luke Skywalker zu handeln. Aber MARK HAMILL, der den Jedi-Ritter schlechthin verkörpert, taucht erst in der allerletzten Minute auf, ohne dass er überhaupt eine Sprechrolle besitzt. Trotzdem gehört allein diese Szene zu den besten und einprägsamsten des gesamten Films, die übrigens auch nicht in den Trailern zu sehen war.
Star Wars 7 - 07Im Vorfeld des Films ist ja reichlich spekuliert worden, dass einige bekannte Darsteller einen Cameo in Das Erwachen der Macht haben würden, wobei es oftmals keine anständige Antwort gab. Bond-Darsteller DANIEL CRAIG dementierte zwar bislang seine Beteiligung, letztendlich bestätigte jedoch J.J. ABRAMS, dass er als Stormtrooper zu sehen ist, der sich von Reys mentalen Tricks einlullen lässt. Ferner hin gibt es ein Stell-Dich-Ein mit THOMAS BRODIE-SANGSTER und GWENDOLINE CHRISTIE, die sich bereits aus Game Of Thrones kennen. CHRISTIE ist hierbei in einer größeren Rolle als Captain Phasma zu sehen, während BRODIE-SANGSTER als Offizier der Ordnung nur mal kurz durch`s Bild hüpft. Ebenso wie Willow-Darsteller WARWICK DAVIS, der in der Rückkehr der Jedi-Ritter einen Ewok spielte und sich auch hier unter einer Maske versteckt. Zwischendrin, vor allem in den Szenen der Widerstandsbasis, treibt sich Scream Queens Chanel #3 BILLIE LOURD herum. Meist neben ihrer ungleich bekannteren Mutter CARRIE FISHER. Den größten Cameo besitzt mit Abstand SIMON PEGG, der hier als Schrotthändler Unkar Plutt zu sehen ist; eine Art Nemesis von Rey. Ganz kurz vor Drehbeginn schlossen sich die beiden Raid-Fighter IKO UWAIS und YAYAN RUHIAN dem Cast an und spielen hier zwei Gangster, die mit Han Solo eine Rechnung offen haben. Die Szene ist nicht gerade lang, aber eventuell tauchen beide Figuren auch im nächsten Film auf. HAYDEN CHRISTENSEN, Darsteller der jungen Anakin Sykwalker, hätte eigentlich auch noch in The Force Awakens zu sehen sein sollen, doch sein Part wurde in letzter Minute gestrichen. Stattdessen sollen schon die Verhandlungen laufen, dass CHRISTENSEN als Machtgeist in den nächsten beiden Episoden zu sehen sein wird.

 

Star Wars 7 - 09Fazit: Die Erwartungen an Star Wars: Das Erwachen der Macht waren unermesslich hoch und – wenn man ehrlich ist – dann ist es LAWRENCE KASDAN und J.J. ABRAMS auch nicht ganz geglückt diese Erwartungshaltung zu erfüllen. Dafür bleiben etwas zu viele Fragen offen, gerade am Anfang des Films, und das schließt auch einige Logiklöcher und Anschlussfehler mit ein. Andererseits lebt Episode VII gerade von dem hohen Rätselfaktor, der zu heftigen Diskussionsrunden unter Fans einlädt. Immerhin besitzt der Film auch einen soliden Grundplot und liefert tolle Actionszenen, packende Zweikämpfe und spektakuläre Spezialeffekte. Mit viel Liebe zum Detail schafft es ABRAMS tatsächlich den märchenhaften Geist der alten LUCAS-Trilogie wiederzuerwecken, denn Das Erwachen der Macht bietet uns eine klassische Gut-und Bösezeichung, in der sowohl die alten als auch die jungen Charaktere voll zur Geltung kommen, was für manche wahrhaft magische Momente sorgt. Man kann mit den Figuren lachen, mit ihnen zittern, Abenteuer bestehen, aber auch mit ihnen trauern.
RIAN JOHNSON, der momentan Episode VIII inszeniert, wird es schwer haben Das Erwachen der Macht zu übertrumpfen. Einen vorläufigen Trost gibt es zumindest jetzt schon, denn es wurde bereits mehrfach bestätigt, dass der gesamte Cast aus The Force Awakens für die nächste Episode zurückkehren wird. Ich wiederhole: der gesamte Cast! Für Star Wars: Das Erwachen der Macht vergeben wir starke 8 von 10 Punkten.