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Star Wars: Rogue One

Rogue One - Poster 01Regie: GARETH EDWARDS
Drehbuch: CHRIS WEITZ und TONY GILORY
Medium: Kino
Spielzeit: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Start: 15. Dezember 2016

 

„K-2SO, was tust du hier? Du solltest doch beim Schiff bleiben.“


„Ja schon, aber mir war langweilig und ihr brauchtet Hilfe. Für zwei Personen, die nicht auffallen wollen, gibt es hier auffallend viele Explosionen.“

 

Rogue One 04Über 30 Jahre mussten die Kinofans warten, bis im letzten Jahr mit Episode VII – Das Erwachen der Macht endlich die langerwartete Fortsetzung der Sternenkriege anlief . . . und das weltweite Publikum dankte es dem Disney-Konzern mit satten zwei Milliarden Dollar Einspielergebnis! Dieser Hit war natürlich wohl kalkuliert und eigentlich schon lange vor der ersten Klappe so gut wie sicher, doch Disney hegten nach der Übernahme von LucasArts schon sehr früh Pläne, den gigantischen Hype mit weiteren Kinofilmen zur Franchise auszunutzen. Letztendlich wurden diese Pläne schon kurz vor den Dreharbeiten zum Erwachen der Macht öffentlich gemacht und bei dieser Gelegenheit erfuhren wir auch, dass es sich um Non-Kanon-Streifen handelt. Also dass heißt, um Kinofilm, die zwar zur Franchise gehören, aber nicht Teil der regulären Saga sind und stattdessen eine Geschichte erzählen. Ursprünglich war von drei Stand-Alone-Filmen die Rede, bei denen es vorerst auch bleiben soll. Zumindest bis die eigentliche Trilogie mit Episode IX im Jahr 2019 abgeschlossen sein soll. Über den dritten Film ist zwar noch Nichts bekannt, doch bevor demnächst der junge Han Solo sein erstes Abenteuer erleben darf, erfahren wir nun in Rogue One wie genau die Pläne des Todessterns in die Hände der Rebellion gelangt sind.
Rogue One 01Die Regie bei diesem Science-Fiction-Abenteuer übernahm GARETH EDWARDS (Monsters, Godzilla) basierend auf einem Drehbuch von CHRIS WEITZ (Antz, About A Boy) und TONY GILORY (Armageddon, Dolores, Das Bourne Vermächtnis), was jedoch auf den Ideen von JOHN KNOLL und GARY WHITTA (The Book Of Eli) beruht. Die Hauptrollen spielen FELICITY JONES (A Monster Calls), DIEGO LUNA (Blood Father), BEN MENDELSOHN (Bloodline, Black Sea, Lost River), RIZ AHMED (Four Lions), die beiden Hongkong-Actionstar DONNIE YEN (Ip Man, Hero, Kill Zone SPL) und WEN JIANG (Let The Bullets Fly) sowie der Komiker ALAN TUDYK (Transformers 3, Tucker And Dale Vs. Evil). In den Nebenrollen werden unter anderem FOREST WHITAKER (Zulu, Southpaw, The Last Stand), MADS MIKKELSEN (Hannibal, The Salvation, Todesmarsch der Bestien) und GENEVIEVE O’REILLY  zu sehen sein.
Um die neue Kontinuität beizubehalten, kam Star Wars: Rogue One am 15. Dezember 2016 in unsere Kinos, um das Weihnachtsgeschäft auszunutzen. Obwohl mehr oder weniger ein Randprojekt, zeigten sich die Kritiker von Rogue One fast noch mehr angetan, als von Episode VII – Das Erwachen der Macht. Bei Rotten Tomatoes liegt der Science-Fiction-Film momentan bei 84% und auch das Publikum ist von dem Film recht begeistert, nachdem der Streifen schon am ersten Wochenende an die 388 Millionen Dollar eingespielt hat. Damit ist Rogue One, wie übrigens jeder Star Wars Film, jetzt schon ein richtiger Hit, der aber von den meisten Besuchern als zu düster empfunden wird. Doch was genau soll dieses Sternenmärchen nun so düster machen?

 

Rogue One 06Jyn Erso ist eine Kriminelle, die im Schatten des Imperiums aufgewachsen ist. Sie ist intelligent, kampferfahren, weiß genau wie man mit Waffen umgeht und sie hasst das Imperium seit dem Tag, an dem ihr Vater Galen Erso vom Imperium entführt worden ist – doch genau das macht sie für die Rebellion interessant! Galen Erso ist einer der bedeutendsten Ingenieure des Imperiums, doch als er sich weigerte den Todesstern zu bauen, musste er eben bestraft werden. Galens ehemaliger Freund Orson Krennic spürte ihn auf, tötete Jyns Mutter und entführte den Wissenschaftler, damit er die mächtigste Waffe des Universums vollendet. Nun ist es fast vollbracht, doch so eine gewaltige Waffe wirft trotz aller Geheimhaltung ihre Schatten voraus. Der Spion Cassian Andor stößt durch einen Informanten auf die Spur des Todessterns, gleichzeitig behauptet der Überläufer Bodhi eine  dringende Botschaft an den Rebellenführer Saw Gerrera zu haben, denn Galen Erso habe ihn geschickt. Galen und Saw sind alte Freunde, doch Saw hat mit der Rebellion schon lange gebrochen und führt seinen eigenen Kampf gegen das Imperium, weshalb der Geheimdienst der Rebellion zu drastischen Mitteln greift. Ihnen gelingt es Jyn in einem Straflager ausfindig zu machen und gewaltsam zu befreien, was ihr jedoch nicht recht ist. Denn sie weiß: im Untergrund ist es für sie einfach sicherer. Doch das interessiert die Führung der Rebellion nicht. Sie stellen sie vor die Wahl sie zurück zum Imperium zu schicken – die ganz bestimmt ganz unbequeme Fragen stellen werden – oder zusammen mit Cassian und dem sarkastischen Droiden K-2SO General Gerrera aufzusuchen, um Informationen über die angebliche Superwaffe des Imperiums zu besorgen. Jyn ahnt dabei aber nicht, dass Cassian weitaus brisantere Befehle bekommen hat.

Rogue One - Banner 01

Rogue One ist sicherlich nicht düsterer als die anderen Star Wars Produkte, erst recht nicht als Episode III – Die Rache der Sith oder ganz aktuell Star Wars Rebels, denn dafür gehorcht der Kinofilm von GARETH EDWARDS doch zu sehr den Richtlinien eines Disney-Blockbusters. Dafür bricht „der erste Schurke“ mit so einigen Traditionen der Kultreihe und präsentiert sich im Abgang ziemlich ziemlich bitter.
Rogue One 09Dass aber Rogue One von den meisten Zuschauern bislang als düster und „erfrischend anders“ beschrieben wird, dafür gibt es tatsächlich handfeste Gründe. So beleuchtet dieser erste Stand-Alone-Film die dunkle Seite der Rebellion, wo es um Spionage und Sabotage geht. Und dieses finstere Geschäft ist selbst im Star Wars Universum ziemlich dreckig und rücksichtslos, wobei die Rebellion eben keine Ausnahme darstellt. Das kann man besonders in der Hauptfigur Cassian erkennen, der rücksichtslos Zivilisten erschießt, seine Informanten opfert und auch schon mal feindliche Soldaten kaltblütig hinrichtet, obwohl diese schon längst besiegt am Boden liegen. Er lügt, er betrügt und er manipuliert sämtliche Personen in seiner Umgebung, um seine Befehle in die Tat umzusetzen. Damit spiegelt er aber nur die gesamte Meinung der Führungsebene wieder, die bereit sind jedes Opfer willentlich in Kauf zu nehmen, um die Galaxis vom Imperium zu befreien, aber dabei keinen Deut bessere Methoden anwenden. Da zettelt man schon einmal eine wilde Schießerei auf einem belebten Marktplatz an und gibt hinterrücks Attentate in Auftrag. So ein Verhalten erwartet man natürlich vom Imperium und wir werden tatsächlich auch Zeuge der internen Ränkespiele, doch Rogue One beschert uns auf diese Weise tatsächlich eine andere Sicht auf die Rebellion, die wir vorher nicht zu sehen bekamen. Darüber hinaus taucht hier kein einziger Jedi auf, der unseren unfreiwilligen Helden beistehen könnte, denn sie gelten bereits wie in Episode IV angedeutet als tot und vergessen. Zu guter Letzt taucht gegen Ende hin auch noch Darth Vader auf und hinterlässt dank rasantem Lichtschwert eine epische Spur aus Rebellenleichen. Und dieses Perspektive setzt sich auch bis zum bitteren Ende fort, weil die Filmemacher hier keinen einzigen Charakter verschonen! Bisher mussten wir uns im Verlauf der Sternensaga von dem einen oder anderen liebgewonnen Charakter verabschieden, doch Rogue One opfert stücknüchtern tatsächlich jede einzelne Figur und so ein fatalistisches Bild kommt für die Franchise in der Tat recht ungewohnt und überraschend daher. Und das ist auch der Grund, warum dieser Ableger der Reihe als so düster empfunden wird.
Rogue One 20Rundherum gelungen ist Rogue One dennoch nicht, weil vermutlich Disney dem Film dennoch ihren Stempel aufzwingen wollten. Das merkt man am Opfertod Galen Ersos, der sowas von extrem berechenbar ist, und der zaghaften sowie unbeschreiblich unnötigen Romanze zwischen Cassian und Jyn. Zumindest diese zwei Aspekte sind nicht nur ungeheuer überflüssig, sie stören sogar das wohltuend differenzierte  Gesamtbild von Rogue One, was GARETH EDWARDS versucht mit den allseits beliebten Zutaten Humor und Action zu garnieren. Und das klappt abermals recht gut, weil der Humor sich fast ausschließlich auf die sarkastischen Kommentare des Androiden K-2SO bezieht. Nicht zu scharf, aber dennoch kommen viele seiner Sprüche an und umranden teils auch die ausladenden Actionszenen. Und das kann man Rogue One ruhig lassen: wenn es kracht, dann kracht es ordentlich! Es gibt wilde Feuergefechte zwischen Banditen, Rebellen und dem Imperium, die nun auch mit Granaten um sich schmeißen. Sobald die AT-STs und später die AT-ATs auftauchen, zerstören sie die gesamte Umgebung mit ihren Laserwaffen und daneben bekommen wir eine hübsche Raumschlacht zu sehen, bei der ganze Sternenzerstörer fetzig ineinander krachen. Das ungekrönte Highlight ist jedoch der Todesstern, der hier bereits einige Male feuern darf und dabei ein wahrhaftig episches Inferno entfesselt, bei dem ganze Regionen brutalst verwüstet werden. Der Gewaltgrad orientiert sich dabei jedoch an den typischen PG-13-Standards, wo zwar etliche böse sowie gute Figuren gekillt werden, aber dennoch in kaum einer Szene Blut fließen darf. Selbstverständlich sind deswegen auch vereinzelte Splatterszenen, wie sie in den anderen Filmen zu finden waren, ebenfalls tabu.

 

Rogue One 13Mal ganz nebenbei gibt es in Rogue One natürlich wieder zahllose Querverweise und Easter Eggs zu den anderen Sternengeschichten. Zu allererst ist da natürlich die furiose und überraschende Rückkehr von Großmoff Tarkin und der jungen Prinzessin Leia, die mittels modernster Computertechnologie wieder zum Leben erweckt werden. Tarkin-Darsteller PETER CUSHING starb nämlich schon 1994 und das Wiedersehen mit dem schmierigen Kommandeur des Todessterns verleiht Rogue One schon ein gutes Stück mehr Glaubwürdigkeit, da er Episode IV direkt vorangeht. Ein anderer Insider-Moment ist die Festung Darth Vaders, die als finsteres, schwer bewachtes Domizil auf einem vulkanischen Planeten gezeigt wird – so wie es GEORGE LUCAS 1977 geplant, aber nie umgesetzt hatte, weil er Vader als ruhelosen Killer darstellen wollte. Offensichtlich sind die obligatorischen Cameos von R2D2 und C3PO sowie JIMMY SMITS als Senator Organa; ja es gibt sogar ein Wiedersehen mit den zwei ungehobelten Gestalten, die Luke Skywalker in der Bar auf Tatooine blöd von der Seite anmachen. Für andere Bonbons brauch man schon Fanboys im Expert-Modus. Wie zum Beispiel die Nennung eines „Generals Syndulla“, womit man ganz arg auf Hera Syndulla anspielt, die in Star Wars Rebels zum Widerstand gehört. Dafür spricht auch, dass der Androide Chopper auf der Rebellenbasis zu sehen ist. Und wer ganz genau hinsieht, der kann auf der Rebellenbasis und während der Schlacht am Ende des Films sogar die Ghost entdecken; eben das Schiff von Hera und Canan aus Star Wars Rebels. Klingt zu abwegig? Skeptikern sei an dieser Stelle gesagt, dass beinahe der gesamte Cast der Animationsserie sowie Serienschöpfer DAVE FILONI Cameos in Rogue One besitzen. Und dann hätten wir da noch den Rebellen Saw Gerrera, der erstmals in der fünften Staffel von The Clone Wars zu sehen war und hier in Fleisch und Blut zu finden ist.

Rogue One - Banner 02

Rogue One 05Die Handlung von Rogue One ist leider fern jeglicher Raffinesse und bereits in wenigen Sätzen umrissen. Genauer gesagt geht es explizit darum, wie die Rebellion die Pläne des Todessterns beschaffen konnte. Anstatt nun mit einem geschickten Diebstahl, wie es wohl am ehesten der Rebellion entsprechen würde, liefern uns die Autoren eine ganz bewusst actionorientierte Geschichte, bei er es auf beinahe jedem Standort Kämpfe und Schlachten zu sehen gibt. Jyn wird gewaltsam befreit, ihr Besuch bei Saw Gerrera endet im Chaos, die Infiltration der Forschungseinrichtung ist quasi schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt und beim Überfall auf den imperialen Bunker gehen so einige Dinge schief. Die wenigen Handlungsszenen dazwischen kann man getrost an einer Hand abzählen und ich scheue mich nun auch nicht zu sagen, dass Rogue One zumindest inhaltlich den geringsten Umfang aller Star Wars Filme besitzt; noch geringer als Das Erwachen der Macht. Sehenswert ist dieser Film aber dennoch, weil er neben den auffallend vielen Actionszenen auch mit einigen Ungereimtheiten in der Sternensaga aufräumt. Zum Beispiel, woher Darth Vader weiß, dass Prinzessin Leia die Pläne des Todessterns besitzt. Oder dass eben jene Waffe tatsächlich in der Lage ist in den Hyperraum zu springen. Außerdem erfahren wir auch endlich, warum man so eine gigantische Raumstation mit nur einem Torpedo in die Luft jagen kann. Darth Vaders Ruf als gewissenloser Vollstrecker bekommt hier wesentlich mehr Substanz und Mon Mothmas melancholische Haltung im Krieg der Sterne ebenfalls viel mehr Tiefgang. Im Krieg der Sterne ist auch im Intro-Text vom ersten, kurz zuvor errungenen Sieg der Rebellion zu lesen, was sich nun im Nachhinein direkt auf Rogue One bezieht.
Rogue One 14Letztendlich geht Rogue One auch ganz flüssig und extrem direkt in Episode IV über, weshalb man beide Streifen tatsächlich als Double Feature schauen sollte. Nur so fühlt sich Rogue One nicht wie ein überlanges Intermezzo an und nach dem rigorosen Finale wird es definitiv keine Fortsetzung mit der Geschichte von Jyn und Cassian geben. Immerhin – das muss man dem Film durchaus zu Gute halten – merkt man hier nur sehr sehr wenige Gewalt- und Handlungsschnitte. Als ob hier wirklich alle Szenen für den Film verwendet worden wären. Aber dem ist natürlich nicht so, denn selbstverständlich gibt es auch hier wieder einige Szenen, die man bewusst herausgeschnitten hat. Soweit bekannt, handelt es sich dabei weitgehend um kleinere Ergänzungen. Unter anderem fehlt, wie sich Jyn in der Rebellenbasis noch einmal all ihre Verbrechen anhören muss. Oder, wie sie sich im Finale mit einem Tie-Fighter auseinandersetzt sowie sich von Saw Gerrera nochmal ins Gewissen reden lässt. Über größere Handlungsszenen, die herausgeschnitten worden sind, ist derzeit nichts Offizielles bekannt. Man munkelt aber über einen wesentlich längeren Auftritt von Darth Vader, der in einem Rückblick General Gerrera beide Beine abschlägt. Keine Frage, dass solche Szenen zu brutal für Disney waren, wenn sie denn wirklich gedreht worden sind. Im Gegensatz zu Episode VII besteht bei Rogue One aber Grund vorsichtig optimistisch auf eine längere Fassung zu hoffen. Disney sind zwar keine Fans von längeren Fassungen, doch Regisseur GARETH EDWARDS zeigte sich optimistisch und hat nach eigener Aussage bereits eine erweiterte Schnittfassung angefertigt.

 
Rogue One 16Auch stilistisch bricht GARETH EDWARDS mit einigen Traditionen der Reihe. Es beginnt wortwörtlich damit, dass wir bereits mitten ins Geschehen geworfen werden, ohne dass uns ein ausführlicher Text über die Situation aufklärt. Der Zuschauer soll quasi selbst herausfinden, wann und wo Rogue One einzuordnen ist. Aufgrund der Beliebtheit der Franchise ist das aber auch schon für kleinste Fans kein Problem. Also warum noch Zeit damit verplempern? Außerdem wurden die kunstvollen Szenenwechsel rücksichtslos gestrichen und ausnahmslos durch abrupte Schnitte ersetzt. Außerdem erfahren wir nun durch Schrifttafeln, auf welchen Planeten wir uns gerade befinden, womit Rogue One einen bewussten Kontrast zur eigentlichen Reihe bildet. Technologisch schlägt GARETH EDWARDS jedoch den gleichen Weg ein, wie vor ihm J.J. ABRAMS mit Episode VII. Dass heißt, ein klassischer Look mit modernstem 3D – wenn auch nicht so stark wie Assassin`s Creed – doch hinter den Kulissen alte Tricks und handgemachte Effekte. Das sieht man am ehesten in den Raumschlachten und speziell den Sternenzerstörern, wofür man auch die Originale aus den 1970ern verwendet hat. Außerdem wurden die gleichen, 40 Jahre alten Kostüme verwendet und auch die Hangar des Imperiums und der Rebellion wurden teilweise im Hintergrund mit Zeichnungen ergänzt. Die Rebellenbasis auf Yavin IV wurde ebenso am Originalset in Bedfordshire, England, 1:1 rekonstruiert. Dadurch wirken die Computereffekte nur umso auffälliger und in erster Linie die Cameos von PETER CUSHING und der jungen CARRIE FISHER. Für die Wiederbelebung von Großmoff Tarkin und der jungen Prinzessin Leia sowie einigen Piloten wurde nicht nur modernste Computertechnologie zu Hilfe genommen, sondern auch bisher unveröffentlichte Szenen von Krieg der Sterne und Die Rückkehr der Jedi-Ritter.

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Rogue One 03Die Hauptrollen in Rogue One spielen die beiden Youngstars FELICITY JONES und DIEGO LUNA, die hier als Kriminelle Jyn Erso und Spion Cassian Andor zu sehen sind, aber sich doch leider recht ähnlich sind. Beide tragen in etwa die gleichen vesifften Klamotten, beide verschweigen Informationen voneinander und sie sagen sich auch des Öfteren, dass man sich nicht gegenseitig traut. Das wird schön mit dubiosen Blicken beschrieben, karger Gestik und einer ewig finsteren Miene. Überzeugend, aber nicht darüber hinaus. Viel interessanter ist da schon BEN MENDELSOHN als imperialer Oberarsch Krennic, der den Bau des Todessterns kontrolliert und dabei die volle Bandbreite von Unsympathie zum Besten gibt. Er grinst verlogen in die Kamera, schmiedet hinterrücks Pläne jeden Vorgesetzten zu erdolchen und schreit darum schon mal seine Untergebenen wegen Nichtigkeiten an. Die beiden Hongkong-Stars DONNIE YEN und WEN JIANG sah man bisher selten zusammen vor der Kamera, bilden hier aber eine feste Einheit als mythische Wächter eines alten Jedi-Tempels, die – sich ihrer Aufgabe beraubt – den Rebellen anschließen. Klingt episch und ehrenhaft erhaben, doch tatsächlich werden ihre Figuren Cirrut und Baze als recht sympathische Halunken mit der Lizenz zum Arschtreten dargestellt. DONNIE YEN benimmt sich in Rogue One auch viel eher wie ein Shaolin-Mönch und WEN JIANG als ein Heroic Bloodshed Veteran. Irgendwo dazwischen ist auch noch Platz für RIZ AHMED, den man als Überläufer Bodhi Rook zu Gesicht bekommt. Ein ewig aufgeregtes Nervenbündel, was glaubt endlich das Richtige zu tun und dabei nun erst recht ständig den Tod vor Augen hat. Sei es vor den Rebellen oder dem Imperium. Fernerhin haben wir da noch FOREST WHITAKER als General Saw Gerrera und MADS MIKKELSEN als Galen Erso. WHITAKER spielt dabei einen ziemlich gebrochenen Charakter, den eigentlich nur noch sein Hass auf das Imperium am Leben hält. MIKKELSEN ist dabei das andere Extrem, da er als Galen von Verzweiflung getrieben wird, die Galaxis vor seiner eigenen Waffen zu schützen.
Rogue One 10ALAN TUDYK leiht dem sarkastischen Androiden K-2SO die Stimme, sollte aber auch noch eine kleine humane Rolle im Sternenabenteuer spielen. Diese Szene wurde auch gedreht, fiel aber der Schere zum Opfer. Auch geschnitten wurde der Cameo der Filmemacher PHIL LORD und CHRIS MILLER, die sich in der Vorproduktion zu ihrem Han-Solo-Film befinden. Sie wären auf dem Planeten Jedah beim Überfall der Aufständischen zu sehen gewesen. Ein ähnliches Schicksal ereilte Drehbuchautor GARRY WHITTA, der als X-Wing-Pilot auf der Rebellenbasis zu sehen war. GENEVIEVE O’REILLY ist wie schon 2005 als Mon Mothma zu sehen und bekommt hier wenigstens die Bedeutung, die der Charakter für die Reihe besitzt. Denn leider wurden fast alle Szene mit ihr in Episode III rücksichtslos gestrichen. Bezüglich Darth Vader gab es auch das Gerücht, dass HAYDEN CHRISTENSEN seine Rolle aus Episode II und Episode III wieder aufgreifen sollte. Es wäre auch beinahe dazu gekommen, jedoch wurde seine Beteiligung aus unbekannten Gründen heraus in letzter Minute gestrichen. Stattdessen unterzeichnete CHRISTENSEN gleich für Episode VIII, der im nächsten Dezember in unseren Kinos anlaufen wird. GUY HENRY leiht PETER CUSHING den Körper, das Gesicht und die Mimik des längst verstorbenen Darstellers wurden mit modernster Computertechnologie rekonstruiert. Sehr ähnlich wie INGVILD DEILA für CARRIE FISHER, die man zumindest im Original heraushören kann. Regisseur GARETH EDWARDS gibt sich in einer der letzten Szenen unerkannt die Ehre sowie ebenso der berühmte Zwergendarsteller WARWICK DAVIS (Willow, Leprechaun), der hier als kleines Alien herumrennt, was aber Alles über den Haufen ballert. Einen Cameo hat sich auch Regisseur RIAN JOHNSON gegönnt, der nun gerade Episode VIII inszeniert. Er ist als Stormtrooper zu sehen, der den Laser des Todessterns bedient.

 

Fazit: GARETH EDWARDS präsentiert uns mit Star Wars: Rogue One ein Sternenabenteuer, was sich durch seinen Stil, seine Inszenierung und seinen ungeheuer bitteren Abgang bewusst von den regulären Trilogien abgrenzt. Rogue One erzählt nämlich vom dreckigen Geschäft der Geheimdienste und des Geheimnisverrates, was hier mit viel Action und etlichen Heldentoten umrahmt wird. Zeitgleich schafft es der Kinofilm etliche Ungereimtheiten aus dem Krieg der Sterne aus der Welt zu räumen und legitimiert die beiden Animationsserien The Clone Wars und Star Wars Rebels durch zahlreiche Easter Eggs und Querverweise, wobei es hier durchaus einige wohltuende Überraschungen zu sehen gibt. Leider hätte die Handlung von Rogue One wesentlich raffinierter ausfallen können, manche der Schauspieler bleiben zu blass und die Schneidewut von Disney um der PG-13 Willen wird langsam lästig, die uns neben Handlungsschnitten auch Gewaltschnitte einbringt. Wir vergeben 7 von 10 Punkten.