Batman (1943 - 2009)

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Der Batman . . . jedes Kind und jeder Erwachsene kennt den geflügelten Rächer oder hat schon mal von ihm gehört. Inzwischen ist die menschliche Fledermaus fester Bestandteil der Comic- und Kinobranche und einer der Einträglichsten noch dazu.

Die Grundkonstellation ist schnell erzählt: Batman ist das Alter-Ego von Bruce Wayne, einem Milliardär, dessen Eltern einst ermordet wurden als er noch ein Kind war. Als Erwachsener ist er tagsüber ein milliardenschwerer Playboy und des Nachts ein maskierter Rächer, der Verbrecher fängt und sie dem aufrechten Commissioner Gordon übergibt.
Nur die wenigsten wissen, dass Batman schon 1939 die Comics und seit 1943 bereits das Fernsehen unsicher macht. Und auch, dass sich der Charakter von Bruce Wayne und des Batmans sowie der Ton der Comics zum Teil krass veränderte. War Bruce Wayne zu Beginn noch ein gut gelaunter Muster-Playboy der jeden Verbrecher mit links einbuchtete, so wurde die Figur und die Comics Ende der 1970er und Anfang der 1980er zunehmend düsterer, zynischer und melancholischer. Aber auch intelligenter, raffinierter, moralischer sowie vor allem politisch und zum Teil sehr sozialkritisch. Daran hat nicht zuletzt FRANK MILLER (300, Sin City, Ronin, Daredevil) Schuld, der den Batman damit aus einer langen, festgefahrenen Lethargie riss. Doch nun zu den Filmen.

1943

Batman - 1943 Poster
The Batman: Dieser allererste Fernsehauftritt von Batman in Form von einer 15-teiligen Serie, die es insgesamt auf 260 Minuten Spielzeit bracht, stammt aus dem Jahr 1943. Die Drehbücher hierzu wurden von den Original-Comicautoren BOB KANE und BILL FINGER angefertigt. Der Batman wurde damals von LEWIS WILSON verkörpert und Regie führte LAMBERT HILLYER, deren sonstigen Werke hierzulande unbekannt und auch in den USA inzwischen in Vergessenheit geraten sind. Dabei muss man aber auch erwähnen, dassThe Batman 1943 heutzutage nicht mehr gern gesehen wird - und das auch leider aus einem guten Grund.
In dieser Serie geht es um einen japanischen Spion, der sich unter dem Namen Dr. Tito Daka in den USA eingelebt hat. Er besitzt eine Maschine die es ihm ermöglicht, Menschen in willenlose Zombies zu machen indem er ihren Geist kontrolliert. Sein Plan ist es, die USA unter japanische Kontrolle zu bringen. Doch Batman und Robin machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

Man ahnt es bereits schon; der Batman wurde 1943 wie so viele andere Comicfiguren und amerikanischen Helden missbraucht, um mobil gegen einen Kriegsgegner zu machen, da man sich 1943 im zweiten Weltkrieg gegen Deutschland und Japan befand. The Batman überspannt dabei jedoch mehr als deutlich den Bogen und ist eindeutig rassistisch gegenüber Japanern und Menschen mit asiatischer Herkunft, was bis heute negativ auf der Franchise liegt. Kein Wunder also, dass so mancher Fan und Comicexperte diese Serie lieber vergessen möchte, obwohl sie schon recht starken Rächercharakter aufweisen konnte. Daneben bot The Batman aber tatsächlich schon einige Dinge, die heute unweigerlich zur Franchise gehören. Interessant ist hierbei, dass in der Serie erstmals die Bat-Höhle und der Geheimgang dahin zu sehen waren, und erst später in die Comics integriert wurden. Auch ist hier von Anfang an Robin als treuer Begleiter mit dabei. Im Folgenden seht ihr hier einen acht-minütigen Ausschnitt aus der Serie. Und auch wenn`s peinlich aussieht – und das tut es (!!!) – es waren andere Zeiten.



1949Batman - 1949 Poster

Batman And Robin: Es dauerte zwar eine Weile, aber immerhin war die Serie so erfolgreich, dass Columbia, der damalige Rechteinhaber, eine Fortsetzung in Auftrag gab. Ebenfalls 15-teilig und ebenso mit 260 Minuten Laufzeit, übernahm nun ROBERT LOWERY (The Prison Ship, Road To Alcatraz, A Scream In The Dark) die Rolle des Batman und auf dem Regiestuhl nahm nun SPENCER GORDON BENNET (The Mysterious Pilot, The Black Widow, The Bounty Killer, The Three Stooges) Platz. Das Drehbuch stammte wieder von BOB KANE und BILL FINGER.

Aber wie halt die meisten Fortsetzungen so sind, war diese auch nur eine Kopie der ersten Serie. Nun ist es kein Doktor mehr, sondern gar der Professor Hammil, der dem Batman zu schaffen macht. Er kann allerdings nicht die Gedanken von Menschen kontrollieren, dafür aber Maschinen aller Art. Seine Motivation dabei ist so einfach wie nachvollziehbar: ihn interessiert Geld! Und so kapert er einen Zug, der mit einem Hochleistungs-Sprengstoff beladen ist, um damit Gotham City zu erpressen.

Obwohl eigentlich nur eine blasse Kopie, war diese Serie wesentlich geschickter und spannender inszeniert, aber für die damalige Zeit auch überraschend brutal. Hier wurde ebenso erstmals mit mehreren Handlungssträngen und diversen Überraschungen gearbeitet, die für mehr Unterhaltung und Abwechslung sorgten, obwohl Batman And Robin im Grunde sehr einfach gestrickt ist. Und auch hier gab es wieder typische Batman-Innovationen, die zuerst in der Serie zu sehen waren und erst hinterher fester Bestandteil der Batman-Franchise werden sollten. So taucht hier erstmals Vicky Vale auf, die anfangs noch brünett war, in den späteren Comics aber MARILYN MONROE glich. BOB KANE begegnete ihr einmal auf einer Feier und war offensichtlich von ihr so schwer begeistert, dass er seinen bisherigen Entwürfe von Vicky Vale stark abänderte. Auch der Scheinwerfer mit dem Bat-Signal hat hier seinen allerersten Einsatz und wurde erst später in die Comics integriert. Wer sich über den Ausschnitt von 1943 amüsiert hat, der kommt auch bei diesem Trailer voll auf seine Kosten – es sieht halt immer noch urkomisch aus. Aber sehr gut war auch die erstmalige Idee, Sprechblasen mit „Peng“, „Boom“ oder „Bang“ einzublenden, damit der Comic-Flair viel besser wirken konnte.


1966Batman Hält Die Welt In Atem 01

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Batman Hält Die Welt In Atem Batman hält die Welt in Atem: Im Jahr 1966 kam dann wohl der Batman in die Kinos, den wohl der Eine oder Andere noch von seiner Kindheit im Gedächtnis hat. Unglaublich bunt, schrill und mit dem kaputten Hippie-Charme der 1960er ausgestattet, startete der Schauspieler ADAM WEST (Alexander der Große, One Dark Night) einen beispiellosen Beliebtheitsfeldzug. Zuerst im Kino mit dem Film Batman hält die Welt in Atem und anschließend von 1966 bis 1968 in einer TV-Serie mit 120 Episoden. Regie bei dem knallbunten Pop-Abenteuer führte LESLEE H. MARTINSON.  Batman hält die Welt in Atem war für ihn ein großes Sprungbrett in die TV-Landschaft, indem ihm dadurch gestattet wurde die Kultserie Maverick zu inszenieren, mit der er sich dann auch als feste Größe in der Fernsehkultur etablieren konnte. Aber das ist nicht die einzige Serie, mit der MARTINSON großen Erfolg hatte. Auf sein Konto gehen noch The Green Hornet, Mission Impossible, Buck Rogers, Dallas, Quincy, CHiPs, Fantasy Island und zu guter Letzt in den 1980ern Airwolf. Obwohl BOB KANE und BILL FINGER noch durchaus aktiv waren, schrieb LORENZO SEMPLE Jr. das Skript zu dem Film und bleib der Serie auch treu. Später verfasste er sogar die Drehbücher zum ersten Remake von King Kong im Jahr 1976, Flash Gordon und James Bond 007 – Sag niemals nie. Eigentlich sollte es bei dem Film bleiben, doch als die Serie in Produktion ging, durften auch BOB KANE und BILL FINGER wieder ran und fleißig für die Serie schreiben.

Die Handlung des Films ist ziemlich schnell erzählt. Der Joker, der Pinguin, Catwoman und der Riddler wittern zusammen die große Kohle in einem neuen weltweiten Konflikt. Also entführen sie kurzerhand die Vertreter des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und verwandeln sie mit der Erfindung von Commodore Schmidlapp, den sie auch entführt haben, in kleine Häufchen Asche. Doch Batman und sein Gehilfe Robin durchschauen schon sehr bald die Absichten der Unholde. Aber dass man die Aschehäufchen wieder zu Menschen machen kann, glaubt natürlich Niemand. Und der Einzige, der die Lösung kennt, ist Commodore Schmidlapp. Also wie den bevorstehenden Weltkrieg verhindern?

Der Film und die anschließende TV-Reihe orientierten sich zwar stark an den Comics sowie an die beiden vorangegangenen Serien von 1943 und 1949, nimmt diese aber selbst an manchen Stellen genüsslich auf die Schippe. Beispielsweise werden hier auch Sprechblasen mit „Peng“, „Boom“ oder „Bang“ eingeblendet und die Bösewichter agieren arg übertrieben. Auch die Spielzeuge des Batman klingen mit „Anti-Haifisch-Bat-Spray“ und Ähnliches mit Absicht zum Brüllen komisch. Andererseits ist dieser Batman bis heute ungemein unterhaltsam und hat bis heute nichts von seinem Charme verloren. Und dieses Bat-Mobil ist immer noch Kult! Beweis gefällig?


Nach 1968, also direkt nach Ende der Serie mit ADAM WEST, wurde es ruhig um die Fledermaus, sehr ruhig. Der Batman galt lange Zeit tot, weil kein Mensch mehr diese aalglatten Hochglanz-Helden sehen wollte. Soziale Probleme ließen viel Elend aufkommen, Viele wurden aus einer Not heraus zu Verbrechern. Der Vietnamkrieg versetzte dem blinden Patriotismus der US-Amerikaner einen Schlag in die Fresse. Den Menschen wurde bewusst, dass jene Saubermänner nur das Scheinbild einer frühen guten Zeit wiederspiegelten, die in den späten 1970er und frühen 1980ern endete und nun Nichts weiter waren als ein zynischer Witz. Über 11 Jahre nach Batman hält die Welt in Atem jedoch, 1979, entschieden sich DC Comics anlässlich zu ihrem 55 Jährigen Jubiläum eine Neuauflage ihrer klassischen und erfolgreichsten Figuren herauszubringen. Darunter auch der Batman, und diese Einnahmen waren sogar relativ gut. Zwar alles Andere als überragend, aber den DC Comics wert, dem Batman eine neue Chance zu geben. Neue Comics sollten der Fledermaus wieder mächtigen Auftrieb bescheren, doch das Publikum war inzwischen ein anderes. BILL FINGER war bereits 1974 gestorben und BOB KANE befand sich im Ruhestand und hatte deswegen kein Interesse. Neue Autoren mussten also her. Die Wahl fiel unter anderem auf FRANK MILLER, der schon dem Daredevil zu Erfolg verhalf. Gerade seine Batman-Comics schlugen in der Comicszene ein, wie die US-Bomben über Kambodscha. Zuerst schrieb er The Dark Knight Returns, in welchem sich ein circa 55 Jahre alter Bruce Wayne aufgrund der massiven Zustände in Gotham City an sein alter Ego Batman erinnert und den Kampf gegen das Verbrechen wieder aufnimmt. Auch alte Feinde regen sich wieder, wie der Joker und Two-Face. Danach erzählten MILLER und auch andere Autoren die Geschichte des Batmans vollkommen neu. Also quasi ein Sequel zum Prequel in einem Remake.

Der neue Batman ist ein komplett anderer Charakter als in den Ursprungscomics. Er ist kein super aufgelegter Schmieröl-Playboy mehr, sondern ein depressiv veranlagter Zyniker, der noch immer vom Mord an seinen Eltern heimgesucht wird. Die neuen Comics sind teilweise abgrundtief düster, pessimistisch und unheimlich. Doch auch wesentlich raffinierter, durchdachter und viel tiefgründiger. Nicht zuletzt auch, da sich die neuen Geschichten vor allem die persönlichen Probleme des Batmans auseinandersetzen und sie in Relation bringt mit den damaligen sozialen und politischen Problemen, die zu jener Zeit Brennpunkte waren. Diese Comics waren also durchaus politisch und teils auch sehr kritisch, was wieder eine riesige Leserschaft anzog. Damit erstrahlte der Batman in einem neuen Glanz und wurde wieder zu einem festen Giganten in der Comicbranche.

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Batman - 1989 Poster Batman: Und genau jene Comics aus den 1980ern waren es auch, die einen jungen wegweisenden Regie-Visionär nachhaltig beeinflussten. Die Rede ist von TIM BURTON (Sleepy Hollow, Charlie und die Schokoladenfabrik, Sweeny Todd, Edward mit den Scherenhänden). Doch bis er endlich seinen Batman drehen sollte, lag bereits ein steiniger Weg hinter ihm und bis zu den Dreharbeiten selbst war es auch nicht so ganz einfach.

Seit 1985 gab es schon Pläne ein Drehbuch von BOB KANE zu verfilmen, was dieser bereits in Mitte der 1970er schrieb. BILL MURRAY (Lost in Translation, Ghostbusters) war damals in der Hauptrolle als Bruce Wayne alias Batman vorgesehen. Das Skript hierzu wurde dann nochmal von SAM HAMM überarbeitet, der sonst nicht mehr in Erscheinung trat. Doch ständige personelle Wechsel hinter den Kulissen ließen eine Produktion nicht zu. Dann bekam TIM BURTON das Drehbuch in die Finger, gestaltete es nach seinen Ideen um und schilderte Warner Bros. seine Vision. Das Studio war zwar hier schon geneigt dem Projekt zuzustimmen, war aber noch unsicher. Also sollte BURTON zuerst mit Beetlejuice sein Talent für Blockbuster beweisen, was er dann auch mit 150 Millionen Dollar Einspielergebnis sehr eindrucksvoll tat. Der Film ist inzwischen auch ein Klassiker. Nun durfte er auch endlich seinen Batman drehen.
Nach einigen Querelen stand sein Schauspieler-Team fest. MICHAEL KEATON (Jackie Brown, Desperate Measures), den TIM BURTON bei Beetlejuice kennenlernte, war von Anfang an als Batman favorisiert worden und bekam schließlich auch die Hauptrolle. Eigentlich nur als Notfall-Ersatz für SEAN YOUNG (Blade Runner, Dune, No Way Out, Ace Ventura) gedacht, musste KIM BASINGER (James Bond – Sag Niemals nie, 9½ Wochen, The Getaway, L.A. Confidential) wegen eines Reitunfalls von YOUNG tatsächlich einspringen. Der eigentliche Star, JACK NICHOLSON (Einer flog über das Kuckucksnest, Shining, Besser geht`s nicht, Wolf) ließ sich sehr sehr lange bitten, nahm aber dann die Rolle des Jokers in wirklich allerletzter Sekunde an.

Batman - 1989 01Der Film beginnt mit einem Batman, der schon seit einiger Zeit Gotham`s Straßen von Verbrechern säubert. Jedoch wird er nur als urbaner Mythos wahrgenommen. Das ändert sich, als der alternde Gangsterboss Grissom seine rechte Hand Jack Napier aus Eifersucht in einen Hinterhalt lockt. Die Polizei ist informiert und Jack soll entweder verhaftet werden oder den Tod finden. Doch auch der Batman ist vor Ort und versucht die Gangster ohne Verluste einzubuchten. Aber in dem Gewühl fällt Jack Napier in ein Säurefass. Alle denken er sei tot – und in gewissem Sinne haben sie auch recht. Jack Napier ist tot, denn durch dieses Erlebnis missgestaltet ist Grissom nicht länger der coole Gangsterboss. Jetzt ist er der Joker; ein zwanghaft komischer Psychopath. Kurzerhand tötet er Grissom und reißt die Organisation an sich. Von nun an terrorisiert er die Stadt, verhöhnt die Polizei (den Batman sowieso) und scharrt gnadenlos die anderen Mafiabosse unter sich. Er neigt dazu Alles und Jeden zu veräppeln und zaubert jedem Toten ein Lächeln ins Gesicht. Nach langen Recherchen findet Bruce Wayne alias Batman heraus, dass es einst Jack Napier war, der seine Eltern erschoss. Und noch etwas verbindet die beiden: die Liebe zur Journalistin Vicky Vale. Als der Joker dann Vicky beim Stadtjubiläum – wo er einen gigantischen Terroranschlag geplant hat – entführt, kommt es auf dem malerisch-gothischen Dom von Gotham City zum Showdown.

Heraus kam ein ebenso spannender wie düsterer Film, der dank des Jokers auch sehr humorvoll ist. Genauso erfolgreich wie die neuen Comics fegte ebenso auch der neue Kinofilm alle bekannten Rekorde hinweg. Aber nicht nur, dass der Film eine Klassean an sich ist, die man so im Kino nur selten erreicht. Das Merchandising wurde seit Star Wars 1977 nicht mehr so gigantisch ausgereizt und durchdacht, dass es zweifellos zum Erfolg beitrug. PRINCE, der die Filmmusik komponierte und interpretierte, setzte allein 7 Millionen verkaufte Tonträger ab. JACK NICHOLSON setzte sich mit seiner Darstellung des Jokers selbst ein Denkmal und lieferte damit eine der besten Vorstellung in der Kinogeschichte ab. War er damals zwar für den Oscar nominiert, verlor er gegen DANIEL DAY-LEWIS in Mein linker Fuß, was einem Skandal gleich kam. Bis heute gilt der Joker von JACK NICHOLSON als einer der herausragensten Bösewichte der Filmgeschichte. Batman zählt heutzutage als Meisterwerk, dass mittlerweile mehr als 1,4 Milliarden Dollar Gewinn eingespielt hat und damit zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehört! Ein Film, der nach wie vor für jeden Comic-Fan ein absolutes Muss ist, auch wenn dieses Meistwerk inzwischen nicht mehr das Einzige in der Franchise ist, was den Batman für Cineasten nur umso attraktiver macht.



1992Batmans Rückkehr - Bad Guys

Batmans Rückkehr - PosterBatman`s Rückkehr: Obwohl ein immenser Welterfolg und zweifellos ein Meisterwerk, fand BURTON seinen Batman selbst ziemlich misslungen und weigerte sich eine Fortsetzung in Angriff zu nehmen. Ein Versuch ihn zu überreden, indem man BURTONs Freund DANIEL WATERS (Hudson Hawk, Demolition Man) als Drehbuchautor engagierte, scheiterte zunächst. Erst als man ihm noch dazu völlige künstlerische Freiheit garantierte, willigte BURTON ein. Ein Skript gab es auch schon, nämlich das von SAM HAMM. Dieser hatte in weiser Voraussicht bereits 1985 angefangen, Bücher für mehrere Teile zu schreiben und bereits 1990 war seine Story um den dunklen Rächer fertig gestellt. BURTON und WATERS griffen nun auch darauf zurück, nahmen aber einige Änderungen vor, von denen Manche später von den Fans des ersten Teiles positiv sowie negativ aufgenommen wurden. Freudig wurde die Eliminierung von Robin, Batmans Helfer, gefeiert. Über das Ausscheiden von Vicky Vale und Harvey Dent war man jedoch weniger begeistert. Dafür hatte man aber mit MICHELLE PFEIFFER (Scarface, Die Hexen von Eastwick, Wolf, Dangerous Minds, Schatten der Wahrheit) als Catwoman einen mehr als würdigen Ersatz. MICHAEL KEATON übernahm selbstverständlich wieder die Rolle des Batman und schließlich waren auch noch DANNY DEVITO (Der Rosenkrieg, Einer flog übers Kuckucksnest, L.A. Confidential, Twins, Matilda) als Pinguin sowie CHRISTOPHER WALKEN (God`s Army, Heaven`s Gate, Dead Zone, Sleepy Hollow) als Fädenzieher Max Shreck mit von der Partie; eine versteckte Hommage an den Hauptdarsteller in MURNAUs Meisterwerk Nosferatu von 1922. Überhaupt fiel Batmans Rückkehr ein ganzes Stück düsterer aus.

Der Joker ist besiegt und einige Zeit lang herrschte Frieden in Gotham City. Doch damit entstand ein Vakuum, dass der Pinguin füllte. Ähnlich wie der Joker terrorisiert er Gotham mit einem Anschlag auf den Nächsten und nicht mal der Batman scheint der Situation Herr zu werden, obwohl er tapfer dagegen hält. Es dauert nicht lange und der Pinguin kidnappt den Großindustriellen Max Shreck; anscheinend mit der Absicht Geld zu erpressen. Doch der ebenso ruchlose Shreck überredet ihn zu einem fiesen Plan, der vorsieht, den Pinguin zum Bürgermeister zu machen. Als Gegenleistung gewährt dieser dann Shreck freie Hand bei allen möglichen Geschäften. Währenddessen versucht Millionär Shreck durch korrupte Machenschaften ein Kraftwerk zu bauen. Seine Assistentin Selina Kyle kommt ihm aber zufällig auf die Schliche und spricht ihn darauf an. Shreck kann keine Zeugen gebrauchen und schmeißt Selina aus dem Fenster seines Hochhauses in der Hoffnung, ihr Tod würde wie ein Unfall aussehen. Sie überlebt den Sturz zwar, allerdings bricht dadurch nun ihre dunkle, zerstörerische Seite hervor, die sie in hautengem Lack- und Lederoutfit als Catwoman auslebt. Ihre Wut richtet sich gegen Straßenräuber oder Supermärkte. So erregt sie gleichermaßen das Interesse des Pinguins und von Batman, der von nun an zwei Fronten kämpfen muss.

Der Nachfolger zu BURTONs Meisterwerk war mit doppelt so viel Geld ausgestattet und auch die Merchandising-Kampagne war mit noch mehr Budget angesetzt. Schließlich schloss der Film am Startwochenende mit 48 Millionen Dollar ab und am Ende wurde es weltweit bis sogar bis zu 700 Millionen Dollar. Ein Megahit also, aber angesichts des Vorgängers ein nur mäßiges Ergebnis, obwohl man sich nun wirklich nicht beklagen konnte. Verantwortlich gemacht für den geringer ausgefallenen Gewinn wurden die modernen Klassiker Basic Instinct und Lethal Weapon 3 sowie die Tierschutzorganisation PETA, die die Tierszenen stark kritisierte. Was es auch war, dass Batmans Rückkehr nicht mehr so erfolgreich werden ließ - am Film selbst liegt es sicherlich nicht! Der Streifen ist noch um gutes Stück düsterer, spannender und auch komplexer als der Vorgänger. Beispielsweise gibt es hier mehr Figuren, dadurch mehr Handlungsstränge und tricktechnisch überragte er natürlich seinen Vorgänger um ein gutes Stück. Die Popmusik im Hintergrund wurde komplett eliminiert und voll auf ein finsteres Orchester mit vielen Streichern gesetzt. MICHAEL KEATON ist souverän wie eh und je, WALKEN liefert sich mit DEVITO ein gnadenlos gutes Duell im Böse-Sein und MICHELLE PFIEFFER überragt die blasse KIM BASINGER um Längen. Wer noch einen visuellen Gesamteindruck haben möchte . . .



1995Batman Forever - Bad Guys

Batman Forever - Poster Batman Forever: Nachdem TIM BURTON mit Batmans Rückkehr zufrieden, aber eben nicht vollends überzeugt von seiner Arbeit war und sich stattdessen auf das Produzieren eines dritten Teiles beschränkte, übergab er das Regiezepter an JOEL SCHUMACHER (The Lost Boys, Flatliners, Der Klient, 8MM). Aber wie das halt so ist . . . hat der Regisseur keinen Bock mehr, haben auch Andere keinen Bock mehr. Als erstes suchte MICHAEL KEATON das Weite, um dem aufstrebenden VAL KILMER (Alexander, Red Planet, The Salton Sea, Der Geist und die Dunkelheit) Platz zu machen. Auch DANIEL WATERS hatte keine Lust mehr. Auf ein neues Drehbuch hätte man ja auch verzichten können, denn schließlich gab`s ja da noch die Drehbücher von SAM HAMM. Aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund engagierte man lieber LEE BATCHLER für ein nagelneues Drehbuch, dessen einziges Skript es bleiben sollte. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich hierbei ohnehin um ein Pseudonym handelt, aber bis jetzt konnte man nichts Näheres herausfinden.

Der Joker? Tod! Der Pinguin? Tod! Two-Face? Am Leben und macht Gotham City genauso schwer zu schaffen, wie seine Vorgänger. Eigentlich hat er ja gar Nichts gegen Batman, bis dieser einen Banküberfall von Two-Face vereitelt. Two-Face ist so sauer, dass er droht einen Zirkus in die Luft zu jagen, doch dank der Artistengruppe Flying Graysons kommt fast Niemand zu schaden. Die komplette Familie Grayson jedoch kommt bis auf den jüngsten Sohn Dick ums Leben. Bruce Wayne fühlt sich schuldig und nimmt den Jungen unter seine Fittiche. Aber Dick ist nicht dumm und bemerkt schon bald das merkwürdige Verhalten seines Gastgebers. Schließlich kommt Dick dahinter, dass es sich bei seinem Ziehvater um Batman handelt. Dick überredet Bruce Wayne ihn als Gehilfen zu engagieren und so wird aus Dick Batmans Helfer Robin. Zusammen möchten sie Two-Face den Gar ausmachen, aber Edward Nygma, ein ehemaliger Angestellter von Wayne Enterprises, funkt immer wieder dazwischen. Denn Nygma erfand eine Maschine, mit denen er die Gedanken anderer Menschen manipulieren kann. Bruce Wayne fand das gar nicht gut und setzte Nygma vor die Tür. Seit diesem Zeitpunkt treibt Nygma als der Riddler sein Unwesen. Sehr zum Leid von Gotham City, der heißen Dr. Chase Meridian und Batman und Robin. Als sich der Riddler dann noch mit Two-Face verbündet, ist die Kacke dann endgültig am Dampfen.

Mit dem dritten Teil wollte man eigentlich wieder annähernd an den Erfolg von Batman anknüpfen. Und um das zu erreichen griff man in Hollywood zu einem Mittel, dass jedes Mal zum Einsatz kommt, wenn man eigentlich nur Kohle abgreifen will, ohne den Kinogängern dafür etwas zu bieten wollen . . . man drückt die Altersfreigabe nach unten! Damit spricht man ein größeres Publikum an, was aufgrund des Alters keinen besonderen Tiefgang zu genießen braucht. Das Zauberwort hierfür heißt: familienfreundlich. In den USA waren Batman und Batmans Rückkehr wegen der Gewaltszenen, einigen Todesfällen und des düsteren Looks mit einer PG-13 versehen, vergleichsweise einer FSK 12. Um nun aber auch die Generationen darunter zu erreichen wurde die Gewalt der Vorgänger auf billige Schaumschlägereien reduziert, das neue Batmobil mutierte zu einem klingonisch anmutenden Witz auf Vier Rädern, das düstere Ambiente wich billigem Humor und die Actionszenen ließen auch sehr zu wünschen übrig bzw. waren von der Klasse der beiden Vorgänger meilenweit entfernt. Das verschreckte selbstverständlich viele Fans der Fledermaus, von denen die Meisten dem Film eine Absage erteilten, noch bevor der Batman Forever in die Kinos kam. Gleichzeitig aber musste man auf die größere Klientel dennoch verzichten, weil Batman Forever knapp an der gewollten PG-Freigabe vorbeischrammte und erhielt trotz erheblicher Versoftung wieder eine PG-13. Ein finanzieller Verlust war damit quasi vorprogrammiert. Und als ob es die Schauspieler geahnt hätten, zeigen sie sich in Batman Forever nicht gerade von ihrer besten Seite. NICOLE KIDMAN (Eyes Wide Shut, Tage des Donners, Malice, Unterwegs nach Cold Mountain) hat als Dr. Meridian nix weiter zu tun, als so heiß auszusehen, dass man am liebsten sofort körpereigene Chemikalien mit ihr mischen möchte, was sie aber noch ganz gut macht. JIM CARRY (Der Dummschwätzer, Ace Ventura, Lemony Snicket, Der Grinch) erfüllt seinen Standard, mehr aber auch nicht, und TOMMY LEE JONES (Auf der Flucht, Men In Black, Blown Away) spielt als Two-Face mehr schlecht als recht gegen seine dümmliche Maske an. VAL KILMER, eigentlich in der Hauptrolle, ist kaum im Bild und CHRIS O`DONNELL (Vertical Limit, Die Kammer, Max Payne) agiert einfach nur lächerlich. Obendrauf gibt`s einigen Blödel-Humor und abermals einen unpassenden Pop-Soundtrack. Darunter auch die Schnulze "Kiss From A Rose" von SEAL und die Pseudo-Band U2 (Irlands Verbrechen an der Musikwelt) mit dem Titeltrack "Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me". Da braucht man sich nicht wundern, wenn es auch wirklich zu einem gewaltigen Debakel kommt. Batman Forever wurde die Enttäuschung des Jahres 1995. Der Film war der Anfang vom vorläufigen Ende.



1997Batman  Robin - Bad Guys

Batman  RobinBatman & Robin: Was tun, wenn man eine erfolgreiche Serie mit der letzten Episode schon teilweise kaputt gemacht hat? Richtig! >> Jetzt machen wir Sie endgültig kaputt und wundern uns noch blöder über unser Versagen. Vielleicht können wir so die Versicherung bescheißen? . . . So oder so ähnlich muss es sich Warner Bros. gedacht haben, als sie nur zwei Jahren nach dem Halb-Desaster Batman Forever JOEL SCHUMACHER, an für sich ein guter Regisseur, ein Vollblut-Desaster drehen ließen.

Batman genießt als Bruce Wayne sein Leben als Schmalspur-Playboy, aber noch mehr Spaß hat er am Verhauen von bösen Buben. In letzter Zeit muss er sogar noch mehr Gas geben, den Robin aka Dick interessierst sich mehr für Waynes Cusine oder was auch immer sie denn sein soll, die gerade zu Besuch ist. Dann fällt plötzlich Mister Freeze in Gotham City ein und klaut sich hier und da Zeug für die Wiedererweckungsmaschine zusammen, die er für seine todkranke Frau braucht. Gleichzeitig macht auch noch irgendwie Poison Ivy Gotham unsicher. Tja, da hat Batman aber ganz schön viel zu tun.

Aber so richtig schlau ist dieser Batman nicht, denn wie sonst könnten ganze drei Superhelden über 120 Minuten brauchen, um solche lästigen Furunkel loszuwerden. Außerdem gibt`s ja hier nicht mal mehr so viel Batman zu sehen, sondern vielmehr dümmliche und völlig deplatzierte Macho-Sprüche und viel zu viel quietschebunte Pop-Art. Düsternis sucht man hier vergebens, das Drehbuch lahmt ohne Ende, Gewalt oder Brutalität wurde gänzlich getilgt und Batgirl und Robin nerven den kompletten Film hindurch auf der ganzen Linie. Anstatt die Missstände des dritten Teiles Batman Forever zu begreifen und wieder auszumerzen, wurde aufgrund von „Familienfreundlichkeit“ noch viel mehr ein jüngeres Publikum gesetzt, die aber absolut kein Interesse an Batman & Robin zeigten - verübeln kann man es ihnen wirklich nicht - und die restliche Kinoschar hatte auf so ein minderwertiges Produkt verständlicherweise keinen Bock, weswegen auch noch die letzte Klientel ausblieb. Die angestammten Fans von BURTON hatte man ja schon vertrieben. Irgendwie lag aber auch von Anfang an ein Fluch über dem Projekt.
AKIVA GOLDSMAN – der Mann hinter solchen Welterfolgen wie Der Klient, Lost In Space, A Beautiful Mind, I, Robot und I Am Legend – schrieb ein völlig zahnloses Milch-Bubi-Movie-Skript. GEORGE CLOONY (From Dusk Till Dawn, Peacemaker, Three Kings, Syriana) war als Batman ebenso fehl besetzt wie KEIRA KNIGHTLY in einem RUSS MEYER Film. UMA THURMAN (KILL BILL, Pulp Fiction, Paycheck, Jennifer 8) ist als Poison Ivy zwar sexy, ansonsten jedoch sehr flach. Und nicht nur, dass dieser verdammte Robin schon wieder mit dabei ist; nein, er wird auch wieder von CHRIS O`DONNELL gespielt. Zu allem überflüssigen Überfluss kommt noch ALICIA SILVERSTONE (True Crime, Clueless) als völlig unnützes Batgirl dazu, die außer Blond-Sein und doof gucken ja gleich so gar Nix kann. Einzig und allein beeindruckt ARNOLD SCHWARZENEGGER (Terminator, Conan der Barbar, Predator, The Expendables) als Mr. Freeze durch gnadenlose Selbstironie und es gelingt ihm sogar ein bisschen zu schauspielern.

Wie dem auch sei, wie Batman Forever wurde auch Batman & Robin zurecht die große Enttäuschung des Jahres 1997; und mit 11 Nominierungen für die Goldene Himbeere konnte der Film auch die meisten Negativ-Preise in der Franchise abgreifen. Und so gerät der Film zu einem Werk, das man schlicht und ergreifend als Unglück bezeichnen kann. Damit war dann der Batman endgültig tot. Wer den Film bereits zum Kotzen fand, dem wird bei diesen 2 Minuten garantiert auch wieder schlecht.



2005Batman Begins - Bad Guys

Batman Begins - PosterBatman Begins: Tot? ”Totgesagte leben länger.” sagt schon ein altes Sprichwort und auch die Fledermaus lässt sich nicht so leicht totkriegen. Knappe acht Jahre lauerte er im Dunklen, um auf ein neues glorreiches Team zu warten. Und das Warten hatte sich definitiv gelohnt; für die Fans sowie die Produzenten.

Nach den SCHUMACHER-Debakeln hatte Warner Bros. erst mal genug von der Franchise. Doch mit X-Men und Spider-Man kam man wieder ins Grübeln, ob man nicht auch mit Batman wieder Geld verdienen könne. Schließlich fand man in CHRISTOPHER NOLAN zwar einen relativ jungen Regisseur, der aber mit Memento und Insomnia ebenso intelligente wie düstere und anspruchsvolle Thriller drehte. Die Filme waren auch nicht zu düster und bis auf Memento ungemein spannend. Obwohl NOLAN sich auch immer am Skript beteiligt, arbeitet er grundsätzlich mit einem professionellen Drehbuchautor zusammen. Für den geplanten neuen Batman-Film stellte ihm Warner keinen Geringeren als Horror- und Actionexperte DAVID S. GOYER (Puppet Master, Blade, The Dark City) zur Seite. Es sollte ein Neuanfang für die Franchise werden und die Geschichte Batmans von Anfang an erzählen. Das Skript orientierte sich atmosphärisch an den beiden BURTON-Filmen und in Folge dessen auch besonders stark an den sozialkritischen Comics aus den 1980ern. Nachdem Warner das Skript gelesen hatte, waren sie so begeistert, dass sie NOLAN und GOYER völlig freie Hand ließen und im Nu konnte das komplette Wunsch-Team (in der Filmbranche eine absolute Seltenheit) zusammengestellt werden. Als Batman wurde CHRISTIAN BALE (American Psycho, The Machinist, Equilimbrium, Terminator Salvation) verpflichtet, der auch äußerlich dem Bruce Wayne aus den finsteren Comics der 1980er entsprach. Hinzu kamen noch Sir MICHAEL CAINE (Get Carter, Jack The Ripper, Dressed To Kill) als Butler Alfred, MORGAN FREEMAN (Deep Impact, Denn zum Küssen sind sie da, Im Netz der Spinne, Se7en) als Lucius Fox, GARY OLDMAN (Romeo Is Bleeding, Das fünfte Element, Leòn der Profi, Dracula) als Comissioner Gordon, LIAM NEESON (The Grey, Star Wars – Episode I, Rob Roy, Schindlers Liste, Darkman) als Bösewicht Ra's Al Ghul und die ansonsten schwache KATIE HOLMES (The Gift – Die dunkle Gabe, Thank You For Smoking) als Bruce Waynes Freundin und couragierte Anwältin Rachel Dawes, die ausnahmsweise einmal nicht stört. Als kleines Tüpfelchen auf dem I agiert in einer kleinen Nebenrolle RUTGER HAUER (Blade Runner, Hobo With A Shotgun, Flesh And Blood, Blinde Wut).

Batman Begins - 01Bruce Wayne fliegt als Kind in einen ausgetrockneten Brunnenschacht. Fledermäuse erschrecken ihn zu Tode. Doch sein Vater und der treue Butler Alfred helfen ihm wieder auf die Beine. Kurz darauf werden seine Eltern im Beisein von Bruce nach einem Theaterbesuch erschossen. Der Täter wird verhaftet und zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Ungefähr 10 Jahre später soll der Täter gegen eine belastende Aussage über die Machenschaften von Gangsterboss Falcone vorzeitig entlassen werden. Bruces Freundin aus Kindertagen, Rachel Dawes, versucht als Staatsanwältin Falcone schon lange hinter Gitter zu bringen, doch Bruce ist gegen die Freilassung des Mörders; hat sogar vor ihn notfalls umzubringen. Doch soweit kommt es nicht. Der Täter wird noch im Gerichtsgebäude von Falcones Killern erschossen. Bruce Wayne gesteht Dawes später, dass er es eigentlich tun wollte. Rachel ist außer sich und schmeißt ihn vor Falcones Restaurant aus dem Auto. Wayne zeigt sich Falcone, doch der lacht ihn aus, konfrontiert ihn mit der miesen Wirklichkeit und wirft ihn aus dem Lokal. Geschockt und neugierig sagt sich Bruce von seinem Vermögen los, beginnt ein Leben als Krimineller, stiehlt um nicht zu verhungern. Seine Reise führt ihn um die ganze Welt bis nach Asien, wo er schließlich alle Arten von Kampfsport lernt. Allerdings landet er dort um Gefängnis, wo er auf Henri Ducard trifft. Ducard bietet ihm im Auftrag von Ra's Al Ghul an, sich der Bruderschaft der Schatten anzuschließen. Eine jahrtausende alte Organisation, die ihre Mitglieder zu Ninjas ausbildet und insgeheim gegen das Böse in der Welt kämpfen lässt. Wayne nimmt das Angebot an und wird ein Ninja, doch als er in einem Initiationsritual einen Mörder köpfen soll, wendet er sich gegen sie und vernichtet Ra's Al Ghul und seine Burg, verschont jedoch Ducard. Danach, also nach über sieben Jahren, kehrt Bruce Wayne zurück nach Gotham City, wo er schon nach kürzester Zeit beginnt als dunkler Rächer gegen Falcone zu arbeiten. Schon bald setzt er seine Angst vor Fledermäusen ein und wird zum Batman. Es gelingt ihm Falcone seiner alten Freundin Rachel Dawes, die inzwischen zur stellvertretenden Bezirksstaatsanwältin aufgestiegen ist, auszuliefern. Doch beide wissen nicht, dass Falcone selbst nur Handlanger eines viel gefährlicheren Gegners war.

Batman Begins - 02So poppig dämlich wie der Batman an den Kinos unterging - oder vielmehr umgebracht wurde - so glorreich und brilliant kehrte er mit diesem Film zu den düsteren Anfängen von TIM BURTON zurück. Anders als bei allen anderen Teilen steht hier kein zentraler Bösewicht im Vordergrund, sondern vielmehr der Batman selbst. Seine Motivationen, seine Ängste, die Gewissenskonflikte . . . NOLAN und GOYER lassen den Helden einen Seelenstriptease hinlegen, wie er in dieser Art Film vorher noch nie zu sehen war. Ebenfalls neu übt der Film auch Sozialkritik und nähert sich somit inhaltlich den finsteren, kritischen Comics aus den 1980ern an. Ein Wink, der den alten Batman-Filmen allesamt abging. CHRISTIAN BALE spielt, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschneidert und verleiht Bruce Wayne sowie dem Batman unglaublich viel Tiefgang. Nicht zuletzt auch durch das grandiose Drehbuch von GOYER und NOLAN. Darüber hinaus ist der Film wieder düster, pessimistisch und auch ein wenig melancholisch. Detailliert und ohne Umwege schildern die beiden Filmemacher, wie aus einem Kindheitstrauma Wut, Hass und Verzweiflung wird, was sich später im Batman manifestiert. Für zarten und intelligenten Humor sorgen Sir MICHAEL CAINE und MORGAN FREEMAN, KATIE HOLMES stört nicht, GARY OLDMAN, RUTGER HAUER und LIAM NEESON sind souverän wie immer und neben der düsteren Stimmung ist Batman Begins sehr unterhaltsam und spannend inszeniert. Und so feierte Batman eine beispiellose Auferstehung und war mit einem Einspielergebnis von 438,7 Millionen Dollar der Blockbuster des Jahres gleich nach Star Wars – Episode III. Das ist zwar gegen die 700 Millionen Dollar von Batmans Rückkehr und den 1,4 Milliarden Dollar von Batman immer noch schwach, steuerte aber wieder auf einen guten Kurs. Am Ende von Batman Begins wurde auch sogleich eine Fortsetzung angedeutet und natürlich hoffte die Filmgemeine nun auf eine gute Fortsetzung. Batman Begins war ja auch schon gut genug, aber mit einem derart genialen Sequel wie The Dark Knight hatte Niemand gerechnet.



2009Batman - The Dark Knight Joker

Batman - The Dark Knight PosterThe Dark Knight: Der unglaubliche Erfolg von Batman Begins, sowie die durchweg positiven Kritiken und die überdurchschnittlichen Zuschauerreaktionen sorgten dafür, dass Warner Bros. schnell grünes Licht für einen weiteren Batman-Film gab, bei dem haargenau dasselbe Team zusammenarbeiten sollte, wie bei Vorgänger, was auch fast gelang. Lediglich KATIE HOLMES, offensichtlich nun zur willigen Ehesklavin von Ober-Scientologe TOM CRUISE (Tage des Donners, Top Gun, Operation Walküre, Mission Impossible, Minority Report) verkommen, hatte urplötzlich kein Interesse am Batman mehr. Ihren Part übernahm MAGGIE GYLLENHAAL (Donnie Darko, 40 Tage und 40 Nächte, World Trade Center), mag zwar für Einige optisch eine Verschlechterung sein, jedoch schauspielerisch eindeutig ein Gewinn. Ergänzt wird das Team von AARON ECKHART, der in den Filmen Thank You For Smoking, Die schwarze Dahlia und Paycheck bereits eine sehr solide und gute Leistung ablieferte und hier den engagierten Oberstaatsanwalt Harvey Dent alias Two-Face verkörpert, und ERIC ROBERTS (Ambulance, Karate Tiger IV – Best Of The Best, Runaway Train) als Gangsterboss Maroni.
Wer Batman Begins gesehen hat, der weiß, dass noch ein Charakter fehlt - nämlich der Joker, dessen Visitenkarte am Ende von Batman Begins zu sehen ist. Nach einigen Querelen und Hick Hack mit verschiedenen Akteuren fiel die Wahl des Leading-Trios NOLAN / GOYER / BALE einvernehmlich auf HEATH LEDGER (Die Vier Federn, Ritter aus Leidenschaft, Brothers Grimm, Der Patriot), weil er laut Aussage von NOLAN ”furchtlos” sei. Und das musste er auch sein, wurde er doch sofort von alteingesessenen Batman-Fans angefeindet. Wie solle denn die blöde “Cowboy-Schwuchtel“ aus Brokeback Mountain einen solch prägnanten Bösewicht mimen? Wie soll sich denn überhaupt ein junger Schauspieler an die gottgleiche Verkörperung von JACK NICHOLSON in TIM BURTONs Meisterwerk messen können?? Die Wahl des Jokers an für sich als Gegenspieler von Batman war also schon nicht gern gesehen . . . bis die ersten drei Poster von The Dark Knight veröffentlicht wurden; den Anfeindungen zum Trotz ausschließlich mit dem Joker. Sie zeigten einen anderen Joker, als man ihn aus den Comics in Erinnerung hatte; die Poster waren düster und strahlten unweigerliche eine unheimliche Bedrohlichkeit aus. Die Kritiken wurden leiser und nahmen langsam ab. Als Krönung wurde der erste Trailer veröffentlicht, der für massenhaft offen stehende Münder sorgte und jede Anfeindung gegen LEDGER verstummen ließ. Doch leider verstarb der talentierte Jungschauspieler sehr überraschend an einer Überdosis Medikamenten am 22. Januar 2008. Das löste einen Hype um The Dark Knight aus, den man seit Herr der Ringe nicht mehr gesehen hatte. Aber ist dieser Hype es auch wert?

Batman - The Dark Knight SeriousNachdem der Batman die Stadt von Ra's Al Ghul bewahrt hatte, ist der Stadtteil Arkham zu einer Art Ghetto verkommen und fungiert als Gefängnis-Insel. Der Batman kümmert sich indessen um die Gangsterbosse, die nach Falcones unfreiwilligem Abschied die Herrschaft über die Unterwelt Gotham Citys übernahmen haben und unter sich aufteilten. Zusammen mit dem neuen und sehr engagierten Oberstaatsanwalt Harvey Dent und dem passionierten Polizisten Gordon macht der Batman ihnen stark zu schaffen. Doch die Guten allein sind nicht alle Probleme, die die Mafia hat. Ein neuer rücksichtsloser Verbrecher, der sich selbst der Joker nennt, macht ihnen zu schaffen. Beispielsweise raubt er ohne Skrupel oder Ängste einfach die nächste Mafia-Bank aus und erleichtert sie dabei um schlappe 100 Millionen Dollar. Zu guter Letzt platzt der Joker uneingeladen in einen Krisengipfel der Mafia und gibt offen zu, wer sie beklaut hat, aber er macht ihnen auch ein Angebot: er verlangt die komplette Hälfte des Mafiageldes für den Tod von Batman und die Befreiung eines wichtigen Belastungszeugen, der sich momentan bei Gothams Polizei in Gewahrsam befindet. Natürlich wiegeln die Bosse zunächst ab, nehmen das Angebot jedoch zögerlich an. Aber damit lassen sie eine Bestie von der Leine, die fernab jeder Moral oder Ethik eine Orgie der Anarchie zu feiern beginnt, Leben durch perverse “soziale Experimente“ ohne jede Skrupel auf Spiel setzt und sogar den Batman völlig verzweifelt vor lauter Wut zurück lässt. Es entwickelt sich ein Duell auf Leben und Tod, bei dem es völlig egal ist, ob man schuldig ist oder nicht; Menschen werden sterben!

Der bisherige Erfolg des Filmes spricht für sich: allein am Startwochenende schlug der Film mit 67,85 Millionen Dollar alle Rekorde. Insgesamt hat The Dark Knight alleine an den Kinokassen knapp über 1 Milliarde Dollar eingespielt!!! Es mag beinahe unglaublich klingen, doch mit diesem Film schufen NOLAN und GOYER ein Meisterwerk, dass sogar den schier übermächtigen Batman von 1989 überragt. Allein die Grundstimmung ist noch düsterer und unheimlicher. Die Inszenierung ist hochspannend und unterhaltsam zugleich, 152 Minuten vergehen wie im Flug. The Dark Knight ist mehr als alle anderen Batman-Filme geprägt von moralischen Fragen und Sozialkritik. Nebenbei zieht der Batman als Selbstjustiz übender Rächer in einen unwiderlegbaren Vergleich mit den USA als Weltpolizei. Damit wird Film auch noch sehr politisch und greift unverblümt und ohne Scham die Außenpolitik der USA an. Harvey Dent, der große weiße Ritter Gotham Citys, spielt hierbei auch eine nicht unerhebliche Rolle. Der Batman selbst wird nicht mehr nur in der Form von Bruce Wayne als Mensch dargestellt, sondern nun muss auch der Batman moralische Grundfragen für sich entscheiden, was vorher eigentlich nicht zur Debatte stand. Gezwungen dazu wird er vom Joker, der in diesem Film grundsätzlich weitaus bösartiger und viel unberechenbarer ist, als in der Version von BURTON. Er ist ein Anarchist, die lebende Chaostheorie, ohne Gewissen, ohne Moral, aber dafür mit einem ziemlich kranken Humor. Nein, er ist vielleicht nicht mehr so witzig wie noch 1989 oder in den Comics, jedoch verleihen die Ansichten über Tod, Chaos sowie seine Herkunft und bisherige Leidensgeschichte, die von seinen Erlebnissen in der Kindheit geprägt sind, eine unerreichbare Tiefe. Passend dazu verkörpert HEATH LEDGER den Joker mit einer Wucht, dass es den Zuschauer in fast jeder Szene mit ihm von den Füßen reißt. Allein seine Filmzitate “Why so serious“ und “Let`s put a smile on that face“ gehören schon jetzt zu den einprägsamsten Filmzitaten der letzten Jahre. Doch neben all dem Anspruch enthält der Film auch viele ausladende Actionszenen ohne Computereffekte. Beispielsweise überschlägt (!!!) sich hier ein echter Truck. Neu ist auch die ungewöhnliche Härte des Films. Menschen werden gefoltert, sogar in die Luft gesprengt und der Bodycount liegt wesentlich höher als in allen anderen Batman-Werken zuvor. Dies ist tatsächlich der einzige Batman, der für eine PG-13 ein paar Federn lassen musste. Denn so grausam der Joker auch früher behandelt wurde, so behandelt er auch seine Opfer – und NOLAN zeigt das auch. Auch der Titel The Dark Knight ist von entscheidender Bedeutung, aber so viel möchte ich jetzt nicht verraten. Denn das ist ein Film den man selbst gesehen haben muss!
Ebenso wie Fortsetzung und das schwarz schimmernde Finale von NOLANs Batman-Trilogie The Dark Knight Rises.