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Predator

Predator - Poster 01Regie: JOHN McTIERNAN
Drehbuch: JIM & JOHN THOMAS
Medium: Blu-Ray & DVD
Laufzeit: 107 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Start: 27.08.1987

„Es geschieht nur in den ganz heißen Sommern . . . und dieses Jahr wird`s sehr heiß. Und dann finden wir unsere Männer; manchmal ist die Haut abgezogen, manchmal noch viel schlimmer. Der Anblick ist immer furchtbar. El Diablo que hace trofeos de los hombres – Der Dämon, der aus unseren Männern Trophäen macht.“

Kein Zweifel: Predator war, ist und bleibt einer der allergrößten Klassiker, den das Actionkino zu bieten hat! Dabei markiert er gleich den Anfang in einer ganz neuen Ära des Actionkinos, dass eigentlich schon mit Phantom Commando seinen Anfang nahm, aber erst mit dem Predator so richtig in Fahrt kam und so zum Meilenstein eines ganzen Genres wurde.


SPOILER:

Predator 05Wenn man sich die Geschichte des Kinos einmal ansieht, dann fällt auf, dass immer eine gewisse Periode von einem ganz bestimmten Genre dominiert wird. Die 1950er gelten als Ursprung des ambitionierten Science Fiction Films, die 1960er die Ära der großen Western. Die Dekade von 1970 bis 1980 gehört ganz eindeutig dem Horror und Mitte der 1980er begann das Jahrzehnt des Actionkinos. Dominierender Star des Genres bis in die späten 1990er hinein war ARNOLD SCHWARZENEGGER (Red Heat, Running Man, The Last Stand, Last Action Hero), der 1982 mit der ROBERT E. HOWARD-Verfilmung Conan der Barbar einen Riesenhit verbuchen und seinen Erfolg zwei Jahre später mit dem Terminator noch um ein Vielfaches ausbauen konnte. Die Meisten glauben, dass jener Klassiker eigentlich den Beginn des modernen Actionkinos markiert, was aber aufgrund damaligen Pyro- und Kameratechnik nicht zutrifft. Dennoch half es SCHWARZENEGGERs Ruf als neue Actionikone zu festigen, was er leider auch nötig haben sollte. Denn mit Conan der Zerstörer kam noch im selben Jahr eine überaus schlechte Fortsetzung von Conan der Barbar in die Kinos, die zu Recht floppte. Sein nachfolgender Actionfilm Phantom Commando wies 1985 zum ersten Mal die exzellente Kameratechnik und die dazugehörige Pyro-Orgie auf, die man vom modernen Actionfilm gewohnt ist. Und auch wenn der Streifen darum heute zum Pflichtprogramm eines jeden Actionfans gehört, den Film wollte damals kaum Jemand sehen. Anno 1986 kam Der City-Hai in die Kinos, wo SCHWARZENEGGER einen Undercover-Cop spielte, der in der Mafia von Chicago ein wenig aufräumt. Auch hier war die Resonanz alles Andere als großartig. Das Problem hier lag an der falschen Vermarktung, die Raw Deal – so der Originaltitel – als actionreich aufwies, obwohl es sich mehr um einen Thriller handelte.


Predator 30Doch noch 1986 wurde ihm auch das Drehbuch zu Predator angeboten; von den Brüder JIM & JOHN THOMAS (Im Fadenkreuz – Allein gegen Alle, Wild Wild West, Einsame Entscheidung, Mission To Mars), die damit ihr Kinodebüt geben wollten. SCHWARZENEGGER bekam das Skript eigentlich mehr oder weniger zufällig in die Finger, doch Österreicher sagte zu und bewies damit wieder einmal den richtigen Riecher für einen fetten Kinohit. Als Regisseur wurde JOHN McTIERNAN (Stirb Langsam, Der 13. Krieger, Basic, Auf der Jagd nach Roter Oktober) verpflichtet; damals noch ein sehr junger Regisseur war und lediglich einen unbekannten Horrorfilm namens Nomads vorzuweisen konnte. Für den weiteren Cast wurden dann noch CARL WEATHERS (Rocky, Action Jackson, Shadow Warriors), Ex-Wrestler JESSE VENTURA (Running Man, Riochet – Der Aufprall), Hollywoods Bösewicht-Indianer SONNY LANDHAM (Nur 48 Stunden, Action Jackson, Lock Up – Das Ziel ist Überleben) und der bekannte Actionroutinier BILLY DUKE (Phantom Commando, Roter Drache, Menace II Society, Exit Wounds – Die Cop-Killer) engagiert.

 

In Deutschland startete Predator am 27. August 1987 und schlug sich trotz hoher Altersfreigabe ebenfalls recht gut an den Kinokassen. Knappe 100 Millionen Dollar konnte der Film schon damals alleine an den Kinokassen einspielen.

 

Predator 04Major Dutch ist der Chef einer besonderen US-Militäreinheit, die auf Rettungseinsätze spezialisiert ist. Ihr neuster Auftrag bringt Dutch mit seinem alten Freund Dillon zusammen, der nun für die CIA arbeitet. Er informiert Dutch, dass ein Flugzeug mit einem Minister und anderen wichtigen Passagieren an Bord über dem südamerikanischen Dschungel abgeschossen wurde. Die Insassen wurden von Guerillas entführt und als Geiseln genommen. Obwohl es Dutch und seinen Männern überhaupt nicht passt, kommt Dillon mit und übernimmt das Kommando. Viel Zeit für Streitereien bleibt aber nicht, denn das Leben der Geiseln ist in Gefahr. Wie tödlich ernst die Lage wirklich ist, erfahren sie erst im südamerikanischen Dschungel. Sie finden die Militärmaschine, die Piloten noch im Cockpit erschossen. Wenig später entdecken sie ein weiteres US-Team – von dem sie bislang nichts wussten – deren Mitglieder gehäutet wurden. Die Wut auf die Guerillas wächst und es entstehen Rachegelüste. Schließlich erreichen Dutch und seine Männer das Camp, wo just eine der Geiseln hingerichtet wird. Im Glauben die anderen Geiseln retten zu können, machen Dutch und sein Team das Lager dem Erdboden gleich. Doch sie kommen zu spät, auch die anderen Geiseln sind tot. Um wieder abgeholt zu werden, bleibt ihnen außerdem keine andere Wahl als durch den Dschungel weiter zu marschieren. Nur leider haben sie sich in den Guerillas geirrt, denn sie haben die US-Soldaten nicht bestialisch geschlachtet. Es war ein unbekanntes Wesen, ein außerirdischer Jäger auf der Jagd nach Trophäen. Hitze und Gewalt ziehen ihn an und da Dutch mit seiner Einheit das Camp eindrucksvoll zersörterte, hat der Jäger nun ein neues vielversprechendes Opfer im Visier. Er verfolgt Dutch und macht den Dschungel zum Schlachthaus!

Predator - Banner 02Wenn man glaubt, Predator sei wegen des simplen Actionplots ein primitives Gemetzel, der täuscht sich gewaltig. Wie voher nur der Klassiker Alien mixt Predator Science Fiction und Horror zusammen und bietet sogar noch eine verdammt gute Portion Action oben drauf.

Predator 11Anders aber als in Alien kombiniert Predator nicht die einzelnen Elemente, sondern teilt sie in drei Phasen auf. In den ersten 30 Minuten schlägt Predator noch den Weg eines üblichen und schlichten Actionfilms vor Kriegshintergrund ein, wie er in den 1980ern zu Hauf zu finden war. Da haben wir eine Spezialeinheit von US-Soldaten, die in den Kampf gegen böse Südamerikaner zieht. Hier sogar noch in einer weit positiveren Mission, nämlich als Rettungseinsatz. Und natürlich gibt es auch hier Streit zwischen den Vorgesetzten. Da im ersten Drittel also noch ziemlich auf Klischees eingegangen wird, wundert es auch nicht, dass Dutch und seine Männer das feindliche Lager trotz gewaltiger Unterzahl rigoros platt machen. Was den Predator aber hier schon von anderen Genrevertretern unterscheidet, ist die beispiellose Qualität mit der das Guerilla-Camp nach allen Regeln der Actionkunst komplett zerlegt wird. Wilde Schießereien mit blutigen Einschüssen, Explosionen sprengen ganze Hütten weg, Feuersbrünste blenden die Augen, lässige Einzeiler der Protagonisten und packende Stunts. Die Pyrotechniker haben hier mit einer nie geahnten und nur selten übertroffenen Professionalität gearbeitet, wobei sie eigens für Predator von einem militärischen Berater unterstützt wurden. Er half dem Team bei der Umsetzung des Angriffs, damit diese Szene erst so richtig mitreißend gestaltet werden konnte. Den Rest musste nur noch Kameramann DONALD M. McALPINE (Die Stunde der Patrioten, Das Kartell, Romeo + Julia, Moulin Rouge) besorgen, der diese Actionorgie in grandiosen Bildern festhielt. Allein schon wegen dieser knapp 8-minütigen Actionszene, die wahrscheinlich zum Großartigsten gehört, was das Genre hergibt, würde sich das Anschauen des Films lohnen. Kultstatus erreichte auch die Szene, als nach einem Angriff des Predators das Team mit unkontrolliertem Waffeneinsatz ein ganzes Waldgebiet dem Erdboden gleich macht. Bereits hier setzt Predator aber schon die Basis für seinen zweiten, wesentlich horrorlastigeren Abschnitt.

 

Predator 27Mit der zweiten Phase überschreitet der Film die Grenze des simplen, brachialen Actionkinos hin zu spannungsgeladenem Horror; inklusive Spannungsbögen, grausamer Tode und einem mordlüsternen Ungeheuer. Bereits vor der ausladenden Actionszene wird zaghaft an der Spannungsschraube gedreht, die besonders durch die grüne, undurchdringliche Dschungelwand hervorgehoben wird. Hier greift nun langsam das 10-Kleine-Negerlein-Prinzip, bei dem ein Kamerad nach dem Anderen von einem Monster gejagt und getötet wird. Langsam dämmert es den Männern auch, dass keine Menschen hinter ihnen her sind. Der Schrecken wird nur noch verstärkt, als dass dahinter keine wilde Bestie steckt – wie beispielsweise ein Werwolf oder Der Blob – sondern ein intelligenter Außerirdischer, der wie ein Großwildjäger gefährliche Tiere jagt, um Trophäen zu sammeln. Hier liegt auch der Grund verborgen, warum Predator ganze 22 Jahre auf dem Index stand, denn der Film scheut sich auch nicht, den Umgang des Jägers mit seinen Opfern in aller Deutlichkeit zu zeigen. Beispielsweise sind die gehäuteten Leichen der US-Soldaten tatsächlich zu sehen. Noch dazu an den Füßen aufgehängt, wie in einem Schlachthaus und den Gedärmen am Boden, was den Anschein erweckt, als seien sie wie ein Stück Vieh ausgenommen worden. Darüber hinaus benutzt der Predator eine unglaublich wuchtige Laserkanone, die keine Mühe hat riesige Löcher in Menschen zu hinterlassen. Zu guter Letzt fehlt auch nicht, wie er seinen Opfern die Wirbelsäule samt Schädel aus dem Körper reißt. Keine Frage: Predator ist wahrlich nichts für zarte Gemüter und schwache Mägen. Eine hohe Freigabe auch kein Wunder. Die Indizierung 1988 aber ebenso unnötig, wie die FSK 16, die der Film nun für den Blu-Ray-Release der Ultimate Hunter Edition bekommen hat.

 

Predator 20Was sich in den ersten 60 Minuten angedeutet hat, mündet nun in der dritten und letzten Phase von Predator in einem abenteuerlastigen und gnadenlosen Duell, was McTIERNAN mit augenzwinkernder Ironie inszenierte, wenn er archaische Waffen gegen High Tech aufeinander prallen lässt. Aber auch Vergleiche mit einem Western sind durchaus legitim, wenn sich die Kontrahenten Mann gegen Mann bzw. Mann gegen Außerirdischer im Zweikampf gegenüberstehen. Die weite Prärie ist hier abermals der lebensfeindliche Dschungel, der einmal mehr seine unheimliche Seite zum Vorschein bringt. In diesem Sinne greift McTIERNAN auch die Action und die Suspense wieder auf und setzt auf spannungsgeladene Action, bis es schließlich zu einem Alles entscheidenden Showdown kommt. Während des ganzen Films ist aber zu beachten, dass die diese drei Phasen sich stets ein bisschen überschneiden und auch so der Wechsel sehr subtil von Statten geht. Insgesamt ist der der Streifen unglaublich gut geschnitten und wird nicht eine einzige Sekunde langweilig. Dass heißt im Klartext, dass Predator nicht nur jede Stufe sehr souverän beherrscht, sondern wirklich jede Minuten mit einer einzigartigen Atmosphäre aufwartet. Dabei beschränkt sich die Qualität aber nicht nur auf die inhaltliche Ebene.

 

Predator 32Über die Pyrotechniker braucht man eigentlich kein weiteres Wort zu verlieren, die gerade im ersten Drittel überdominant zeigen, was sie Alles können. Aber derart eindrucksvoll und gekonnt, dass dem Zuschauer auch noch nach 25 Jahren die Sucke wegbleibt. Dabei vergisst man beinahe das titelgebende Ungeheuer, den Predator. Der ursprüngliche Jäger sah zuerst ganz anders aus, besaß einen klobigen Körper, hundeähnlichen Kopf und einen langen Hals. Zwar sollen fast 65 Minuten vergehen, bis man den Predator wegen seiner Tarntechnik zum ersten Mal richtig sieht, aber danach wollte man einen gefährlichen, eiskalten und doch ehrenhaften Krieger vor sich sehen, vor dem man zu recht Angst haben sollte. Und so sah halt der lachhafte Entwurf gar nicht aus. Das Team war weitgehend ratlos, bis ARNOLD SCHWARZENEGGER auf die Idee kam den 2008 verstorbenen Special Effects Großmeister STAN WINSTON (Der weiße Hai, Jurassic Park, Pumkinhead, Batmans Rückkehr, Edward mit den Scherenhänden) zu kontaktieren, den er zwei Jahre vorher bei den Dreharbeiten zu Terminator kennen gelernt hatte. Viel Überzeugungsarbeit war offensichtlich nicht von Nöten, denn er sagte rasch zu, obwohl er gerade mit den Arbeiten zu Aliens beschäftigt war. Glücklicherweise schien aber Regisseur JAMES CAMERON (Terminator, Avatar, Titanic, The Abyss) aber ebenfalls vom Predator begeistert und machte sich sogar zusammen mit WINSTON an die Arbeit.

Predator 10Tatsächlich gehen der humanoide Look und das Gesicht des Predators direkt auf CAMERON zurück. Es mussten also doch zahlreiche Änderungen am Aussehen vorgenommen werden, aber noch immer war der Jäger nicht perfekt. Beispielsweise war er den Verantwortlichen immer noch zu klein. Zuerst steckte kein Geringerer als Actionstar JEAN-CLAUDE VAN DAMME (Bloodsport, Maximum Risk, Universal Soldier, JCVD) im Kostüm, der zwar mit knapp 1,80 Metern auch nicht gerade der Kleinste ist, aber von KEVIN PETER HALL (One Dark Night, Highway To Hell) und seinen 2,20 Metern Körpergröße ersetzt werden musste. Nun fehlten nur noch die Waffen, wie der große Laser und die charakteristische Doppelklinge am Handgelenk, und das grün leuchtende Blut – was schlicht aus Gleitmittel und dem Stoff in Knicklichtern zusammengemixt wurde. Es gibt auch noch eine besondere Anekdote zu der speziellen Tarntechnik, die der Predator verwendet. Gedreht wurde mit einem roten Kostüm, dass aber im fertigen Film so aussah, als würde der außerirdische Jäger in der Lage sein das Licht zu brechen, um so mit seiner Umgebung zu verschmelzen. Nicht mal ein Jahr nach Kinostart gab das US-Militär den Startschuss, um genau so eine Technik für ihre Soldaten zu entwickeln. Die Forschungen dauern bis heute an und angeblich wurde 2007 ein erster Durchbruch erzielt. Dagegen bedienten sich die Filmenacher von Predator auch beim Militär, indem der Jäger seine Umgebung per Wärmelichtkamera wahrnimmt, so wie Schlangen dies tun.

 

Predator 17Interessant ist auch die Tatsache, dass Predator - anders als viele andere Actionfilme seiner Zeit - nur eine Location in Anspruch nimmt. Nämlich den Dschungel, der sich in Jalisco, Mexiko befand. Also auch wirklich in der Nähe Südamerikas. Bis auf "Long Tall Sally" von LITTLE RICHARD wurde beim Soundtrack komplett auf zeitgenössische Musik verzichtet, was sich im Nachhinein auch nur als Vorteil herausstellte. Denn die Filmmusik von ALAN SILVESTRI (Schatten der Wahrheit, The Abyss, Mäusejagd, Forrest Gump) avancierte wie die Filmfigur selbst zu einem Kult, der heute untrennbar mit dem Predator verbunden ist. Bei der Inszenierung verzichtete McTIERNAN noch weitgehend auf eine Handkamera, was bei heutigen Actionfilmen inzwischen Gang und Gebe ist. Stattdessen zeichnet Predator aus, dass der Film viel eher mit großen und kleinen Kamerafahrten arbeitet, sowie einem sehr effektiven Spiel mit Zooms in einigen Schlüsselszenen. Eine Technik, die heute leider ebenso wenig verwendet wird, wie der exquisite Schnitt, der auf heftiges Schnittgewitter und Stroposkop-Attitüden verzichtet. Das Bild dazu ist jedoch auffällig rau und grob, denn McTIERNAN wollte eben auch durch diese subtile Mittel eine härtere Atmosphäre schaffen. Die Bildabtastung der Blu-Ray hat hierbei allerdings ganze Arbeit geleistet und das Bild ein gutes Stück klarer gemacht, was nicht bei allen Fans gut an kam. Ebenso wenig, wie die helleren Farben der Blu-Ray-Disc. Allerdings hat dies auf die handwerkliche Qualität und den Suspense nur wenig Einfluss.

 

Predator 15ARNOLD SCHWARZENEGGER war zwar noch nie ein großartiger Schauspieler und seine Qualitäten als Actionheld liegen natürlich auch ganz klar woanders, aber eine kontinuierliche Steigerung in seinem Spiel kann man ihm dennoch nicht absprechen. Vergleicht man seine früheren Rollen als Conan der Barbar, der Terminator und auch den City-Hai, dann kann man dort auch wirklich nur einen Gesichtsausdruck entdecken, was McTIERNAN aber für seinen Film unbedingt ändern wollte. Der Schlüssel dazu lag im Drehbuch, denn tatsächlich war es für SCHWARZENEGGER die bis dato dialogreichste Rolle, obwohl es sich eigentlich um einen Actionfilm handelt, der auf andere Schauwerte setzt. SCHWARZENEGGER spielt hier nicht nur den stoischen Helden mit Steinfresse, sondern in der Tat machen sich hier als Major Dutch auch Sorgen in seinem Gesicht breit, Wut wird spürbar und sogar Angst kann man in seinen Augen erkennen. Zwar immer noch fern jeder großen Schauspielkunst, aber mit Abstand eine der überzeugensten Rollen SCHWARZENEGGERs; was wohl an einer weiteren Neuerung lag. Anders als in seinen vorherigen Filmen tritt SCHWARZENEGGER hier nicht in der Rolle des Einzelkämpfers auf, sondern als Boss einer Spezialeinheit, wobei er mehr Freund und Kamerad als Kommandeur ist. Er interagiert mit seinen Kollegen und konnte darum beim Ausdruck mancher Szenen auf die Hilfe von CARL WEATHERS, BILLY DUKE und ELPIDIA CARRILLO zurückgreifen, die das Schauspiel auch von Grundauf gelernt haben. Außerdem war SCHWARZENEGGER in Predator auch nicht der einzige Quereinsteiger, mit dabei sind auch Ex-Wrestler JESSE VENTURA, der seinen Wrestler-Part als grobkörniger Haudrauf vom Dienst wieder aufnimmt, und SONNY LANDHAM, der seine Filmkarriere Mitte der 1970er in Pornostreifen begann. Überraschender Weise harmonieren gelernte Schauspieler und Quereinsteiger hier außergewöhnlich gut miteinander und kommen so auf eine Ebene. Eine der kleineren Rollen, nämlich die von Hawkins, fiel übrigens SHANE BLACK zu, der sich durch seine Drehbücher zu solchen Actionklassikern wie Lethal Weapon, Last Boy Scout und Tödliche Weihnachten auch hinter der Kamera einen Namen gemacht hat und demnächst Iron Man 3 schreiben und inszenieren wird. Wichtig aber ist, dass hier jeder der Charaktere seine eigenen Macken, Kanten und Stärken hat, die ihn auszeichnen und über den Bildrahmen hinaus zu einer glaubwürdigen Figur machen, die man nicht als Abziehbild wahrnimmt. Dies ist ein weiterer entscheidender Grund, weshalb Predator sich auch noch nach so langer Zeit von der Actionmasse abhebt und ihn als einer der besten Filme seines Fachs auszeichnet.

 

Fazit: Mit einer bisher noch nie erreichten Professionalität liefert Predator eine beispiellos brilliante Mischung aus Science-Fiction, Horror und Action ab, die auch noch nach 25 Jahren zig Genrefilme hinter sich lässt. Der Film wurde zu SCHWARZENEGGERs Betonsockel als Actionheld und JOHN McTIERNAN drehte kaum ein Jahr später einen weiteren Meilenstein des Actionkinos – nämlich Stirb Langsam. Beide Filme sind bis heute unerreicht. Dabei bietet Predator mehr als fettes Geballer und grandiose Explosionen. Der Film spielt mit verschiedenen Genres, bedient sich exzellenter Kameratechnik und eines tollen Soundtracks. Zusammen mit dem Härtegrad, bleibt der Klassiker auch heute noch ein genialer und harter Actionklassiker. Zudem ging der Predator selbst in die Annalen des Kinos ein und beeinflusste auch die Comicszene derart stark, dass hierdurch der Startschuss für die zwei direkten Fortsetzungen Predator 2 und Predators, sowie die beiden Crossover-Filme Alien Versus Predator gelegt wurde. Dieser Streifen ist ganz einfach Pflicht für jeden Sci-Fi, Horror und Actionfan - und wer ihn nicht kennt, der hat keine Ahnung, was Action heißt!