The Expendables


The Expendables - Poster 01Regie: SYLVESTER STALLONE
Drehbuch: DAVE CALLAHAM & SYLVESTER STALLONE
Medium: Kino
Laufzeit: 104 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Start: 26.08.2010

„Geben Sie den Job meinem Freund hier. Er liebt solche Dschungelabenteuer.“


The Expendables 26Der mittlerweise 64-jährige SLYVESTER STALLONE (Rambo, Rocky, Demolition Man, Tango & Cash, Assassins – Die Killer, The Specialist, Cliffhanger) gehört zu den allergrößten Actionikonen des Kinos und hatte in den 1980ern einen kultträchtigen Kracher nach dem Anderen abgeliefert, wobei er neben simplen Muskel-Macho-Mach-Dich-Tot-Rollen auch ein außergewöhnlich guter Charakterdarsteller ist. Für den ersten Rocky-Film wurde er gar als bester Schauspieler und für das beste Drehbuch für den Oscar nominiert. Letzte große Charakterrolle, die ihm sehr viel Achtung einbrachte, war Copland im Jahr 1997. Danach aber wurde es ruhig um STALLONE. Wenn man es sogar ehrlich formuliert, war der Mann fast 10 Jahre weg von der großen Leinwand. Seine Filme Get Carter, Driven, D-Tox und Avenging Angelo bekamen nicht nur miserable Kritiken, was ja auch nicht zum ersten Mal der Fall war, sondern jetzt blieb auch das Publikum aus. Nach einer gewissen Zeit hatte auch STALLONE keinen Bock und kündigte an vor der Kamera zurückzutreten und gänzlich dahinter weiterarbeiten zu wollen. Vorher wollte er sich aber auf gebührende Weise von seinen Fans verabschieden; und zwar mit seinen beiden größten Erfolgen. Zunächst 20006 als Rocky Balboa, dem sechsten Teil seiner Rocky-Reihe, mit der seine Karriere begann. Und 2008 mit John Rambo, vierter Teil der First Blood Serie, die seinen Ruf als Actionheld bekräftigte und ihm zum Status des Superstars führte. Mit diesen beiden Streifen aber hatte SLYVESTER STALLONE wieder wahnsinnigen Erfolg, weswegen auch die Lust zum Filmemachen wieder zurückkehrte.
The Expendables 22Und diese Lust gipfelt nun in einem wahren Wahnsinnsprojekt. Zuerst war es nur eine Idee von Drehbuchautor DAVE CALLAHAM (Das schwarze Herz, Doom – Der Film, Horsemen) mit der er an STALLONE herantrat. Dieser war dann auch sogleich von der Idee begeistert und entwickelte mit CALLAHAM zusammen das Skript für The Expendables, einem klassischen Actionfilm ganz in der Tradition der goldenen Actionära von 1985 bis 1995. Der echte Witz an der Sache dabei aber ist, dass STALLONE in diesem Film möglichst viele Actionhelden versammelt haben wollte. STALLONE rief und . . . fast Alle kamen! Ein Cast, bei dem jeder Actionfan einen Harten bekommt und aus den Augen Feuer schießt. Von den frühen 1980ern bis heute ist so ziemlich fast jeder Name dabei, der im Pyrokino einen Namen hat. Dass heißt JASON STATHAM (Crank, Death Race, The Transporter, Killer Elite, The Bank Job), JET LI (Kiss Of The Dragon, War, Unleashed, Romeo Must Die, Warlords), DOLPH LUNDGREN (Red Scorpion, The Punisher 1989, The Shooter, Universal Soldier, The Mechanik), MICKEY ROURKE (Sin City, The Wrestler, Krieg der Götter, Angel Heart, Es war einmal in Mexico), ERIC ROBERTS (The Dark Knight, Runaway Train, Ambulance, Karate Tiger IV, Duell der Meister), der Wrestler STEVE AUSTIN, GARY DANIELS (Bloodmoon, White Tiger, Rage, Black Friday), BRUCE WILLIS (Stirb Langsam, The Last Boy Scout, Tödliche Nähe, Das Fünfte Element, Last Man Standing, Tränen der Sonne) und ARNOLD SCHWARZENEGGER (Terminator, Total Recall, The Last Stand, Conan der Barbar, Predator, Phantom Commando, Red Heat) zusammen in einem Film!!! Aber kein Actionstreifen ohne einen richtigen fiesen Bösewicht, der in The Expendables von keinem Anderen als DAVID „Sgt. Angel Batista“ ZAYAS aus der Kultserie Dexter verkörpert wird.

The Expendables 13The Expendables, auf deutsch "Die Entbehrlichen", sind eine Truppe von steinharten Söldnern rund um ihren Anführer Barney Ross, die laut internationalem Ruf zu den Besten ihres Fachs gehören. Sie werden gerufen, wenn die Kacke richtig am Dampfen ist, damit sie die Scheiße wegräumen ohne dass es „diplomatische Komplikationen“ gibt – oft genug dafür aber etliche Tote. Aufgrund ihrer Erfolgsquote sind „Die Entbehrlichen“ auch nicht gerade billig, jedoch jeden Cent wert. Auch „Mister Church“ ist bereit eine riesige Summe für die Söldner zu bezahlen. Er und seine Auftraggeber haben ein riesiges Problem auf dem kleinen Inselstaat Vilena. Der Diktator General Garza herrscht dort mit eiserner Hand über sein kleines Volk. Der Auftrag Garza zu beseitigen ist ziemlich brisant auch recht schwer. Darum fliegen Ross und sein zweiter Mann Lee Christmas zunächst inkognito nach Vilena, um sich die ganze Sache einmal anzusehen. Sie lernen die überaus attraktive Sandra kennen, die ihnen die Insel zeigt und sie über das wahre Übel aufmerksam macht: James Munroe; Ex-CIA-Agent und nun Boss eines Drogenkartells. Er benutzt Garza als Marionette und um die Bevölkerung zu kontrollieren. Nun erst merken Ross und Christmas, wie heikel die Sache wirklich ist und werden auch sogleich beim Schnüffeln erwischt. Die Beiden fackeln auch nicht lange und legen über 40 Soldaten um, bevor sie fliehen. Sandra bleibt aber leider zurück, wehrt sich sogar gegen eine Flucht. Zurück folgt die Ernüchterung, dass die Mission zu riskant und gefährlich ist. Doch die letzten Reste Menschlichkeit lassen Ross keine Ruhe. Er muss Sandra retten – und seine Jungs sind mit von der Partie, ob Barney will oder nicht! Der Auftrag wir trotzdem zu Ende geführt – mit viel Feuer, vielen Kugeln und noch viel mehr Toten!
The Expendables - Banner 02Ja da leck mich am Arsch! The Expandables ist ein klassischer Actionfilm, wie er im Buche steht und sich damit sogleich in die Top-10 der besten Actionfilme überhaupt einreihen kann!
The Expendables 15Hier gibt es Action satt ohne Ende, auch wenn der Film noch ziemlich leise beginnt. Die Jungs müssen Geiseln von Somali-Piraten befreien, was dann aber auch schon gleich mit der ersten fetten Schießerei und zig Toten endet. Schon jetzt macht The Expandables alles richtig, wenn die guten Söldner pechschwarz wie der Tod angezogen sind, über die Somali-Piraten herfallen und sie mit zig Kugeln im wahrsten Sinne des Wortes zerfetzen. Alleine schon der Auftakt sorgt bei Actionfans für breites Grinsen, das sich aber auch den ganzen Film partout nicht ablegen lässt. Es gibt Verfolgungsjagden inklusive zig geschotteten Autos, blutige Shootouts, brachialste Zweikämpfe und übelst fette Explosionen - und das Alles vollkommen ohne Computereffekte! Hier kracht Blech auf Blech, richtige Autos werden durch die Luft geschleudert und die Zweikämpfe sehen nicht nur unglaublich brutal aus; sie sind es auch! Beispielsweise mussten die Dreharbeiten unterbrochen werden, weil sich SYLVESTER STALLONE bei seinem Fight mit STEVE AUSTIN einen Haarriss in einem Nackenwirbel einfing, weswegen ihm eine Metalplatte eingesetzt werden musste. Die Explosionen sind riesig, groß wie Bahnhofshallen und noch größer. Die Feuer sind beißend grell und überall fliegen die Fetzen von zerschossenen Autos, Kisten oder Häuserwänden herum. Hier wird nicht einfach nur gekleckert, sondern geklotzt ohne Ende. Das Finale dauert schätzungsweise 25 Minuten und treibt es in jeder Hinsicht auf die Spitze und schaltete (nochmals) einen Gang höher. Die Gewalt hierbei ist auch nicht von schlechten Eltern. Der Film ist ab 18 Jahren freigegeben und das hat auch seinen Grund. Derbe Splatterszenen von zerfetzten Leibern, gebrochene Knochen, aufgeschlitzte Kehlen, von Kugeln durchsiebte Leiber und sogar Folterszenen finden in The Expandables ihren Platz. Hierbei findet sich leider der ein oder andere CGI-Effekt, was man aber durchaus verschmerzen kann, da sie nur sehr kurz im Bild sind. Insgesamt sind die Bilder schon ziemlich hart und der Bodycount ist unglaublich hoch, dürfen aber immerhin unzensiert bewundert werden, denn The Expandables musste im Gegensatz zu John Rambo keine Federn lassen. Wohl auch, weil der Film mit sehr viel Humor an die Sache herangeht. Wie für klassische Old-School-Action typisch geben die Protagonisten lässige Einzeiler zum Besten, von denen zwar vereinzelt Manche nicht so zünden wollen, andere dafür umso besser. Siehe „Waaaarnschuuus!“, „Bruder und Pest.“ oder gar die jetzt schon kultträchtige Szene zwischen WILLIS, STALLONE und SCHWARZENEGGER, in der sie sich gegenseitig verarschen.

The Expendables 08Klischees? Ja aber bitte und sogar noch mit Sahne obendrauf! Die Charaktere sind vollgestopft damit und persiflieren nicht selten auch das ganze Genre. Selbstverständlich geht es gegen die Lateinamerikaner in den Krieg, klaro gibt es einen Verräter, das Mädel Sandra ist noch heißer als ein Vulkan und die Bösewichter allesamt sind einfach nur unsympathische Wichser. Gewissenlos, eiskalt, gierig und brutal. Die Guten sind im Gegenzug mitfühlend, humorvoll und aufopferungsbereit. Dsas diese bewusst stereotypische Charakteristik hierbei allerdings nicht nur Augenzwinkern bei Actionfans verursacht, sondern trotzdem glaubwürdig wirkt, funktioniert durch einen simplen Trick: natürlich sind „Die Entbehrlichen“ Megaman-Kämpfer der allerbesten Sorte. Sie ziehen ihren Knarren schneller als Billy The Kid oder Jesse James, spielen Messerwerfen anstatt Dart und sind im Zweikampf unschlagbar. Aber sie haben auch ihre Schwächen; menschliche Schwächen. Der Eine ist geldgierig, der Andere den Drogen zugeneigt und der Nächste hat Probleme mit seiner Braut. Das sind ganz irdische, normale Schwächen, die jeder von uns hat bzw. zumindest eine davon. STALLONE und CALLAHAM reizen das Thema jedoch noch mehr aus und bewegen sich zaghaft auf die Frage zu, ob man mit jedem Menschen, den man erstochen, erschossen oder erwürgt hat nicht auch Stück für Stück einen Teil seines Gewissens ausradiert. SYLVESTER STALLONEs Nähe am Zeitgeist unterstreicht diese Hypothese auch noch politisch. The Expandables zeigt nämlich ungeschönt die Wasserfolter, wie sie gerne in US-Gefangenenlager angewandt wird, und greift auch das leider sehr realistische Piratenproblem vor den Küsten Afrikas auf. Dadurch, also dass dieser Film aktuelle Probleme und reelle Krisen ganz direkt anspricht, bekommt The Expandables eine leicht tiefsinnigere Note; lediglich in der Form eines sehr unterhaltsamen Actionfilms präsentiert.

The Expendables 05Die Handlung ist ein Musterbeispiel an exakter Dosierung. Zuviel Action, auch wenn sie noch so gut ist, wird auf die Dauer langweilig; und bei zu wenig Action wird die Definition schon mal fraglich. The Expandables trifft jedoch genau den Punkt - aber auch wirklich haargenau - und überfrachtet den Zuschauer nicht mit seinem Actionbombast. Natürlich wird ordentlich geballert und geschossen, dazwischen jedoch die Charaktere eingeführt, erzählt von ihren Problemen, ihren Konflikten und ihrem Umfeld. Der Humor hierbei sorgt jedoch für einen sehr großen Unterhaltungsfaktor. Dann kommt es zur nächsten, größeren Actionszene, die jedoch keine Kopie von der vorherigen Sequenz ist. Mal eine Schießerei, dann wieder Handlung. Gefolgt beispielsweise von einer Verfolgungsjagd, abermals Zeit für Handlung und dazwischen kann man mal wieder Etwas in die Luft jagen. Wie eine Spirale schaukelt sich der Film nach oben, wird besser und besser und vergisst dabei auch nicht, die Spannungsschraube am Laufen zu halten. The Expandables ist in der Tat einer der wenigen Actionfilme, die sich nicht alleine auf Pyrotechnik verlassen und das alleine schon macht ihn zu einer Perle des Genres. Wenn nicht sogar zu einem der besten Actionfilme der letzten 20 Jahre. Man dachte, die große Ära des Actionfilms sei seit 1995 vorbei. Dank SYLVESTER STALLONE und The Expandables ist sie nun genial wieder auferstanden! Für die volle Ladung "entbehrlicher" Action erschien inzwischen auch eine längere Fassung von The Expandables, die gut 10 Minuten mehr Material bietet und in der eine Unmenge minimal verändert wurde. Allerdings nicht immer zum Besten für den Film. Absolut sehenswert sind aber definitv beide Fassungen! Aber an dieser Stelle hier noch nicht Schluss, denn wie es sich für einen erfolgreichen Actionthriller wie The Expandables, kamen schon kurz dem Start Gerüchte zu einer Fortsetzung auf. Und tatsächlich waren nicht nur der zweite, sondern auch gleich der dritte Teil noch Mitte 2011 beschlossene Sache. Bereits im August 2012 kommt The Expendables 2 in unsere Kinos und auch die Dreharbeiten zu The Expendables 3 sollen rasch anlaufen.
The Expendables - Banner 01The Expendables 14Gedreht wurde in Rio De Janeiro, was mit den engen Gassen und dem typischen Latino-Flair den idealen Drehort für die fiese Herrschaft von General Garza abgab. Die ruhigeren Szenen dazwischen wurden in Los Angeles und Louisiana aufgenommen. Das besondere Augenmerk eines Actionthrillers liegt natürlich immer auf der Trick- und Pyrotechniker; und die Tricktechniker haben in The Expandables tatsächlich so einen hervorragenden Job erledigt, dass sie jeden Erwartungen gerecht werden. Das Bild der Kamera ist stets klar und nur in manchen Szenen von einem speziellen Farbfilter dominiert. Allerdings so geschickt verborgen, dass man als Zuschauer kaum Etwas davon zur Kenntnis nimmt. Besonders die Actionszenen sind zum Teil sehr rasant geschnitten, so dass kaum ein Auge trocken bleibt. Die Hektik und die Schnelligkeit des Kampfes übertragen sich nahtlos auf die Zuschauer, die davon regelrecht mitgerissen werden. Auch der übrigen Sound der Schussgeräusche, Explosionen und natürlich das böse dumpfe Grollen im Hintergrund wissen zu überzeugen. Zu guter Letzt hat der Streifen noch einen überaus lässigen 70s-Rocksoundtrack mit CREEDANCE CLEARWATER REVIVAL, MOUNTAIN und dem Klassiker „The Boys Are Back In Town“ von THIN LIZZY.

The Expendables 10Schlussendlich auch die Frage nach den Schauspielern, wo es hier leider ein paar Wehmutstropfen zu vermelden gibt. Denn bei so vielen Actionhelden in einem einzigen mussten einige von ihnen notgedrungen zu kurz kommen, was besonders bei den Bösewichtern spürbar ist. GARY DANIELS beispielsweise hat am wenigsten Zeit und sein Charakter ist in Folge dessen kaum greifbar. Durch den Bart und die stachelige Frisur hat man sogar Mühe ihn wiederzuerkennen. Bei STEVE AUSTIN sieht die Sache nicht nur durch seine Glatze schon besser aus, denn er ist dank seiner Wrestler-Karriere ein Experte in der Darstellung eines Bad-Ass, der hier sogar Frauen verprügeln darf. Weitaus gerissener und schmieriger agiert dagegen ERIC ROBERTS, der damit einen so richtig schönen Scheißkerl abliefert, den man einfach nur hassen kann und der sogar noch Spaß dabei hat. DAVID ZAYAS` Rolle als hin- und hergerissener General Garza kam ein bisschen zu kurz und hätte noch gut und gern ein wenig mehr Aufmerksamkeit vertragen können, damit auch seine charakterliche Wandlung deutlicher wird. Ebenso, wie bei seiner Filmtochter GISELLE ITIÉ alias Sandra. Denn nicht nur, dass sie wirklich verdammt scharf aussieht, auch ihr merkt man schauspielerisches Talent an. Sie ist auch das Bindeglied zwischen den Bösen und den Guten von The Expandables.
The Expendables 18SYLVESTER STALLONE hat zwar einige anspruchsvolle Rollen großartig gemeistert, ein richtiger Charakterdarsteller war er aber nie. Darum gibt er hier auch viel mehr den schlichten, entschlossenen Anführer einer Söldnertruppe. Allerdings mit dem Charme eines alten guten Weines. Dabei agiert er beispielsweise viel agiler, schneller und kampfeslustiger als noch in John Rambo. Man kauft ihm diesen rauen Hau-Einfach-Drauf-Charakter locker ab und sieht ihm einfach dabei gerne zu. Die kleinen einzelnen Feinheiten überlässt er auch lieber Anderen. Wie zum Beispiel MICKEY ROURKE. Er spielt die Figur Tool; Ex-Expandable und Besitzer eines Tattoo-Studios, in welchem sich das Team nach den Einsätzen trifft. Er hat nur nach außen hin ein sonniges Gemüt, leidet aber innerlich unter seinen Untaten als Söldner. Gerade in einer düsteren Szene agiert er fabelhaft. Ich kann nun leider nicht beurteilen, ob die Synchronisation das Zittern in der Stimme auch gut rübergebracht hat. Die Szene im Original nochmal zu sehen – was definitiv der Fall sein wird – sollte interessant werden. Aber auch DOLPH LUNDGREN gibt sich alle Mühe und verleiht seinem Charakter nicht nur eine Mordsgefährlichkeit, sondern auch noch die passende Dosis Wahnsinns dazu. Ein Revival des Rocky IV-Fights gibt es aber nicht, dafür jedoch darf er sich als der Größte mit dem Kleinsten prügeln: nämlich JET LI. Er spielt einen durchtriebenen und findigen Expandable, der klein, zackig und auch sehr geschäftstüchtig ist; und dabei cool. JASON STATHAM gibt dagegen wie gewohnt seinen leicht hitzigen und dennoch sympathischen Actionhelden wieder, den man aus seinen Transporter-Filmen kennt, was aber auch ehrlicherweise wunderbar in den Streifen passt. So einen verdammt starken Cast und mit einer derart riesigen Spiellaune erlebt man nur selten. Der Spaßfaktor, der anscheinend über den gesamten Dreharbeiten lag, ist nahezu jedem Schauspieler anzusehen. Ganz stark ist vor allem das Gipfeltreffen zwischen WILLS, SCHWARZENEGGER und STALLONE. Nein, hier wird Nichts mehr verraten, denn diese drei Minuten muss jeder Actionfan für sich genießen dürfen!

The Expendables 20Leider muss man aber auch zugeben, dass es SYLVESTER STALLONE nicht gelungen ist alle Actionhelden in The Expandables zu versammeln. STEVEN SEAGAL (Alarmstufe Rot, Exit Wounds, Zum Töten freigegeben, Hard To Kill) lehnte jede Zusammenarbeit ab, weil er einst schlechte Erfahrungen mit einem der Produzenten machte. Allerdings lehnte er auch eine erneute Anfrage zum dritten Teil rigoros ab. JEAN-CLAUDE VAN DAMME (Universal Soldier, Maximum Risk, Bloodsport, JCVD, Ohne Ausweg, Der Legionär) sollte eine Rolle übernehmen, wiegelte aber wegen zu wenigen Informationen über seinen Part ab. Ein Missverständnis, was bei der Fortsetzung korrigiert wurde, den VAN DAMME ist der Bösewicht in The Expendables 2, wogegen CHUCK NORRIS (Delta Force, Missing In Action, Hero, Braddock, Die Feuerwalze) im Sequel auf der guten Seite steht. WESLEY SNIPES (Blade, The Art Of War, Passagier 57, Demolition Man, Drop Zone) sitzt leider wegen Steuerhinterziehung hinter schwedischen Gardinen, allerdings ist für ihn bereits eine Rolle im dritten Teil vorgesehen. JACKIE CHAN (Police Story, Stadt der Gewalt, Rush Hour, Supercop, City Hunter) hatte wegen des Remakes von Karate Kid keine Zeit und ob eine Anfrage bezüglich The Expendables 3 gestellt wurde, ist leider ebenso unbekannt, wie die Mitarbeit von CHOW YUN-FAT (A Better Tomorrow, Hard Boiled, Corrupter). Tatsache ist, es sind noch längst nicht alle Actionhelden auf die Entbehrlichen getroffen und auch der zweite Teil hat nicht alle alten Actionheroes verwertet. An dieser Stelle ist also noch definitiv nicht Schluss!

Fazit: SYLVESTER STALLONEs The Expandables ist ein waschechter Old-School-Actioner mit der Lizenz zum Arschtreten! Brachiale Explosionen, harte Schießereien, brutale Zweikämpfe, Splatter, Blut und eine gute Portion Humor. Die Charaktere sind gut getroffen, den Schauspielern ist der Spielspaß sehr deutlich anzusehen und der Soundtrack passt wie die Faust auf`s Auge! Und wer von den Entbehrlichen immer noch nicht genug hat, der kann sich ab August mit The Expendables 2 eine neue Dosis traditioneller Action geben. 9 von 10 Punkten.