MtP Artcorner


SOD1Kalender
Die Kalender und Artbooks von MtP Art (Mario Heyer),
die in Zusammenarbeit mit dem CALVENDO Verlag
entstanden,
sind im Handel erschienen. Nähere infos bekommt ihr
hier -->

Follow us on Facebook

THE ORDER - 1986


The Order - 1986Album: 1986 von THE ORDER

Tracklist:

01. The Power Of Love
02. Long Live Rock 'n´ Roll
03. Generation White Line
04. Lonely Nights
05. Fire It Up
06. A Kiss Under The Rain
07. Damn Hot Chick
08. Heartbreaking Rebel Blood
09. Why Dreaming Hollywood
10. Stop Lying In The Name Of Love

Label: Massacre Records

Vertrieb: Soulfood

Veröffentlichung: 27.07.2012

Kritik: THE ORDER kommen aus der Schweiz und haben bisher schon die drei Alben Son of Armageddon, Metal Casino und Rockwolf veröffentlicht, obwohl die Band sich erst 2005 gegründet hat. Das Geheimnis liegt darin, dass Sänger GIANNI PONTILLO, Gitarrist BRUNO SPRING, Bassist ANDREJ ABPLANALP und Schlagzeuger MAURO CASCIERO schon vorher in anderen Bands spielten, von denen einige schon erfolgreich in den USA und sogar Japan auftraten. Anders als aber der Crossover von GURD oder der Industrial von SWAMP TERRORISTS haben sich THE ORDER dem klassischen Hardrock verschrieben, der zur Zeit wieder mächtigen Auftrieb hat. Stück für Stück ging das schweizer Quartett dabei einen Schritt zurück in die Zeit, bis sie nun im Jahr 1986 angekommen sind. So heißt der neue Longplayer, der ab dem 27. Juli 2012 überall im Handel erhältlich sein wird. Wir haben für euch Trotz elendigster Sommerhitze die Lederklamotten aus Schrank geholt und uns 1986 einmal vorgenommen.

 

Und schon geht es mit dem wilden Riff von „The Power Of Love" los. Wenn die Gitarren sägen und Sänger GIANNI PONTILLO seine Vocals herauspresst, werden bereits beste Erinnerungen an die goldene Ära des Hardrock deutlich. Der geht schnell ins Ohr, der Chorus kurz und kraftvoll und der Sound rockt! „Long Live Rock 'n´ Roll" setzt voll und ganz auf die schweren Riffs und viel Rhythmus, wobei das Tempo nur wenig gedrosselt wird. Das Stück marschiert konsequent vorwärts und liefert dabei feinsten Hardrock. Mit „Generation White Line" werden THE ORDER zwar noch ein wenig langsamer, dafür aber viel aggressiver, wenn die Jungs die Sucht nach weißem Pulver beklagen und anklagen. Zeit, mit „Lonely Night" wieder so richtig am Gashebel zu drehen, was einfach schnell, schnörkelos und hart aus den Boxen dröhnt. „Fire It Up" lässt erstmals die ausführlichen Keyboard-Partien zu, wie man sie von VAN HALEN und den frühen BON JOVI gewohnt war. Der Song geht dabei wegen der harten und, radikalen Riffs noch leichter ins Ohr. THE ORDER haben aber auch nicht vergessen, dass manche alten Hardrock-Bands zum Teil recht schmalzige Songs auf Lager hatten – genauso wie jetzt „A Kiss Under The Rain", was mit dem Wechsel von zarten akustischen und harten E-Gitarren eine perfekte Zeitreise hinlegt. Nachdem die holde Weiblichkeit besungen wurden, werden mit „Damn Hot Chick" ihre Vorzüge hervorgehoben. Lange Beine zieren die Strophen, vorbei geht es an einer Brücke rund wie ein hübscher Arsch und hinauf zum Chorus, greifbar wie Doppel-Ds. Im Titel „Heartbreaking Rebel Blood" steckt das Rebellische schon drin, was den Song begleitet. Der Song ist schlicht, schnell, hart und vor allem mit dem ganz speziellen Ohrwurmbonus, der durch eine fallende Melodie zustande kommt. Wesentlich ausgelassener und lässiger zeigen sich THE ORDER mit „Why Dreaming Hollywood", der auf verspielte Akkorde und dem typischen Fuck-You-Humor setzt, der im klassischen Hardrock gerne gehört wird. Sehr cool sind auch die abgehackten Riffs. Zuletzt lassen es die Schweizer mit „Stop Lying In The Name Of Love" nochmal so richtig krachen und liefern einen schnellen Song mit dicken Drums und fetten Gitarrenwänden, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt.

The Order - Band Banner 01

Beim Sound merkt eigentlich nur, dass es sich um ein neues Album handelt, da hier das Knistern von Knacksen der Langspielplatte fehlt. Der Sound von 1986 scheint also tatsächlich vor 26 Jahren stehen geblieben zu sein und deswegen rockt dieses Teil auch ohne Ende! Die Gitarren BRUNO SPRING sind sehr dick verzerrt und weisen eine starke Amplitude auf, damit auch jeder noch so kleine Katzer den Weg ins Innenohr findet. Bassist ANDREJ ABPLANALP lässt sein Instrument brüllen, dass es nur so kracht und sorgt erst so für die gewaltige Wucht, die von Schlagzeuger MAURO CASCIERO durch kurzes Echo und viel Percussion perfekt einfangen wird. Noch dazu klingt Sänger GIANNI PONTILLO wie der Bastard von QUIET RIOTs KEVIN DUBROW und DAVID LEE ROTH von VAN HALEN. Fehlen nur noch ein vereinzelt die akustische Gitarre und ein seltenes Keyboard, um die Zeitreise perfekt zu machen.

 

Da macht auch der Stil von 1986 keine Ausnahme. Alleine schon die Tracklist ist sehr originell, denn die Songs dort tragen genau die gleichen Titel, wie andere bekannte Hardrock-Klassiker. Dabei handelt es sich aber vollkommen um eigene Songs, die den Klassikern in kaum einem Aspekt nachstehen. Da werden aufpeitschende Riffs herausgehauen, ein kraftvoller Beat pusht sehr ordentlich voran und der Chorus ist jeweils sehr schön herausgearbeitet. Wie es sich gehört sind die Songs von 1986 sehr geradlinig und verzichten auf große Überraschungen wie unnötige Tempowechsel und unpassende Einflüsse. Die Stücke sind alle sehr rhythmisch, was man besonders an der Gitarrenarbeit spürt, die in fast allen Fällen von einem sehr coolen Solo gekrönt ist. Noch dazu ist 1986 ein vergleichsweise schnelles Album, was nur in manchen Stücken das Tempo ein wenig drosselt. THE ORDER rocken sich auf 1986 den Arsch ab und blenden die letzten 26 Jahre rücksichtslos und rigoros aus. Wer die 1980er also nicht miterlebt erleben konnte oder sich gerne an die verrockten Zeiten von KROKUS, WHITESNAKE, POISON und SKID ROW erinnern möchte, der trifft mit 1986 von THE ORDER genau ins Schwarze!


Fazit: THE ORDER schütten auf 1986 die pure Essenz des Hardrocks aus und liefern ein humorvolles Album voller fetzigen Songs mit aufpeitschenden Melodien, was die die letzten 26 Jahre konsequent ignoriert. Das ist uns extrem starke 9 von 10 Punkten wert.


Anspieltipps:
The Power Of Love
Fire It Up
Damn Hot Chick
Heartbreaking Rebel Blood

Webpräsenz: Homepage, MySpace, Facebook