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GRAVE DIGGER - Home At Last


Grave Digger - Home At LastAlbum: Home At Last von GRAVE DIGGER

Tracklist:

01. Home At Last
02. Ravage Of The Savage Beast
03. Metal Will Never Die
04. Ballad Of A Hangman (live)
05. Excalibur (live)
06. Heavy Metal Breakdown (live)

Label: Napalm Records

Vertrieb: Edel

Veröffentlichung: 27.07.2012

Kritik: Muss man über GRAVE DIGGER eigentlich noch Worte verlieren? Seit 1980, also schon seit 32 Jahren, pusht Frontmann CHRIS BOLTENDAHL seine Formation zu immer neuen Höhenflügen voran und hat dabei schon alle möglichen Höhe- und Tiefpunkte erlebt, die das Musikbusiness zu bieten hat. Ist es deswegen ein Grund klein bei und in Rente zu gehen? Scheiße Nein! Seitdem die Band 1993 wieder zusammengefunden hat, werden in regelmäßigen Abständen wieder starke Metalscheiben produziert. Zuletzt erschien das äußerst starke The Clans Will Rise Again, eine indirekte Fortsetzung zu Klassiker Tunes Of War. Nun, kaum zwei Jahre später wird demnächst Clash Of The Gods erscheinen, wofür am 27. Juli 2012 die Single Home At Last veröffentlicht werden wird.

 

„Home At Last" besitzt ein fast klassisches DIGGER-Riff, setzte jedoch weniger auf Geschwindigkeit, als vielmehr auf einen stampfenden Beat, dicke Brigde und einem umso eingängigere Chorus, der – mal wieder – wie geschaffen für die Massen von Wacken scheint. Über das Stück braucht man eigentlich kaum Worte zu verlieren. Es reicht wenn man sagt, es handle sich um GRAVE DIGGER in reinster Topform. Übrigens ist der Song hier auf der Single länger und verspielter als es auf dem kommenden Album der Fall sein wird. Richtig interessant wird es ohnehin erst mit den anschließenden Songs, denn die werden nicht auf Clash Of The Gods enthalten sein - und das ist schon irgendwo schade, denn mit „Ravage Of The Savage Beast" beleben die Totengräber ihren schnörkellosen und sehr rhythmischen Stil der frühen 1990er wieder, was sofort in die Beine und den Nacken geht. Headbangen inbegriffen, was sich auch in dem anschließenden „Metal Will Never Die" fortsetzt. Beide haben schwere und doch nahezu elektrisierende Riffs sowie ein unglaublich starkes Ohrwurmfeeling, was ein extremes Livepotential darstellt. Deswegen stellen die beiden Stücke wohle eine der besten DIGGER-Songs dar, die man in den letzten 10 Jahren von den Metal-Altmeistern hören konnte. Alleine deswegen würde sich die Single Home At Last lohnen.

Allerdings ist der Umfang der Single durch die drei folgenden Liveaufnahmen „Ballad Of A Hangman", „Excalibur" und dem Klassiker „Heavy Metal Breakdown" schon recht ordentlich und gleicht weit mehr dem einer EP als nur einer Single. Aufgenommen wurden die Songs übrigens in Wacken im Jahr 2010.

 

Das Klangbild der Studioaufnahmen unterscheidet sich nicht sonderlich von The Clans Will Rise Again. Die E-Gitarren sind sehr stark verzerrt, körnig im Auftreten und herb im Abgang. Der Bass presst präsent voran und die Drums sind für meinen Geschmack zwar ein wenig zu Leise, hallen aber dennoch ganz ordentlich, während CHRIS BOLTENDAHL seinen Text leicht kehlig in das Mikrophon röhrt und das Keyboard den kraftvollen Metalsound abrundet. Da kann man nicht viel falsch machen und das passiert bei solchen Profis wie GRAVE DIGGER auch nicht.

Live kann dagegen schon mal das Eine oder Andere schief gehen, aber hier rocken die Totengräber fast noch besser. Die Gitarren sowie der Bass sind hier noch kraftvoller und endlich haben die Drums auch den Bums, den sie brauchen. Da CHRIS BOLTENDAHL außerdem plattenecht singt, kann man sich hier auch Alles andere als beschweren. Oder etwa doch?

 

Tatsächlich sind gerade die Live-Aufnahmen problematisch, denn es gibt ganz genau drei Live-Alben von GRAVE DIGGER und in allen Dreien wurden „Heavy Metal Breakdown" und „Excalibur" bereits verwertet. Da die Metalband auch sehr plattenecht rüberkommt, geht es de Facto nur im die Live-Atmosphäre und deswegen sind die beiden Stücke unnötig und auch „Ballad Of A Hangman" konnte man bereits auf The Clans Are Still Marching heraushören, was erst im Jahr 2011 erschien – und tatsächlich handelt es sich lediglich um die letzten drei Stücke eben genau diesen Live-Albums, die man hier einfach als Lückenfüller mit drauf gepackt hat. Warum denn nicht einige alte Perlen wie etwa „Under My Flag" oder „The Grave Dancer" ausgraben, zumindest einmal live spielen und diese auf die EP drauf packen? Würde ja auch zum Bandnamen passen und man hätte damit auch eine perfekte Einheit mit den neuen Songs; besonders mit „Ravage Of The Savage Beast" und „Metal Will Never Die", die sich in ihrem Arrangement anhören, als ob GRAVE DIGGER einige vergessene Demos von The Reaper (1993) und Heart Of Darkness (1995) herausgekramscht hätten. Die Songs sind relativ kurz, sehr rhythmisch und weniger episch angelegt als geradeaus. Da spürt man wieder Biss, Energie und Schärfe sowohl im Sound als auch in der Komposition – und damit treibt die deutsche Metallegende die Erwartungen für Clash Of The Gods erst richtig in die Höhe.

 

Fazit: Es ist zwar nur ne Single, aber Home At Last macht durch die beiden Non-Album Tracks wirklich Lust auf die volle Ladung GRAVE DIGGER, die Ende August 2012 folgen wird. Zwar hat die Single mit sechs Stücken einen guten Umfang, wobei die Hälfte davon lediglich vom letzten Live-Album wiederverwertet wird. Deswegen nur 7 von 10 Punkten.


Anspieltipps:
Ravage Of The Savage Beast
Metal Will Never Die

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