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BRAINDEAD - Five Years Dead


Braindead - Five Years DeadAlbum: Five Years Dead von BRAINDEAD

Tracklist:

01. Dark Forces
02. Daily Dead
03. Innsmouth
04. Time Of The Living Dead / It's So Peak
05. Waiting For Life
06. Return Of Leatherface
07. Smthng
08. Want You Bleed
09. Murderblues
10. Your Life Is Mine
11. Revenant
12. Creature From The Black Lagoon
13. We Belong Dead

Label: Contra Light Records

Vertrieb: Contra Light Records

Veröffentlichung: 05.04.2012

Kritik: Für gute Rockmusik waren die Menschen in der UDSSR schon immer offen und in den letzten 20 Jahren, seit dem Zusammenbruch des Ostblocks, konnte sich Russland trotz der verdeckten Diktatur Putins dem Westen recht gut anpassen. Wie sonst ist es zu erklären, dass im streng orthodoxen Mütterchen Russland immer mehr Gothic Bands auf den westlichen Markt drängen und nun mit BRAINDEAD gar die erste Horrorpunk-Band Russlands sich anschickt untoten Punksound auch nach Deutschland zu bringen. Ihr Debütalbum nennt sich Five Years Dead und wurde zwar schon Ende 2009 / Anfang 2010 in Moskau aufgenommen, aber dort schon mit der prominenten Unterstützung von THE FRIGHT und THE CRIMSON GHOSTS. Five Years Dead war deswegen in Russland so erfolgreich, dass nun bald ein zweites Album ansteht und das Debüt nun auch den Weg nach Deutschland fand, wo es seit April 2012 im Handel erhältlich ist.

 

Mit „Dark Forces" schmeißen BRAINDEAD den Hörer regelrecht in ihre fünf toten Jahre hinein, wobei sich das Intro durch tiefe Gitarren und schwere Akkorde noch sehr metallastig anhören lässt. Aber hier schon bereits mit Rhythmus und Schnelligkeit, was dann in dem sehr rasanten „Daily Dead" ausufert. Die Melodie ist zwar noch ein wenig flach, was jedoch kaum stört, da hier der Bums der Gitarren und der Drums einfach präsenter sind. „Innsmouth" erinnert mit dem simplen Riff anfangs noch an die RAMONES, wenn die sanfte Melodie von straighten Drums und harten E-Gitarren umrahmt werden. „Time Of The Living Dead / It's So Peak" ist ein bewusst zweischneidiges Schwert; punktet auf der einen Seite mit frechem und rotzigem Punkrock von unglaublicher Geschwindigkeit. Andererseits aber auch durch schweren und düsteren Heavy Metal, was durch etliche Tempowechsel erreicht wird. Mit „Waiting For Life" zeigen BRAINDEAD allerdings erste Schwächen, wenn sie den monotonen Chorus viel zu oft wiederholen und die Eingängigkeit dabei auf der Strecke bleibt. Eigentlich ist der Titel „Return Of Leatherface" überflüssig, denn mit der Motorsäge lassen BRAINDEAD gleich am Anfang durchblicken, dass dieses klassische Horrorpunk-Messer Thomas Brown Hewitt gewidmet ist; dem Mainslasher aus Texas Chainsaw Massacre. Der Song ist schnell, geht sofort ins Ohr und verpasst auch die wichtigen Mitbrüll-Passagen nicht. Bei „Smthng", ausgeschrieben „Something", ist es Zeit für den ersten untoten Gast. Nämlich LON von THE FRIGHT, der bei dem eher gemächlichen Song beim Gesang aushilft. Allerdings geht dieses Stück schon wieder wesentlich besser ins Ohr, der Rhythmus geht in den Nacken und tiefen Riffs treffen genau den Punkt. „Want You Bleed" besitzt einen richtig starken Aufbau, wenn die Jungs mit Bass und Drums Spannung erzeugen. Allerdings schieben die Russen einen Break dazwischen und rocken sich schnell und hart den Arsch ab, während sie doch gleichzeitig auch auf die Melodie achten. „Murderblues" ist genau das, wonach es sich anhört: eine bluesgetränkte Metalnummer, die aus gutem Grund DANZIG ähnelt. Die Gitarren sägen rhythmisch, die Hookline ist traurig und der Chorus besitzt beste Live-Qualitäten. Wir hatten ja jetzt schon guten Punkrock, bösen Metal und traurigen Blues. Zu perfektem Horrorpunk fehlt jetzt eigentlich nur noch der Rockabilly, denn BRAINDEAD ein wenig spät mit „Your Life Is Mine" abliefern, aber die Melodie der Ballade doch ein kleines Stück in die Länge ziehen. Aber der Rhythmus und die Atmosphäre passen. Zeit also den Hörern wieder in die untoten Zombiebacken zu treten und da trifft es sich gut, dass mit „Revenant" wieder ein geradliniger Horrorpunkern aus den Boxen dröhnt, wo sich THE CRIMSON GHOSTS ein Stelldichein geben. „The Creature From The Black Lagoon" ist eine etwas schwammige Ode an den Schrecken vom Amazonas, deren Melodie noch nicht so ganz greifen will. Da fehlt der gewisse Biss und der Clinch. Dafür liefert das russische Killertrio mit „We Belong Dead" eine echte Untotenhymne ab, die an die besten Zeiten von BLITZKID erinnert, wenn der mittelschnelle Song mit viel Melodie die Anlage stranguliert. Lediglich der Chorus fällt ein wenig flach aus, aber das stört nur marginal.

Braindead - Band 02Für Made In Russia klingt Five Years Dead wirklich nicht schlecht und für ein Debütalbum äußerst gelungen. GLEB KASADY nennt sich der Sänger und Gitarrist von BRAINDEAD und der lässt seine schwer verzerrte Gitarrenaxt vergleichsweise tief schwingen, damit der Bass von NICK BONES die Höhen ausfüllen kann. Das Klangbild wirkt auf diese Weise sehr kraftvoll, bedient sowohl den Metal als auch den Punk und lässt jedes Instrument zu seinem Recht kommen. Davon profitiert auch Schlagzeuger DR.ON der hier mit hellen Drums ordentlich Gas gibt und immer viel Percussion am Start hat. Nur das klare Wolfsgeheul von GLEB KASADY gerät dadurch ein wenig ins Hintertreffen, da seine Amplitude dem tiefen und basslastigen Rocksound kaum standhalten kann. Das ändert aber nichts daran, dass der Sound von Five Years Dead sehr professionell rüberkommt. Außerdem verzichten die Russen völlig auf irgendwelches Geklapper aus dem Keyboard, so dass dem Horrorpunker hier nichts Anderes als dicken Rocksound um die Ohren geschlagen wird.

 

Wie für eine junge Band üblich, spürt man bei BRAINDEAD hier und dort noch einige typische kleine Schwächen. Wie zum Beispiel den Hang zum Gleichklang und manche schiefen Momente in der Melodie, wo man noch deutlich spüren kann, dass es sich um eine recht junge und unerfahrene Band handelt. Ebenso spürt man aber auch die Energie und den Biss der drei Russen, die hier versuchen gleich von Anfang an einen eigenen Stil zu kreieren. Dies bedeutet fetzigen Punkrock, düsteren Metal und einen Hauch von Blues zusammengemixt zu einem starken Horrorpunk-Album, mit Allem, was dazu gehört. Alleine schon der Name BRAINDEAD ist schon eine Anlehnung an den berüchtigten Splatterstreifen von PETER JACKSON. Die Geschwindigkeit von Five Years Dead ist teils unglaublich schnell, die Akkorde schlagen zu wie Axthiebe, dazu jede Menge Rhythmus und viel Melodie. Die Songs erreichen nur wenige Male die Marke von vier Minuten und besitzen überdies meist recht passende Tempowechsel, die jeden Song facettenreicher machen, was jedoch auch mehr in den Metal schielt. Textlich jedoch bleiben BRAINDEAD eindeutig beim Zombierock und liefern Mord und Totschlag; Pestilenz, Verderben, Untod und jede Menge Hommage an berühmte Horrorfiguren. Five Years Dead sollte somit für jeden eingefleischten Horrorpunker ein Reinhören wert sein.

 

Fazit: Der hervorragende Sound und die Komposition wirken zwar noch ein wenig einseitig, aber BRAINDEAD haben mit ihrem Debütalbum Five Years Dead alle Chancen auch bei uns durchzustarten. Die Scheibe ist verdammt schnell, weist etliche Ohrwürmer auf und schmeckt auch ohne Vodka recht gut. Wir vergeben 8 von 10 Punkten.


Anspieltipps:
Time Of The Living Dead / It's So Peak
Return Of Leatherface
Want You Bleed
Murderblues

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