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HATRIOT - Dawn Of The New Centurion

Hatriot - Dawn Of The New CenturionAlbum: Dawn Of The New Centurion von HATRIOT

Tracklist:

01. My Cold Dead Hands
02. Your Worst Enemy
03. The Fear Within
04. Honor In The Rise And Fall
05. Superkillafragsadisticactsaresoatrocious
06. Silence In The House Of The Lord
07. World Funeral
08. Dawn Of The New Centurion
09. Consolation For The Insane
10. Bonus Track: Midnite Maniac (KROKUS Cover)

Label: Massacre Records

Vertrieb: Soulfood

Veröffentlichung: 21. Februar 2014

Kritik: STEVE "ZETRO" SOUZA gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten in der US-Metalbranche. Ebnete er mit seiner Stimme doch Bands wie TESTAMENT oder EXODUS den Weg. Eine Zeit lang zog sich SOUZA aus dem Musikgeschäft zurück, seit einiger Zeit rockt er jedoch mit seiner neuen Thrash Metalband HATRIOT, die erst im Januar 2013 ihr Debütalbum Heroes Of Origin veröffentlichte. Und auch ein sehr solides Thrash Metalalbum, wie ihr unserer Kritik entnehmen könnt.Normalerweise lässt man sich in der Regel circa zwei Jahre Zeit, bis ein neues Album erscheint. "ZETRO" SOUZA scheint allerdings in den Jahren der Pause so viel Energie angestaut zu haben, dass schon in diesem Frühjahr das nagelneue Studioalbum Dawn Of The New Centurion erscheinen wird. Das neue Album wurde abermals mit Produzent JUAN URTEAGA aufgenommen und soll bereits am 21. Februar 2014 in unseren Läden stehen.
Weil nun aber wirklich nicht viel Zeit zwischen Heroes Of Origin und Dawn Of The New Centurion liegt, ist die Gefahr groß, dass es sich um eine rechte Schnellschuss-Nummer handelt, um die Bekanntheit von HATRIOT auf raschem Wege zu steigern. Ob die Bay Area Thrasher den Bann der Erfahrung brechen können, das wollen wir in den folgenden Zeilen herausfinden.

Gleich der erste Song „My Cold Dead Hands" ist eine direkte Kampfansage an die NRA, denn HATRIOT pflegen trotz allem Geprügel doch eine sehr pazifistische Botschaft. In „My Cold Dead Hands" kritisieren sie nämlich unverblümt die Waffenverliebt hat des Durchschnittsamerikaners sowie die Unfähigkeit der Politik auf's Korn. Das beginnt schon sehr zynisch, indem HATRIOT das Ende der berühmten Rede „From My Cold Dead Hands" einblenden, die Oscar-Preisträger CHARLTON HESTON auf einer NRA-Veranstaltung im Jahr 2000 als Reaktion auf die geplanten, strengeren Waffengesetze der USA hielt. Der Song selbst startet mit nach einem hymnischen Intro ebenso gnadenlos wie rasant durch. Die Aggression und die Wut werden dabei von Anfang bis Ende spürbar, auch wenn sich im rhythmischen Chorus kalte Ernüchterung breit macht. Textlich wie musikalisch. Für Thrash Metalfans jedoch bereits ein guter Einstand in Dawn Of The New Centurion. Der zweite Song hört auf den Titel „Your Worst Enemy" und setzt ein wenig mehr auf Groove anstatt pure Gewalt, während die fetten Slicks direkt ins Genick wandern. Vergleiche mit den frühen ANTHRAX sind hier durchaus gestattet. Allerdings nutzt sich die minimale Melodie recht schnell ab. Erst mit dem ausführlichen Gitarrensolo beruhigt sich der Song wieder ein wenig. „The Fear Wihtin" beginnt daneben nahezu melancholisch mit düsteren und trägen E-Gitarren. Die melancholische und depressive Stimmung behalten HATRIOT auch fast zwei Minuten aufrecht, wenn der Song mit schweren Riffs auch treibender wird. Erst nach einem kleinen Break nehmen sich die Amerikaner das Recht heraus die Geschwindigkeit des Songs dem Album anzupassen. Dabei kommen sie sich wegen allzu monotonem Gehämmer streckenweise selbst in die Quere. Ansonsten wäre das sieben Minuten lange Stück ungewöhnlich abwechslungsreich und unterhaltsam. Fast könnte man meinen, mit „Honor In The Rise And Fall" landen HATRIOT nun beim True Metal, was das Intro ruhig vermuten lässt. Aber wie so oft, smashen sich die Amerikaner mit rasantem Galopp die Seele aus dem Leib. Das kennt man schon von Heroes Of Origin schon zur Genüge und Dawn Of The New Centurion wirkt bis jetzt auch nicht sonderlich facettenreich. An dieser Stelle folgt nun „Superkillafragsadisticactsaresoatrocious", was wohl ausgeschrieben so viel wie Super-Killa-Frag-Sadistic-Acts-Are-So-Atrocious heißt und erstmals aus dem üblichen Hans-Dampf-Schema ausbricht. In der Tat erweist sich der Song als ziemlich groovy und lädt mit den rhythmischen Riffs direkt zum Headbangen ein. Auch bei „Silence In The House Of The Lord" verfallen HATRIOT nicht wieder schnell in alte Muster zurück und setzen in erster Linie auf Rhythmus und Groove, wobei die Riffs runder und flüssiger daherkommen. Nat gut, ein wenig Geprügel darf hier schon noch sein, aber es fügt sich nahtlos in den Song ein, anstatt den puren Selbstzweck zu repräsentieren. Mit dem relativ kurzen „World Funeral" sind die Amerikaner jedoch endgültig im Industrial angekommen, weil es sich bei dem uneingeschränkt um ein extrem monotones Drum-Gedöhns mit gelegentlichen Growls handelt. Melodie gleich Null, Spannung gleich Null, Abwechslung gleich Null, Sinn gleich Null. Nö, das war überhaupt Nix und taugt darum nicht mal als Lückenfüller. Vielleicht macht es ja nun der Titelsong „Dawn Of The New Centurion" besser? Na ja, der Song beginnt immerhin schon einmal mit unheilverkündenden und langsamen E-Gitarren, begeht aber den entscheidenden Fehler eine depressive Melodie mit kontinuierlichen Drums kreuzen zu wollen. Auf diese Weise verlieren Hardcore-Fans des Bay Area Thrashes eine Konzertpeitsche und True Metal Fans eine gelungene Halbballade; nur weil sich HATRIOT nicht entscheiden konnten, was ihnen nun lieber gewesen wäre. Ich persönlich hätte eine Halbballade favorisiert, denn das HATRIOT dicken Speed und fetten Drall drauf haben, das haben sie mittlerweile schon zigfach unter Beweis gestellt. Oft sogar auch unnötig. Davon kann die Band leider auch beim letzten Song nicht ablassen. „Consolation For The Insane" tritt einfach Arsch ohne die geringsten Kompromisse nicht einmal ansatzweise in Betracht zu ziehen.
Käufer des limitierten Digipaks haben nun die Möglichkeit sich den Bonustrack „Midnite Maniac" von KROKUS reinzuziehen, aber der stand für eine Bewertung nicht zu Verfügung.
Hatriot - Banner 01Wenn man die Zeit zwischen dem Debütalbum Heroes Of Origin berücksichtigt und sich der raschen Produktion von Dawn Of The New Centurion bewusst ist, dann kann man schon ahnen, wie sehr sich die Klangbilder beider Alben ähneln. Die Gitarren von KOSTA „V" VAVRATAKIS und MIGUEL ESPARZA sind kräftig verzerrt und reizen die Boxen beinahe bis zum Ende aus. Allerdings wurde ihre Amplitude etwas zurückgenommen und somit etwas mehr Bass von CODY SOUZA zugelassen, der auf dem Vorgängeralbum noch Mühe hatte sich neben den Gitarren zu behaupten. Der gesamte Sound von Dawn Of The New Centurion wirkt auf diese Weise runder und akzeptabler. Auch an der Stimme von STEVE "ZETRO" SOUZA hat sich gut wie gar Nichts geändert. Er kreischt und krächzt leicht heißer, wie man es von TESTAMENT und EXODUS gewohnt ist. Aber diesem Album versucht sich ZETRO allerdings auch minimal im Growl. Am meisten Ackern muss hier aber nach wie vor Schlagzeuger NICK SOUZA, der sogar das Duracell-Häschen in Schutt und Asche trommelt. Daran kann man aber schon erkennen, auf welchen Stil sich HATRIOT festgelegt haben.

Nämlich rücksichtslosen Thrash Metal der Marke Bay Area, dem sich HATRIOT verschrieben haben. Das bedeutet, dass Dawn Of The New Centurion ein von Natur aus brutales und Adrenalin nur so strotzendes Album ist, wo es zwar extrem ordentlich scheppert, aber Melodie und Abwechslung nicht nur zweitrangig sind, sondern völlig vernachlässigt werden. Auf dem ersten Album Heroes Of Origin konnte man das noch leichter verkraften, denn es wirkte auf eine seltsam nostalgische Art frisch und energiegeladen, wenn auch da schon des Öfteren zum Nachteil. Weil sich aber bei Dawn Of The New Centurion nur minimalste Fortschritte beobachten lassen, wirkt es hier endgültig monoton und gehämmert. Man spürt bei manchen Songs regelrecht die schnelle Produktion und den übereiferten Willen ums Verrecken ein neues Album unter 12 Monaten zu schaffen, sonst würden es wohl kaum solche Stampfgeräusche wie „World Funeral" auf ein Thrash Metalalbum schaffen. Das Schema F setzt sich leider auch in der Songstruktur penetrant durch. HATRIOT liefern ein vielversprechendes Into, anschließend wird die Drummaschine hochgefahren und wahlweise nach Break, manchmal aber auch ohne, und geprügelt wie nochmal was. In ausnahmslos jedem Song gibt es gegen Ende hin ein unglaublich fettes und hervorragend gespieltes Gitarrensolo, nur um kurz danach wieder zu prügeln. Da geht auch die oft beißende und sarkastische Kritik unter, mit der Dawn Of The New Centurion vollgestopft ist. Schade eigentlich, denn wie vereinzelte Stücke beweisen, hätten es HATRIOT durchaus drauf.

Fazit: Einen zweiten Longplayer innerhalb eines Jahres zu veröffentlichen macht man in der Regel nur, um die eigene Popularität auszubauen. Leider sind solche Alben in der Regel nicht besonders attraktiv und da machen HATRIOT auch keine Ausnahme. Ihrem zweiten Album Dawn Of The New Centurion fehlt es überdeutlich an Abwechslung, auch wenn man die Energie dahinter spürt und die kritischen Texte den Nerv der Zeit treffen. Wenn es schon einmal scheppert, dann kann man das ruhig machen. Auf die Dauer wirkt das ständige Drumgewitter jedoch ermüdend und monoton. Wir vergeben 5 von 10 Punkten.

Anspieltipps:
The Fear Within
Superkillafragsadisticactsaresoatrocious
Dawn Of The New Centurion

Webpräsenz: Homepage, Myspace, Twitter, Facebook



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